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Winterderby in Dresden am 9. Januar 2016

Natürlich wollten wir uns das erste Wintergame der DEL2 nicht entgehen lassen, alles war gebucht, nur der Winter ließ auf sich warten. Nachdem wir ja bereits einmal zum Winterclassic nach Helsinki geflogen waren, waren bisher die Winterspiele in Deutschland eher mau: an die klimatischen Gegebenheiten in Finnland reicht man eben nicht heran. So war das erste Spiel in Nürnberg 2013 eher uselig nasskalt und schneefrei, das zweite seiner Art in der Düsseldorfer Esprit-Arena fiel ebenfalls dem Wetter zum Opfer, da wegen Sturm- und Unwettergefahr das Dach geschlossen wurde und drinnen gefühlte Saunatemperaturen herrschten. Die Spannung wuchs – wie würde das Sachsen-Derby vor gut 30.000 Zuschauern sein, wie das Wetter?

Wir hatten uns in der Cityherberge Dresden eingebucht, ein kurzer Fußweg bis zum Fußballstadion. Für den Hinweg hatten wir den Flug mit airberlin gewählt, der uns zwar vor dem Aufwachen losschickte, aber so waren wir bereits um 10 Uhr in der Stadt. Denn die Dresdner Innenstadt ist ja auf jeden Fall eine Reise wert, und da wollten wir natürlich noch ein wenig bummeln und schauen. Aber zurück sollte es dann nicht der preiswerteste Flieger sein, denn Germanwings sollte erst um 21 Uhr starten und wäre damit erst um 22:30 Uhr in Düsseldorf zurück. Vor allen, da man im Voraus ja nicht wusste, wie das Wetter werden würde – was soll man ggf. bei Shitwetter bis 20 Uhr in der Stadt rumlaufen??? So sollte es für den Rückweg die Deutsche Bahn sein, kurz nach dem Mittag ging ein durchgehender Zug nach Düsseldorf. Erik und Ralf aus Ratingen schlossen sich uns an und buchten die gleichen Verkehrsmittel. Allerdings kam dann die Frage auf „habt Ihr bei der Bahn mit Ökostrom oder ohne gebucht? Sitzen wir dann ggf. in unterschiedlichen Zügen?“ Interessante Frage! Naja, es war derselbe Zug, ja sogar derselbe Wagen letztlich.

Über Christian (danke nochmals) bekamen wir im Flieger Sitze nebeneinander, und die waren schön weit vorne, sodass wir an Bord als erste die gefühlt noch gefrorenen Rosinenbrötchen bekamen. Wir hatten alle bereits unsere Hoppertrikots angezogen und hatten schon unseren Spaß. Das beste war aber die Schlussansage nach der Landung „Kapitän XY und die gesamte Crew wünschen Ihnen einen schönen Aufenthalt in Dresden und viel Spaß beim Eishockeyspiel“ - da haben wir echt gestaunt und gelacht!

Da wir nur mit Handgepäck unterwegs waren, ging es schnell – nur kurz am Flieger den Handgepäcktrolley in Empfang nehmen (in der Dash 800 sind die Gepäckfächer zu klein, wenn man das Handgepäck von der Größe maximal ausnutzt, und daher kommt dieses Gepäck auch in den Bauch der Maschine), mit dem Shuttle zum Terminal, und wir konnten direkt den Weg zur S-Bahn suchen. Länger brauchte sicher wieder Lukas Koziol, den wir ja auf dem Rückweg von der U20-WM in Wien getroffen hatten und mit dem wir noch in der Woche vorher nach einem Spiel der Füchse Duisburg gesprochen hatten. Lukas spielt per Förderlizenz auch bei den Füchsen in Weißwasser, er hatte im Interview noch die Hoffnung ausgedrückt, dass er vielleicht zum Winterderby wieder für die Lausitz spielen dürfte. Ja, und schon trifft man sich wieder am Flughafen...

Yenidze - oder Istanbul?Yenidze - oder Istanbul?In Dresden ist es mit der S-Bahn ähnlich wie in Düsseldorf, sie hat auch direkt unter dem Terminal Endstation. Wir fuhren bis Dresden-Mitte und schauten dann direkt mal in der Energie Verbund Arena vorbei, wo vormittags ein DNL2 Spiel und auch der offizielle Fanfrühschoppen stattfinden sollte. Auf dem Weg zur Eishalle hatten wir auf einmal den Eindruck, wir hätten uns verflogen, wären in der Türkei angekommen, aber es war nur das Yenidze, eine Zigarettenfabrik im interessanten Gebäude. Aber das musste natürlich gleich auf dem Foto festgehalten werden. In der Arena trafen wir dann bereits auf einige bekannte Gesichter, „La Familia“ war schon anwesend (so u.a. Norbert und Oesi, Büggy und Jup, Rey, König Taddi und Marina, Mobby, Pistazie, Charly). Ralf und Erik guckten sich das Spiel an – sie hatten den Ground noch nicht im Gegensatz zu uns. So machten Detlef und ich uns nach dem 1. Drittel schon wieder auf den Weg und zogen in die Altstadt. Die Frauenkirche war unser erklärtes Ziel, denn die hatten wir zwar nach dem Wiederaufbau schon gesehen aber nur von außen. Das Internet hatte uns im Vorfeld verraten, dass man dort mittags ein kleines Orgelkonzert anhören und anschließend einige Erklärungen zur Kirche und dem Wiederaufbau bekommen würde. Das war mein Ziel. Detlef sollte sich derweil an den Aufstieg auf die Kuppel wagen wollen – das Wetter spielte auch mit, es war hell und klar, wenn auch nicht unbedingt sonnig. Allerdings wurde zwischen zwei Orgelstücken auch ein wenig gepredigt, wo ich dann meinen Blick schweifen ließ. Da konnte ich sehen, dass es oben in der Kuppel Fenster zum Innenraum gab, durch die die Kuppelkletterer auch in die Kirche blicken konnten. Ob ich dabei wohl Detlef sehen (und erkennen) würde? Als mein Blick wieder unten durch den Kirchenraum schweift, sehe ich gerade noch, wie das Hoppertrikot gegenüber durch die Tür nach draußen verschwindet, wo offenbar der Zugang zur Kuppel ist. Wir hatten uns für 13 Uhr im Augustiner-Bräu verabredet, das direkt am Platz bei der Frauenkirche ist – danke an Oliver für den Tipp! Ach ja, Oliver musste ich ja auch noch Bescheid sagen, dass wir uns tatsächlich dort einfinden würden, denn er wollte mir ein DEG-Trikot von den ChampionsHockeyLeague Spielen verkaufen. Dumm nur, dass mein Handy fast leer war..... So musste eine SMS reichen – bei der ich dann am Ende nicht mal meinen Namen geschrieben hab, na toll.

Blick in die Frauenkirche aus der Kuppel
Blick in die Frauenkirche aus der Kuppel Okay, irgendwann war die Orgelmusik, die Andacht und auch die „Führung“ beendet – schon toll, da wird man beim Eingang gefragt, ob man daran teilnehmen möchte, und darauf hingewiesen, dass man eine Std. Zeit mitbringen muss, aber so einige Leute mussten doch während dieser Zeit in der Kirche rumlaufen und rausgehen! Naja, immerhin hat man erfahren, dass der Wiederaufbau rund 180 Mill. Euro gekostet hat, davon 108 Mill. durch Spenden zusammengekommen sind! Das war ganz wie beim ersten großen Bau (also die Kirche, die man jetzt nach alten Plänen wieder gebaut hat): weil der sächsische König August der Starke zum Katholizismus übergetreten war (er wollte ja König von Polen werden), konnte er seinem protestantischen Volk ja nicht die protestantische Kirche finanzieren!

Als ich aus der Kirche kam, stand dort auch Detlef, der gerade vom Einkauf kam – wie passend! So konnten wir gemeinsam zum Augustiner gehen, wo wir schon Oliver und Kumpel an der Theke trafen. Da wir noch etwas essen wollten, zogen wir an den letzten freien Tisch um. Hier kamen etwas später auch Erik und Ralf dazu. Nachdem alle satt waren, ging es dann auch weiter – Oliver und sein Bekannter wollten bereits den Liveact im Stadion sehen / hören, wir anderen mussten noch im Hotel einchecken und wollten auch das Gepäck dort lassen. Auch wenn es wirklich sehr leicht war ganz im Gegensatz zu dem Gepäck, mit dem wir normal reisen! Aber wir waren ja nur als ganz normale Fans dort, hatten keine Akkreditierung bekommen. So entfiel ja die komplette Kamera-Ausrüstung, wir hatten auch auf Laptop und Netbook verzichtet! Schnell noch die dickeren Sachen angezogen (es war ca. 5° nachmittags) und dann ging es los zum Stadion, das ja nicht weit weg war. Allerdings haben wir dieses fast einmal umrundet, bis wir an dem für uns zuständigen Eingang ankamen.... Leider fand das Legendenspiel DDR-BRD bereits vor der Livemusik statt, sodass wir hiervon mal überhaupt nichts mehr gesehen haben (da saßen wir bei leckerer Brotzeit und Augustiner!). Wir waren aber immerhin pünktlich zum Aufwärmen dort, haben uns einen Platz im Stehblock gesucht – Ralf und Erik hatten Sitzplätze auf der anderen Seite der Kurve. Wir trafen noch Platti, der mit dem Fanbus der Hannoveraner gekommen war, jetzt allerdings Probleme mit der Bandscheibe hatte und erstmal bei den Sanitätern saß.

Das Spiel ging los – und hat uns zunächst ja nicht wirklich interessiert. In der Pause holte Detlef uns etwas zu trinken – danach wurde mir kalt durch das Kaltgetränk.... Das Spiel aber wurde ab dem 2. Drittel besser und doch ziemlich spannend. Und Lukas bekam auch seine Eiszeiten! Beim ersten Tor der Dresdner Eislöwen stellten wir dann fest, dass wir uns so überhaupt nicht mit den Teams beschäftigt hatten (okay, normal bekommen wir ja auch eine Aufstellung vor dem Spiel), und erfuhren, dass hier noch mehr Spieler auf dem Eis unterwegs sind, die uns bekannt sind z.B. durch die U20 WM... Nun, Dresden war zwar über weite Strecken das tonangebende Team, aber ein 2:2 Ausgleich im Schlussabschnitt für die Lausitzer machte es noch richtig spannend. Das Unentschieden hielt bis zum Schluss, und damit waren sicher alle 31.500 Zuschauer zufrieden. In der Overtime erzielte Dresden dann den Siegtreffer – alles gut also!

Lasershow in den PausenLasershow in den PausenNach dem Feuerwerk trafen wir wieder mit den Ratingern zusammen, und während wir noch ein wenig dort am Treffpunkt sprachen, entdeckten wir eine Gruppe aus Düsseldorf: unseren ehemaligen Fanclub (mit dabei Mela), die wir noch begrüßten, ehe wir uns wieder zur Unterkunft aufmachten. Eine Straße weiter war ein Lidl, der noch auf hatte – es war ja Samstag und noch relativ früh am Abend. Die Jungs kauften noch Getränke (was Detlef ja schon während meiner „Betstunde“ erledigt hatte), die wir zurück ins Hotel brachten, ehe wir und auf den Weg in die Altstadt machten. Nach ca. 10 Min. Fußweg hatten wir unser Ziel erreicht: ein „sächsisch-böhmisches Bierhaus“ am Altmarkt. Auch dieses hatte ich zuvor im Internet entdeckt – googlemaps sei Dank. Die Wirtsstube allerdings lag im Kellergewölbe, wohin sich offenbar doch nicht übermäßig viele Leute verirrten. So fanden wir noch einen Tisch für unser Abendessen. Die Jungs nahmen nochmals eine Schinkenplatte – die dann auch anders bestückt war als die im Augustiner – während ich doch etwas Warmes brauchte und mir eine Soljanka (Suppe) bestellt. Die „Terrine“ war zwar kleiner als erwartet, reichte aber durchaus aus. Und da wir am Morgen ja alle schon um 5 aus den Federn mussten, werden wir in dieser warmen Kneipenluft doch irgendwann müde, sodass wir wieder Richtung Hotel aufbrechen.

Wir schieben unsere Betten noch zusammen, zumal Detlef sich doch etwas vor dem nächtlichen Kälteeinbruch unter dem Fenster fürchtet. Gibt nur ein Problem – direkt über dem Bett sind jetzt Steckdose und Lichtschalter.... Die Raumbeleuchtung ging 3x an in der Nacht... Aber sonst haben wir gut geschlafen. Morgens erwischten wir auch einen günstigen Zeitpunkt und damit ein freies Badezimmer (die hier größer sind als unseres zuhause!) - das scheint nicht immer zu klappen, da hier 5 Badezimmer sind für ca. 16 Zimmer. Anschließend mal nebenan bei Ralf geklopft: wir gehen dann schonmal zum Frühstück! Frühstück doch für diese Preisklasse reichhaltig; die Brötchen sind halt „Tankstellenbrötchen“, aber geht schon. Um 10:30 Uhr müssen wir unsere Zimmer verlassen haben, klappt so gerade (der Aufzug war besetzt...). Wir laufen noch ein wenig durch die Stadt – das Kopfsteinpflaster ist ein Härtetest für die Rollen am Trolley – finden eine Touri-Info und noch ein paar Ansichtskarten. Dann geht es Richtung Hauptbahnhof. Kurz davor treffen wir noch Tom und eine Gruppe Krefelder, die sich den Tag noch bis zum Germanwings-Flieger vertreiben müssen. Wir suchen noch einen Imbiss, dann geht’s auch schon auf den Bahnsteig und ab in den pünktlich (!) einfahrenden Zug.

Es ist ein Intercity, schon etwas älteres Modell. Aber die Abteile wurden mal geändert – jetzt sind hier nur 5 Sitze statt der bisher übliche 6, also schön versetzt, dass man bequem die Beine ausstrecken kann. Und ein paar Abteile weiter ist ein größerer Bereich, wo 4 (?) dieser Fünfergruppen ohne Abteil-Abtrennung nebeneinander stehen – auch interessant. Allerdings ist es dort schon sehr voll und gedrängt, weil auf dem „Gang“ in diesem Bereich noch die Notsitze sind, die auf der Strecke zwischen Berlin und Wolfsburg ebenfalls besetzt sind, weil hier der Zug sehr voll ist. Überhaupt ist das wohl mal wieder eine „Lumpensammlerstrecke“ über Berlin, Stendal, Wolfsburg, Hannover, Herford, Bielefeld, Gütersloh, Hamm (hier hätten zwischen Hamm und Herford auch 2 Halte genügt, oder?), Dortmund, Duisburg nach Düsseldorf. Da sind die wenigsten die ganze Strecke von Dresden aus mitgefahren, sondern eher kleinere Strecken dazwischen. So hatten wir im Abteil auch ständig wechselnde Mitfahrer, aber war schon okay. Immerhin konnte Detlef etwas dösen und ich bin in meinem Buch doch ein paar Seiten weiter gekommen ;-)

Bis Dortmund war der Zug auch wirklich pünktlich. Dann allerdings wurde er irgendwie etwas umgeleitet, sodass wir mit 10 Minuten Verspätung in Düsseldorf ankamen und unsere S-Bahn nicht mehr bekamen. Da es hier aber doch ein paar Grad wärmer war als in Dresden, konnte man die Wartezeit zur nächsten S-Bahn aushalten. Um 22 Uhr waren wir wieder zuhause, wo wir von unserer Katze sehnsüchtig erwartet wurden.