Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

U20 WM Top Division in Ostrava und Trinec / Tschechien

 

Nachdem Deutschland im Vorjahr nach vier Jahren in der zweitklassigen Division IA endlich wieder ins Oberhaus aufgestiegen war, steht also jetzt ab Weihnachten das erste Turnier wieder in der Belle Etage an, dazu mit Tobias Abstreiter unter neuem U20 Bundestrainer. Da auch Tschechien immer ein gutes Reiseland ist, stand für uns außer Frage, dass wir zu diesem Turnier reisen.

 

Mittwoch, 25. Dezember 2019

Pünktlich wie geplant waren wir um 8 Uhr bereits unterwegs. Und wie Detlef vorhergesagt hatte, war kaum etwas los. Wir wählten die Strecke über Essen – Dortmund und konnten so auch die vielen Baustellen auf der A46 umgehen. Und bei dem dünnen Verkehr störten die restlichen Baustellen auch wenig, da nervte mehr der stetige Regen über weite Strecken. Aber was soll's, nach exakt 10 Stunden hatten wir die knapp 1100 km gemeistert und standen vor unserer Unterkunft in Ostrava. Tja, und da standen wir dann und warteten und warteten und warteten – eine geschlagene Stunde! - bis endlich nach mehreren Anrufen der Vermieter auftauchte und uns reinließ. Er hatte meine Zwischeninfo „CU in 3 hrs“ (wir sehen uns in 3 Std) nicht verstanden, auch wenn ich anschließend noch ein „Ankunft 17:50“ nachgereicht hatte.... Geht ja gut los!

Unser Zimmer ist im Nebengebäude, ein nettes Appartment von 50 qm mit Küchenzeile. Und als wir erfahren, dass auch morgen, am 2. Feiertag, noch alle Geschäfte geschlossen haben, sind wir ganz froh, dass wir das eine oder andere zum Frühstück und auch für die Microwelle mitgebracht haben.

Da uns unterwegs auch die Info erreicht hatte, dass bei der Pension die Kartenzahlungsgeräte ausgefallen sind und nur Barzahlung möglich ist (am liebsten sicher in Euro, haha, als ob man den Betrag für 11 Tage immer einfach so in der Tasche mit rumschleppt, wo man im Urlaubsland keine Euros benötigt!), begaben wir uns abends noch auf die Suche nach einem Geldautomaten. Der spuckte netter weise auch einen großen Betrag aus, dass wir anschließend noch etwas übrig haben. Wir konnten noch einen Blick auf das Hotel werfen, wo die Kollegen der Presse untergebracht sind, auch die Straßenbahnhaltestelle ist nicht weit weg. Einen Fahrscheinautomaten gibt es dort aber nicht, da bin ich gespannt, wie hier im ÖPNV bezahlt werden soll. Ein Fertiggericht aus der Microwelle war unser Abendessen, und da das Internet immer schwächer wurde, sich nach 22 Uhr völlig verabschiedete, gingen wir verhältnismäßig früh schlafen.

 

Donnerstag, 26.12.

Trotz harter Matratze und auf einer Seite nicht wirklich verdunkelten Fenstern erwachen wir gut ausgeruht und finden eine Nachricht vom DEB-Pressesprecher David vor mit der Info über die heutige Trainingszeit des Teams. Nach einem kleinen süßen Frühstück machen wir uns per Auto auf den Weg zur Arena, um zunächst einmal unsere Akkreditierungen abzuholen. Als wir – nach dem üblichen hin und her – die Karten umhängen haben, erkundigen wir uns, wo die Trainingshalle ist und wie wir dahin kommen. Gut, rechts rum raus, hinter dem Parkplatz. Hm, nein, da steht ein Ordner, der uns nicht reinläßt. Also zurück zum Medieneingang. Hier werden die Rucksäcke durchleuchtet und bekommen ein Bändchen. Wir finden die Presseplätze und den kleinen Arbeitsraum. Eine nette Dame beschreibt uns den Weg zur Trainingshalle etwas besser – der Eingang ist noch eine Ecke weiter. Und für uns wird es auch wirklich Zeit, wenn wir den Bundestrainer noch abfangen wollen für ein Vorab Interview. Es klappt dann auch tatsächlich, puh. Wieder zurück in die Halle, dort am Fotografen-Briefing teilgenommen und erfahren, dass der kleine Arbeitsraum ab sofort nur noch für Fotografen ist. Der eigentliche und größere ist im Hotel gegenüber, was wohl auch das Teamhotel ist, aber das nur nebenbei und mit anderem Eingang. Wir treffen zwei Kollegen aus Kassel, die zufällig auch in unserer Pension abgestiegen sind (und einen Tag vor uns die gleichen (Zeit und Zahlung) Probleme hatten. Und wegen der Bezahlung müssen wir jetzt auch mal zurück zum Hotel, man hatte uns versprochen, dass die Rezeption nachmittags besetzt ist. Zimni Stadion PorubaZimni Stadion PorubaWar dann auch so, ich bin die großen Scheine losgeworden und habe außerdem erfahren, wie die Tram funktionieren soll. Für 16 Uhr hatte Detlef ein Zweitligaspiel im Stadtteil Poruba gefunden, welches heute unser Hopperziel sein sollte – Deutschland spiel erst morgen, da kann man die Spiele bei der WM durchaus mal schwänzen. Auf dem Weg zum Winterstadion Poruba kommen wir an einem KFC vorbei, das wäre etwas für das Abendessen! Oder vielleicht eine Bratwurst in der Halle. Wir sind noch vor Hallenöffnung dort (nebenan eine Trainingshalle mit öffentlichem Lauf) und sehen im Untergeschoss eine Pizzeria. Auch nichts dagegen. Leider teilt man uns dort mit, dass die Küche geschlossen ist (man hätte auch noch besser die entsprechenden Speisekarten von den Tischen räumen können, aber die waren wahrscheinlich im Siff festgeklebt).

ein Icehopper in Poruba!
ein Icehopper in Poruba! Dann versuchen wir, mit einem 1000 CZK Schein, den Eintritt von zusammen 160 CZK zu bezahlen (7 €), aber in das Restaurant zurückgehen, um den Schein wechseln zu lassen, wo die Tante eh kein Englisch sprach, wollten wir auch nicht. Ich fand aber noch Kleingeld, dass es auch so klappte. Einen Pin für Kollegen Friedhelm hab ich in der Halle auch sofort gefunden. Leider wollten nut gut 600 Zuschauer das gar nicht so schlechte Spiel sehen, sodass in der 5000er Halle gähnende Leere herrschte. Das Heimteam verlor übrigens 2:5 gegen Slavia Prag. Abendessen wie geplant beim KFC. Danach fuhren wir wieder zur Ostravar Arena für das Abendspiel Kanada gegen USA. Leider herrschte ziemliches Verkehrschaos um die Halle herum (Abreise vom vorherigen Spiel der Tschechen und wohl auch „neue“ Zuschauer, die dann genau wie wir noch einen Parkplatz suchten. Wir gaben irgendwann auf. Zuhause konnten wir – bei jetzt funktionierendem Internet und Fernsehprogramm ohne Schnee – uns aussuchen, welches Eishockeyspiel wir gucken wollten! Im TV liefen normale Ligaspiele, anschließend Spengler Cup (Trienec – Kanada), im Internet die beiden WM Spiele aber auch das DEL-Spiel unserer DEG (tja, da wir hier im Ausland sind, kann man es gucken, was zuhause ja nicht frei empfangbar ist).

 

Freitag, 27.12.

Heute gilt's, und die WM geht auch für Deutschland los. Zunächst heißt es aber für uns, mal zu schauen, wo hier der nächste Bäcker ist und dann vielleicht noch ein Supermarkt. Wir gehen also zunächst bis zum Marianske Namesti, wo auch die Straßenbahnen abfahren, und dort zum Billa. Ist zwar nur ein recht kleiner Supermarkt, aber wir finden dort eigentlich alles Nötige. Zunächst also mal ein Baguette zum Frühstück und Hermelin (leider nicht eingelegt). Während wir uns zuhause das Frühstück schmecken lassen, kommt tatsächlich so etwas wie Sonne raus. Aber keine Angst, bis wir fertig sind, das Haus zu verlassen, hat diese sich wieder versteckt und das bisherige Einheitsgrau rausgeschickt. Dazu weht heute ein ziemlich kalter Wind, brrr.

Werk Arena Trinec - Panorama
Werk Arena Trinec - Panorama Heute sind nur zwei Spiele, und wir wollen endlich auch die Halle am zweiten Spielort Trinec erkunden. Zunächst aber erkunden wir den größeren Supermarkt der Kaufland-Kette hier in der Nähe. Danach fahren wir die ca. 50 km nach Trinec. Das ist gut: es gibt wieder große Parkplätze, die aber für wen auch immer abgesperrt sind. Zum Glück (für die Hockeyfans) ist aber gegenüber der Halle ein Einkaufszentrum mit mehreren Märkten und einem halbwegs großen Parkplatz. Für die Leute, die am heutigen Freitag nach den Feiertagen und vor dem Wochenende einkaufen wollen, allerdings totale Grütze, weil hier die Hockeys alle Parkplätze wegnehmen...

Frau at workFrau at workDer erste Eingang ist direkt unserer, die Kontrollen sind um einiges lascher als in Ostrava, und schon steht man im Medienarbeitsraum. Direkt nebenan die Mixedzone und am nächsten Treppenaufgang auch die Presseplätze auf der Tribüne. Toll nur, dass auch teilweise die Reihen an zahlende Kundschaft verkauft worden sind, an denen "MEDIA" steht! Es findet das Spiel Slowakei gegen Kazachstan statt, und die Halle ist sehr gut gefüllt. Slovensko gewinnt 3:1, wir verlassen das Spiel etwas früher, weil das Abendspiel in Ostrava stattfindet. 45 Min Rückweg zu unserer Unterkunft, wärmere Jacke angezogen, und schon geht es wieder los zur Straßenbahn. Ob das mit dem Ticket geklappt hat, werden wir in der Kreditkartenabrechnung sehen, ich hab mein bestes gegeben! Die "vier-fünf" Stationen, die uns unser Vermieter bei der Buchung erklärt hat, entpuppen sich als etwa 10, aber wir erreichen die Halle gut 1 Std vor Spielbeginn, dass wir sogar noch im Medienzentrum schauen können, ob wir etwas zu Essen bekommen (Einheitsessen für ca. 6 Euro oder belegtes, eiskaltes Baguette für 2,20). Am Würstchenstand in der Halle aber ist es ziemlich voll, da war der Imbiß nebenan schon okay.

USA am Ende obenaufUSA am Ende obenaufHier ist die Pressetribüne in der Ecke aber mit guter Übersicht, Detlef findet seinen Fotoplatz an der Bande. Deutschland trifft auf die USA, kann lange Zeit gut mithalten, zwei Male sogar in Führung gehen. Hintenheraus reichte es allerdings nicht für Punkte, weil der Favorit Fehler eiskalt ausnutzte. So endete das Spiel trotz großen Aufwandes 3:6. Entsprechend waren die Spieler auch nicht sehr gesprächig nach dem Spiel. Wir machten unseren Bericht fertig und verließen den Presseraum bereits 15 Min vor der Abfahrt des Shuttlebusses, sodass wir zur Tram gingen. Es war etwas weiß draußen und kam feucht von oben, ein Regen-Hagel-Schnee-Gemisch. Wir hatten kaum die Haltestelle erreicht, als auch schon die Straßenbahn kam – welch ein Timing!

 

 

Samstag, 28.12.

Heute Morgen beim Brötchenholen habe ich an unserer Rezeption vorbeigeschaut und angefragt, ob man vielleicht einen Massagetermin für Montag Vormittag bekommen könnte. Leider war die Dame für die Massage nicht erreichbar, aber unsere Rezeptionistin hat sich weiter drum gekümmert. Für Neujahr haben wir jetzt einen Termin abgemacht, auch gut. Habe heute ein geschmackvolleres Baguette erwischt. Nach dem Frühstück in der Unterkunft noch ein wenig gesurft und rumgetrödelt. Aber ich habe für heute Abend einen Tisch reserviert – man weiß ja nicht, ob nicht die Hälfte der Journalistenkollegen, die im Harmony wohnen, also quasi neben dem Restaurace Toni, auf die gleiche Idee kommen! Zeitig fuhren wir zur Arena und probierten diesmal die Linie 3 aus – geht auch, ist sogar schneller als die 11! Super, dann haben wir abends nach den Spielen ja noch weniger Wartezeit an der Haltestelle. Es war frisch, aber leider kein weiterer Schnee gefallen. Trotzdem waren wir froh, in die Halle und dem Wind zu entkommen. Heute stand ein ganz wichtiges Spiel auf dem Plan: Deutschland gegen Tschechien.

Deutschland kann jubeln: Sieg gegen Gastgeber Tschechien!
Deutschland kann jubeln: Sieg gegen Gastgeber Tschechien! Wenn ein Team schlagbar wäre in dieser Hammergruppe, dann Tschechien, auch wenn diese zum Turnierbeginn die Russen geschlagen hatten. Und tatsächlich, Deutschland ging früh in Führung, konnte diese gar bis auf 4:1 ausbauen. Doch am Ende wurde es nochmals richtig, richtig eng, denn die Tschechen – angefeuert durch die ausverkaufte Halle – kamen auf 4:3 heran. Aber es reichte, man konnte diesen knappen Sieg über den Zielstrich retten. In der Mixed Zone tauchte als erstes der Kapitän des Deutschen Teams auf, den wir uns angefordert hatten. Als Moritz Seider dann zu uns kam, hatte er auf einmal von den umstehenden Kollegen 5 weitere Mikrofone vor der Nase. Diese zogen sich aber nach spätestens der 3. Frage zurück – hatten wohl gehofft, dass wir englisch reden.... Danach rüber in den Presseraum und das entsprechende Video hochladen. Mit dem Bericht habe ich mich nicht lange aufgehalten, der reservierte Tisch im Restaurant wartete! Die Tram kam auch bald, so dass wir noch eben nach Hause konnten und das Gepäck abwerfen, ehe wir zum Toni gingen. Dort war es – leer! Also so gut wie. Auf einem der Tische stand einsam des Reserviert-Schild und wartete auf uns. Es gab zwar keine Pizza, mit der Detlef gerechnet hatte, aber die Fleischgerichte, die wir wählten, waren gut und sehr lecker. Anschließend zuhause den Bericht fertiggestellt und später ziemlich erschöpft (wovon eigentlich?) ins Bett.

 

Sonntag, 29.12.

Wir brauchten heute nicht raus, da wir noch Brötchen von gestern hatten. Eine "Dusche" in der Eckbadewanne genommen, die Getränkevorräte überprüft, dann fuhren wir mittags los Richtung Trinec – heute findet wieder nur je ein Spiel in beiden Hallen statt. Marktplatz in Frydek-MistekMarktplatz in Frydek-MistekWir wollen diesmal in Frydek-Mistek auf halber Strecke anhalten, vielleicht gibt es hier eine Kirche oder einen schönen Marktplatz. Das Wetter ist – kalt, aber trocken und recht hell, wenn auch ohne Sonne. Wir finden die Eishalle – Hala Polark - die eher eine MuFu ist. Wir blicken durch die Glastür – in das fragende Gesicht einer Putzfrau. Okay, schade. Dann kommt man wohl nicht rein, vor allem ist dann wohl kein Hockey hier und heute. Nach einer kleinen Runde durch das angrenzende Einkaufszentrum entschließen wir uns, zu Fuß über den Fluß ins Zentrum von Mistek zu laufen. Wir finden die "große" Kirche, bei der man leider nur in den Vorraum kommt. Nebenan der Marktplatz, gesäumt von schön renovierten Häusern. Der Platz aber ist zugestellt von Weihnachtsmarkthütten, die aber bis auf 2 Glühweinstände geschlossen haben. Also wieder zurück durch die Straßen mit mehr oder weniger schönen Wohnblocks zum Auto an der Eishalle.

Und als wir das Auto aufschließen, hören wir eindeutige Geräusche: das schießt jemand mit PucksHobbyspiel in der Hala Polarka, Frydek-MistekHobbyspiel in der Hala Polarka, Frydek-Mistek!

 

 

Wir schließen uns zwei, drei anderen Leuten an und kommen in die Halle und zur Eisfläche. Es stehen Tore auf dem Eis, Spieler in zwei unterschiedlichen Trikotfarben auf dem Eis – und ein Schiedsrichter! Hier startet offenbar gerade ein Hobbyspiel – yeah! Ähm, ja. Wenn man von der Topdivision Weltmeisterschaft kommt, war es schon ein anderes Niveau... Das Navi führt uns – zum falschen Ziel, nämlich in Trinec zur alten Halle, na toll! So verschenken wir wichtige Minuten! Der Parkplatz am Einkaufsmarkt ist gerappelt voll, aber hinter dem Tescomarkt finden wir noch einen Stellplatz. Es reicht noch für einen schnellen Einkauf, ehe wir über die Straße und in die Eishalle gehen. Die Kaffeemaschine spinnt rum und spuckt nur einen halben Becher aus (prima, wenn man vorher den Zucker reintut!). Pünktlich zum 1. Bully sind wir auf der Tribüne – erwähnte ich schon, dass es hier in Trinec für die Presse sehr kurze Wege sind? Kasachstan gibt den favorisierten Finnen gut Kontra, kann das 1:0 bald ausgleichen. Also, diesen Gegner in der Abstiegsrunde möchte ich lieber nicht haben!

Finnland kann die Kasachen besiegenFinnland kann die Kasachen besiegenAber die Finnen brachten es schließlich souverän mit 7:1 über die Runden. Für den Rückweg nahmen wir diesmal eine andere Strecke. Hier war es schade, dass es schon dunkel war, denn der Weg führte wohl durch leichte Anhöhen und wieder runder, um einen See herum... In Havirov lag kaum abseits der Straße ebenfalls eine Eishalle, der wir einen kurzen Besuch abstatteten. Zwar ließen sich auch ein paar wenige Menschen auf den Zuschauertribünen nieder, doch es waren keine Tore zu sehen, und die Eismaschine zog in einem Schneckentempo die Bahnen ab, dass die im Leben nicht einmal innerhalb einer Drittelpause bei einem Wintergame (25-30 Min!) fertig würde. Von Eishockeyspielern, die vielleicht mal einen Blick aus einer Kabine würfen, war auch nichts zu sehen. Okay, dann fahren wir weiter, der Magen knurrt vernehmlich! Wir wollen heute mal zum Griechen, der von der Unterkunft doch ein paar Schritte weiter entfernt ist, also genau doppelt so weit wie der Toni gestern. Reservierung hab ich mir heute geschenkt. Hätte ich aber besser mal versucht, denn dann hätte ich schon festgestellt, dass der geschlossen hat... Dann gehen wir halt zurück zum "Paleti", an dem wir kurz vorher vorbeigekommen waren. Schade, da hatten wir uns auf Gyros bzw. Lamm gefreut... Aber auch hier fanden wir etwas Schmackhaftes, alles gut. Und über die Restaurantpreise hier darf man ja sowieso nicht meckern, die sind für Deutsche Touristen doch sehr angenehm. Zuhause dann im TV eine Konferenz zwischen dem aktuellen WM Spiel USA gegen Russland (3:1) und dem Spiel im Spengler Cup Trinec – Ufa (3:2) gesehen.

 

Montag, 30.12.

Ob Kanada heute sauer ist? Die müssen sicher ganz viel Frust abbauen nach der 0:6 Niederlage von Samstag gegen Russland! Ohje, und dann kommt Deutschland.... Aber letztlich können wir nur gewinnen. Mal schauen, wie lange unsere Jungs hier mithalten können, zu wünschen wäre es ihnen. Erst aber nach einem gemütlichen Frühstück zum Kaufland und ein bißchen Leergut loswerden (Flaschenpfand – die Dosen hier und auch PET-Flaschen gehen in den Müll). Und 3 Ansichtskarten (aus Frydek-Mistek) möchten zur Post gebracht werden. Ob wir irgendwann einmal schönes Wetter bekommen? Also mal ein bißchen Sonne? Aber die macht das Stahlwerk wohl auch nicht schöner...

Die Ostravar Arene in - natürlich - Ostrava von außenDie Ostravar Arene in - natürlich - Ostrava von außenWir fahren wieder mit der Bahn zur Arena und schauen, wie die Kanadier Deutschland doch ein wenig zerlegen. Zwar hat Deutschland durchaus Chancen, aber entweder ist der Goalie zu gut oder es hapert mit der Chancenauswertung.

Am Ende steht ein 4:1 Sieg für Kanada. Von den Hoppern hatten wir erfahren, dass heute Abend zwei Spiele in Bohumin sind, 25 Min. entfernt mit dem Auto. Aber da ich beim Bericht noch einen Fehler beheben musste (und natürlich verdaddelt man sich dann erst recht), fuhr uns die Tram vor der Nase weg. Und es wurde ganz schön kalt, bis endlich die nächste kam. Ich setzte mich dann durch, dass wir doch lieber zum Toni Essen gehen sollten als nach Bohumin zu fahren. Leider muss man sagen, denn – der Toni wollte um 20 Uhr schließen (und da wir später dran waren, lohnte das dann nicht mehr). Also versuchten wir unser Glück nochmals im Paleta von gestern. Allerdings warteten wir dann heute sehr lange auf unser Essen und waren kurz davor, den Laden nach 2 Bier um 21 Uhr wieder zu verlassen, da kamen dann doch die Teller. Nach dem Essen kam unaufgefordert die Rechnung, obwohl die lt. Karte eigentlich bis 23 Uhr geöffnet haben sollten... Hätten wir besser doch Eishockey in Bohumin geschaut und dort eine Wurst gegessen oder so! Anschließend war auch das Abendspiel zuende – und Tschechien hatte den USA tatsächlich einen Punkt abgeknüpft, wer hätte das gedacht!

 

Dienstag, 31.12.

Morgens schnell Brot für heute und morgen geholt, es ist ziemlich voll, fast wie bei uns, wenn ein Tag ohne Einkaufsmöglichkeit folgt... Da wir abends nicht wieder so lange in der Kälte stehen wollten, fuhren wir diesmal mit dem Auto zur Arena und wollten unterwegs tanken. Die preiswerte Tanke ist allerdings eine SB Tanke mit Kartenautomat. Und obwohl ich auf Deutsch stellen konnte, hat es nicht funktioniert, d.h. es kam einfach kein Sprit. Aber hinterher eine Quittung über ca. 40 Euro. Na, wenn die abgebucht werden, war das dann mal sehr teure Luft im Tank! Ich weiß schon, warum wir nicht gerne an solchen Automaten tanken... Heute steht dann der letzte Spieltag der Vorrunde an, und es gibt die außergewöhnliche Konstellation, dass Deutschland und Russland punktgleich auf den Plätzen 4 und 5 stehen – der 4. erreicht das Viertelfinale, der 5. muss in die Relegation.

Russland setzt sich erwartungsgemäß durchRussland setzt sich erwartungsgemäß durchEs kam aber wie erwartet, die technisch sehr versierten Russen spielten das Deutsche Team regelrecht an die Wand und machte mit 5 Treffern in den ersten 40 Minuten jeglich Hoffnung auf Vermeidung der Relegation zunichte. Am Ende stand ein 6:1 für Russland auf der Tafel. Damit steht fest, dass Deutschland in der Relegation gegen Kasachstan aus 3 möglichen Spielen 2 Siege holen muss, um in der TopDivision zu verbleiben, schade! Nach dem Spiel bekamen wir sogar einen Russen vor die Kamera und auch ohne dass er einen Aufpasser dabei hatte! Nikita kommt aus Iserlohn, hatte aber doch etwas Probleme, jetzt Deutsch zu sprechen. Aber das ist kein Wunder, wenn er jetzt auch schon 3 Wochen mit dem russischen Team zusammen ist und normal seit 2 Jahren in Kanada lebt und spielt... Anschließend waren wir mit dem Auto schnell wieder in der Unterkunft und konnten uns um unser Käsefondue kümmern. Draußen wurde schon die ganze Zeit geknallt, was aber zu Mitternacht zunahm. Dann konnte man hinter den Häusern auch ein wenig bunte Raketen sehen. Vor dem Haus und auf der Straße war aber nichts los.

 

Mittwoch, 1.1.2020

diese Kirche war sogar in direkter Nachbarschaft unserer Unterkunft - aber geschlossendiese Kirche war sogar in direkter Nachbarschaft unserer Unterkunft - aber geschlossenBis Mittag schlafen war heute nicht angesagt, denn für heute haben wir ja den Massagetermin. Es war sehr entspannend, Detlef ist während seiner Sitzung fast eingeschlafen. Nach dem späten Frühstück scheint noch immer die Sonne, dass wir spontan beschließen, mal ein wenig rauszugehen und vielleicht so etwas wir die Innenstadt, einen Marktplatz oder ähnliches zu finden.

Es ist doch ziemlich weit, aber angenehme Luft zum laufen. Die zweite Kirche, an der wir vorbeikommen, ist auch geöffnet und hat eine große Krippenlandschaft aufgebaut mit beweglichen Figuren. Da ziehen Hirten an der Krippe vorbei, ein Hirte zieht einen Eimer aus dem Brunnen, ein anderer setzt ein Horn an (mit Ton!), auch ein Kukuk läßt sich im Baum vernehmen oder ein Mädchen mit der Leier. Wir finden den großen Platz – mit einer Eisbahn darauf und Weihnachtsmarkt-Hütten darum. Wenigstens die Glühweinhütten hatten geöffnet.

Ein paar schöne Häuser hat's in der Stadt tatsächlich, die wir fotografieren, ehe die Sonne früh wieder untergeht und wir mit der Tram nach Hause fahren. Ein (mitgebrachter) Eintopf ist heute unser Abendessen. Und abends hoffen wir, das Wintergame aus dem USA im Fernsehen anschauen zu können.

 

 

Donnerstag, 2.1.

Da das erste Spiel heute bereits um 10 Uhr (!) angesetzt ist, schenken wir uns das Frühstück und nehmen unterwegs vom Supermarkt die Backwaren auf der Hand mit – hoffentlich funktioniert heute die Kaffeemaschine im Presseraum!

fast leere Ostravar Arena zum Frühstücks-Spiel GER-KAZfast leere Ostravar Arena zum Frühstücks-Spiel GER-KAZPünktlich zum Aufwärmen sind wir in der Halle, den Platz kann man sich aussuchen, denn nur 1022 Zuschauer wollen zu dieser Uhrzeit dieses erste Relagationsspiel sehen. Unermüdlich die Icehopper, ein paar Eltern setzen sich erst in den Block daneben, ehe sie doch wieder auf die Gerade zu anderen Eltern gehen, schade! Es wäre ja schon schön, wenn die Deutschen zusammen säßen. Das Spiel läßt sich etwas schwer an, keiner will den ersten Fehler machen. Nach dem torlosen 1. Drittel ist dann die Reihe der Gitterträger früh im mittleren Durchgang erfolgreich, und zur Spielmitte wird auf 2:0 erhöht.

Werk Arena Trinec, der 2. SpielortWerk Arena Trinec, der 2. SpielortAuch im Schlussabschnitt fallen die Tore wieder früh und dann noch zur Mitte – alle für Deutschland, obwohl die Kasachen im Schlussabschnitt nochmals aufgedreht hatten. Doch Hendrik Hane im Deutschen Tor hat sich seinen Shut Out redlich verdient, und der Jubel am Ende war groß. Nach den Interviews fahren wir mit der Bahn wieder nach Hause, denn wir möchten heute noch ein letztes Mal nach Trinec fahren, das dortige zweite Viertelfinale (USA – FIN) versprach die meiste Spannung.

Die anderen Begegnungen lauteten SUI – RUS; CAN – SVK und SWE – CZE. Vorher versuchten wir im Einkaufszentrum etwas zu essen zu bekommen. Leider gibt es nur einen Chinesen, und der hatte einiges zu tun. Die wenigen Tische dort im Imbiss waren auch voll, und niemald kam dazu, dort auch mal abzuräumen und abzuwischen. Als ich endlich dran war, bestellte ich also zum Mitnehmen, können wir ja im Presseraum essen. Gewählt hatte ich zumindest halbwegs gut. Einen Platz zu bekommen, war dann im Presseraum aber auch schwierig, sodass wir uns einen Stuhl teilten... Dann geht das Spiel los, es ist ein gutes, spannendes Spiel – ohne Tore.

Maskottchen Puk hinter der SpielerbankMaskottchen Puk hinter der SpielerbankIm Schlussabschnitt befürchten wir schon, dass es entweder in die Verlängerung geht oder dass ein Krückentor das Spiel entscheidet. Nach etwa 50 Spielminuten konnten die Finnen ein Powerplay frech ausnutzen und dieses eine Tor erzielen. Auch hier hat der Finnische Goalie bis zum Ende stark gearbeitet und die Null festgehalten. In den anderen Partien siegten Russland 3:1, Kanada 6:1 und Schweden 5:0.

Hier in Ostrava wurden übrigens die Nahverkehrstickets zum neuen Jahr teurer und zwar um 20%! Hatten wir uns an Neujahr noch gewundert, dass hier mehr angezeigt wurde, dachten wir eigentlich noch, dass das an der anderen Strecke und Bahn lag, mit der wir fuhren. Aber nein, heute haben wir den gleichen Betrag zur Halle bezahlt...

 

Freitag, 3.1.

Heute steht der Ausflug nach Stramberk auf dem Plan, zu dem die Veranstalter die Medienvertreter eingeladen hatten. Früh um 9 Uhr sollte der Bus am Medienhotel (Harmony) und um 9:30 an der Halle abfahren. Nach einiger Wartezeit fuhren wir dann auch an der 2. Station los. Leider waren nur 15 der angemeldeten 23 Teilnehmer aufgetaucht! Zunächst ging eine Liste durch den Bus, auf der man seinen Wunsch fürs Mittagessen ankreuzen konnte – Gulasch, gebackenen Käse oder Lachs, das hört sich schonmal gut an. Die Fahrt nach Stramberk war nicht sehr weit. Der kleine Ort liegt etwas höher und hat nette enge Gäßchen.

kleine Familienbäckereikleine FamilienbäckereiZunächst besuchten wir eine Bäckerei, in der die original "Stramberk Ohren" gebacken wurden. Wir konnten bei einer Ladung zuschauen, selbst mit Hand anlegen (ausstechen und später heiß in die Form drücken) und anschließend die Werke probieren. Danach gab es unten im Cafe noch einen Kaffee, natürlich konnte man dann auch die Backwaren dort käuflich erwerben. Backstube und Cafe waren aber so klein, dass es ganz gut war, dass wir weniger als geplant waren.

Blick auf die BurgBlick auf die BurgNach dieser kleinen Pause konnten wir in eine Höhle an einer Anhöhe anschauen, in der Mammutknochen gefunden worden waren. Auch der Neanderthaler soll hier gelebt haben, zumindest ein naher Verwandter.

KrippenausstellungKrippenausstellungDanach gingen wir wieder in den Ort, sahen eine kleine Krippenausstellung – ebenfalls in einem sehr kleinen Haus mit 2 Zimmern Krippen und unten einem kleinen Verkaufsraum. Über steile Gassen mit Kopfsteinpflaster kamen wir auf den großen Platz. Die Kirche war natürlich geschlossen. Der Platz war von schönen Häusern gesäumt. Früher waren es wohl mal Holzhäuser, die aber nach und nach durch Steinhäuser ersetzt worden sind aufgrund diverser Brände.

 

 

 

 

 

 

Wir stiegen zur Burg auf, leider war der Turm geschlossen. Aber auch von der Mauer hatte man einen schönen Blick auf den Ort und die Umgebung. Nach dem Abstieg waren wir noch im kleinen Museum, ehe wir in die Pivnice einkehrten. In dieser Brauerei bekamen wir im Gewölbekeller zunächst eine Erklärung und Einführung vom Chef, wobei unsere Fremdenführerin teilweise größere Probleme hatte, die Fachbegriffe ins Englische zu übersetzen. So waren die Erklärungen für die Nicht-Tschechen in der Gruppe schon ziemlich knapp. Die anschließende Bierprobe war für die meisten sowieso interessanter und das Essen wichtiger... Anschließnend ging es wieder zum Bus und zum Startpunkt unserer Tour. Schade eigentlich, dass es die lockere Bierrunde erst relativ am Ende der Tour und die ganze Fahrt erst kurz vor Ende des Turniers gegeben hat! So war man doch ein wenig bierseelig dabei, die Sprachprobleme zu überwinden oder sprachliche Gemeinsamkeiten zu entdecken. Und guck mal einer: der eine Pole war vor langen Jahren mal auf Besuch bei einem Cousin, der in Krefeld wohnte! Und der Russe muss morgen wieder zurück nach St. Petersburg, er wird mit der Bahn von hier nach Riga und ab dort mit dem Bus nach hause fahren! Ob er das bis Montag früh geschafft hat? Detlef hatte allerdings ganz großes Pech: da wir nachmittags noch ein Spiel in Polen gucken wollten und dorthin ja mit dem Auto fahren müssen, konnte er an der Bierprobe nur nippen. So aber konnten wir vom Harmony zu unserer Unterkunft laufen – hier war die Sonne dann ja schon kurz vor dem Untergang und vor allem sehr windig – da hatten wir auf dem Ausflug doch mehr Glück! Wir schauen uns nochmal an, wo die anvisierte Eishalle ist, wie wir fahren müssen, dann machen wir uns auch bald wieder auf den Weg. Wir sind so früh dort, dass wir uns noch locker einen Parkplatz ausgucken können.

Wir "icehoppen" auch nach PolenWir "icehoppen" auch nach PolenAm Einlass werden wir gefragt "2 Erwachsene? Also 1 Mann und 1 Frau?" Als wir die Tickets in der Hand halten, verstehen wir die Frage, denn wir zahlen einmal normal und einmal reduziert, vielleicht ist heute Frauentag oder so etwas. Es ist ein Erstligaspiel, und die Tickets kosten knapp 3 bzw. 3,50 Euro – und die Halle wird recht voll. Das Heimteam JKH GKS Jastrzebie gewinnt 7:3 gegen Sosnowiec. Auf dem Rückweg (der Parkplatz ist jetzt gerappelt voll) machen wir direkt hinter der Grenze noch Halt in Bohumin, wo aber nur ein Training stattfindet. Einen Fanshop finden wir hier nicht, in Jastrzebie gab es einen kleinen Stand, aber die haben keinen Pin. Heute wollen wir auch nicht mehr so lange machen, damit wir für morgen zum 2. Spiel der Relegation ausgeschlafen haben...

 

Samstag, 4.1.

Nochmal ein gemütliches Frühstück in der Unterkunft, und dann müssen wir uns glatt sputen (und der Abstecher zum Kaufland, um das Leergut wegzubringen wird auf morgen verschoben). Und trotzdem finden wir keinen Platz mehr auf dem Parkplatz am Fußballstadion gegenüber der Halle! Was wollen die alle denn schon hier? Das Spiel interessiert doch niemanden... Also versuchen wir, in der Siedlung einen Platz zu finden, vergeblich.Etwas hinter der Trainingshalle gibt es dann endlich ddoch noch freie Plätze. Knappe 10 Min Fußweg, und wir haben pünktlich zum 1. Bully unsere Plätze eingenommen. Deutschland findet so gar keinen Zugang zum Spiel und verliert dieses letztlich verdinet 1:4. Puh – dann ist ja morgen nichts mit Ausschlafen, so'n Mist. Und vor allem heißt es dann nochmals zittern! Die Spieler waren dementsprechend auch nicht wirklich gespächig.

Russland besiegt Schweden in OvertimeRussland besiegt Schweden in OvertimeNachmittags findet das erste Halbfinale zwischen Schweden und Russland statt. Es ist ein hartes und umkämpftes enges Spiel mit wechselnden Führungen. Im 2. Drittel stelle ich fest, dass der Autoschlüssel fehlt. Auch Detlef hat ihn nicht, am Platz liegt er auch nicht. Ich hoffe, dass ich den bei der Einlasskontrolle im Körbchen habe liegen lassen (und kein anderer ihn mitgenommen hat). Es ist immer sehr voll an den wenigen Treppen hier in der Halle, und es dauert, bis ich an der Einlasskontolle bin. Zunächst versteht man mich nicht, die Ordner gucken sich und mich verständnislos an. Doch schließlich fällt der Groschen, und der Schlüssel ist auch noch dort – puh, Glück gehabt! Russland gleicht im Schlussabschnitt zum 4:4 aus, es geht in die Verlängerung. Hier haben die Russen schließlich die Nase vorn und ziehen ins Finale ein. Nochmals zwei kleine Interviews, dann rüber in den Arbeitsraum.

Gut gefüllte Halle beim Halbfinale Kanada gegen FinnlandGut gefüllte Halle beim Halbfinale Kanada gegen FinnlandEine kleine Suppe wäre jetzt nicht schlecht. Zwar musste ich 55 CZK bezahlen statt der 40, die auf der Liste stehen (und ärgern..), aber es tat gut, etwas Warmes in den Balg zu bekommen. Abends stand noch das andere Halbfinale zwischen Kanada und Finnland an. Hier machten die Kanadier kurzen Prozess und hatten das Spiel bereits nach dem ersten Drittel quasi gewonnen (4:0). Die Finnen konnten machen, was sie wollten, es ging kein Ding rein. So zogen die Kanadier mit einem 5:0 Sieg ins Finale ein, verloren aber ihren Kapitän verletzungsbedingt. Als wir zum Auto liefen, fing es an heftig zu regnen, vermischt mit etwas Schnee.

 

Sonntag, 5.1.

Morgens sind die Scheiben am Auto leicht gefroren, als wir nach dem Frühstück noch einmal zum Kaufland fahren, um das Leergut abzugeben und ein paar Backwaren für die morgige Rückfahrt holen. Wir sind etwas früher dran als gestern, sodass wir heute tatsächlich wieder den gewünschten Parkplatz vor dem Fußballstadion bekommen.

gähnende Leere beim Relegationsspiel GER-KAZgähnende Leere beim Relegationsspiel GER-KAZIn der Halle sind womöglich noch weniger Zuschauer als gestern morgen. Diese aber sehen ein spannendes Spiel, diesmal mit dem "richtigen" Sieger. Es dauerte allerdings bis zur Spielmitte, dann aber schraubte Deutschland mit 4 Treffern innerhalb von 5 Minuten das zwischenzeitliche Ergebnis auf 5:0, um am Ende mit 6:0 zu gewinnen. Damit war das Ziel erreicht, dass Deutschland in der Topdivision bleiben kann. Es dauerte dann in der Mixedzone wieder etwas, bis man alle Interview im Kasten hatte.Nach einem kurzen Verweilen im Presseraum ging es wieder zurück über die Straße, erneut durch die Sicherheitsschluse und in die Halle. Die Pressetische schon wieder so gut wie voll, aber dahinter die Reihe ohne Tische gehörte wohl auch noch zur Presse, alles gut. Im kleinen Finale spielten jetzt Finnland und Schweden um Bronze, und was soll man sagen? Der Weltmeister vom Vorjahr, Finnland, verlor das Spiel durch einen Torwartfehler 1:2 und ging ohne Medaillen nach Hause. Auch diesen Sieger hatte Detlef für sich getippt wie schon im frühen Spiel Deutschland.

Auch zum Finale natürlich wieder volle Ränge und gut gelaunter Kanadischer AnhangAuch zum Finale natürlich wieder volle Ränge und gut gelaunter Kanadischer AnhangDetlef versuchte noch, mit der Fotografenmeute ein Mannschaftsfoto der Schweden zu bekommen, wurde aber vom Eis geschickt, weil man auch seine Videokamera bemerkte, die hier nicht erlaubt war. So sind wir dann wieder zurück in den Presseraum und haben uns das erste und einzige Essen aus der dortigen Kantine zu 4* Preis gegönnt.

Und damit stand auch schon das letzte Spiel des Turniers auf dem Programm, das Finale zwischen Kanada und Russland. Hier schien es zunächst, als hätten die Russen die Schiedsrichter bezahlt. Es blieb aber fast 30 Minuten torlos, trotz mehrerer Strafen gegen Kanada. Den ersten Treffer Russlands beantworteten die Kanadier, doch wenig später lagen die Russen mit 3:1 vorn.

Am Ende war es geschafft und der Jubel bei den Kanadiern großAm Ende war es geschafft und der Jubel bei den Kanadiern großDen Kanadiern fiel irgendwie nicht viel ein. Dann aber ein "dreckiges" Tor und schließlich ein wütendes Pfund vom eigentlich verletzten Kapitän Kanadas zum 3:3! Es wurde sogar besser, und Kanada ging in Führung. Am Ende haderten die frustrierten Russen dann ihrerseits mit den Schiedsrichterentscheidungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

And the winner is: KANADA!And the winner is: KANADA!Es blieb beim 4:3 Sieg und damit der Goldmedaille für Kanada. Diesen Sieger hatte Detlef auch vorhergesagt – warum bloß hat er darauf nicht gewettet? Gut dass wir die Plane auf der Windschutzscheibe hatten, so konnten wir zügig den Heimweg antreten. Koffer gepackt und ab ins Bett.

 

 

 

 

 

 

Montag, 6.1.

Wir kamen wie erhofft kurz vor neun los und bis auf einen Unfallstau in der Nähe von Pilsen gut durch. Da heute in Bayern Feiertag ist, hatten wir uns diesmal die km-mäßig etwas weitere Route über Prag – Nürnberg ausgesucht. Und das war eine gute Entscheidung. Mit Tankstop kurz vor der Grenze sowie einem kleinen Imbißstop bei Limburg schafften wir es sogar, dass wir um kurz vor 19 Uhr in Köln auf den Parkplatz fuhren und somit sogar noch pünktlich zum DEL Spiel der Kölner Haie gegen die Krefeld Pinguine ankamen. Daher wurde das Auto erst nach 23 Uhr zuhause ausgeladen, nachdem wir nach dem Spiel dann schlußendlich wirklich wieder zuhause waren...