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Teil 2 - Bratislava

 

Mittwoch, 22.5.

Das Hotel Maxim ist unser Domizil für die nächsten 2 Tage / NächteDas Hotel Maxim ist unser Domizil für die nächsten 2 Tage / NächteWieder einmal ein Umzugstag für uns. Ist aber nicht so schlimm, weil diese Unterkunft für länger doch nicht so toll war. Da hat das Motel eher mit dem eigenen Restaurant punkten können. Das Zimmer hatte einen schiefen Boden, sodass der Tisch und auch die Betten zu einer Seite hin abfielen. Aber immerhin hatten wir hier 2 Stühle, was ich sonst ja oft bei 2-Bett- oder Doppelzimmern reklamiere ;-) Eigentlich hatten wir uns für den Weg Zeit nehmen und den einen oder anderen Abstecher machen wollen, doch das Wetter ist alles andere als dazu einladend, und unterwegs wird aus dem anfänglichen Sprühregen doch teils sehr heftiger Regen. Außerdem könnten wir es auf direktem Wege schaffen, zuerst die Unterkunft aufzusuchen, ehe wir dann zur Halle fahren, um dort der Auslosung der CHL-Gruppen beizuwohnen. Wir finden – nach teils sehr nerviger Strecke mit vielen Schlaglöchern und Treckern, die einen Stau hinter sich herziehen, statt mal an einer Ausweichstelle die schnelleren Fahrzeuge vorbeizulassen – unser Hotel in Sväti Jur, einem Vorort von Bratislava, wo wir uns kurzfristig für das Viertelfinale eingemietet haben. Das Hotel hat auch ein eigenes Restaurant – schön bei dem Regen nicht mehr aus dem Haus zu müssen! - und wir freuen uns auf ein wieder größeres Zimmer mit 20 qm. Ist aber leider alles nicht so – das Restaurant hat – warum auch immer – nur zum Frühstück auf, und im Zimmer kann man die beiden Stühle nur zur Kleiderablage nutzen, denn der „Tisch“ ist ein Regalbrett gegenüber dem Bett-Fußende, und man hat zwischen beidem gerade den Platz, um hindurchzugehen. Einen Platz, wo man den Koffer hinlegen kann und öffnen, suchen wir vergebens.... Na, dann fahren wir jetzt zur Arena, hoffentlich gibt es am heutigen spielfreien Tag Parkplätze in der Nähe. Gab es natürlich nicht, und bis wir vom schließlich in einer Siedlung gefundenen bei der Halle ankamen sah zumindest eine von uns aus wie ein nasser Pudel.

Das ist er, der Pokal der Champions Hockey League (CHL)Das ist er, der Pokal der Champions Hockey League (CHL)Wir schauen uns ein wenig um, ehe es in den VIP-Bereich geht, wo in einem Nebenraum die Show stattfinden wird. Anschließend noch kurz mit Tray Tuomie gesprochen, der ja vor einigen Jahren einmal Co-Trainer bei der DEG gewesen ist und in der kommenden Saison die Augsburger Panther hauptamtlich übernimmt. Der AEV ist erstmalig bei der Champions Hockey League dabei und darf sich auf die Gegner Belfast Giants (Nord-Irland), Bili Tigri Liberec (Tschechien) sowie Luleå Hockey (Schweden) freuen. Als weitere Teams aus Deutschland dürfen sich Meister Adler Mannheim auf Djurgården Stockholm (Schweden), Vienna Capitals (Österreich) und GKS Tychy (Polen) sowie der EHC Red Bull München auf Titelverteidiger Färjestad Karlstad (Schweden), HC Ambri-Piotta (Schweiz) und HC05 Banska Bystrica (Slowakei) freuen. Anschließend lassen wir uns im Presseraum noch ein wenig über die für uns erlaubten Plätze informieren; ein Upgrade für Detlef (Foto) bekommen wir nicht. Zurück geht es durch den anhaltenden Regen, und die halbwegs getrockneten Klamotten und Schuhe werden ein weiteres Mal durchweicht – gut dass zumindest unsere Rücksäcke soweit dicht sind, dass die Ausrüstung trocken bleibt. Am Tesco / Zlaté Piesky, den wir noch von vor 8 Jahren kennen, checken wir die Parkplatz-Situation, könnten wir doch dann von dort aus morgen zur Halle fahren mit der Tram. Hier soll auch ein McD sein, doch diese Einfahrt ist nicht zu finden (freundlicher weise nur aus der anderen Richtung ausgeschildert). Genervt fahren wir zum Hotel zurück, bekommen gerade noch den letzten freien Parkplatz (mal schauen, wie das morgen gegen Mitternacht nach dem Abendspiel aussieht!), und ab geht’s erstmal unter die warme Dusche!

 

Donnerstag, 23.5.

Sväty JurSväty JurViertelfinale! Der Plan wurde umgestellt, und Deutschland hat doch das Abendspiel :-( Nach einem etwas mageren Frühstück fahren wir zunächst nach Österreich, um dort zu tanken und vor allem die Vignette für die Rückfahrt zu kaufen. Dann geht’s zurück zum Tesco, trinken dort einen schmackhafteren Automatenkaffee und nehmen ein Teilchen als zweites Frühstück zu uns. Ein Pizza-Teilchen ist auch im Sack, falls das hier im Presseraum angebotene Essen nicht unseren Geschmack trifft, oder bei unserem Glück gerade dann nicht verfügbar ist, wenn wir zwischen den beiden Spielen dafür anstehen. Das mit der Tram hat schon einmal geklappt, und im Presseraum belegen wir uns einen Platz. Dann schauen wir gleich mal RUS – USA und uns hinterher die Mixed-Zone an. Mal sehen, ob wir dort zu einem Interview nach dem Deutschlandspiel kommen; um 23:15 müssen wir die letzte Bahn nehmen...

Zunächst dominierten die Russen fast nach Belieben, hatten nur im Mittelabschnitt etwas Probleme. Der 3:4 Anschluss der US-Amerikaner in der Schlussphase kam zu spät. Doch bitterer war in Košice der Spieltag für die Schweizer: da führten die Schweizer bis zur Schlussminute mit 2:1, doch Kanada traf noch einmal – 0,3 Sekunden vor der Sirene, und der Ausgleich zählte. In der Overtime machte das Mutterland des Eishockey dann das Halbfinale klar. Ebenfalls in Košice traf Finnland auf Schweden. Auch hier ging es in die Overtime, in der Finnland mit 5:4 die Nase vorn hatte. In Bratislava musste Deutschland wie erwähnt abends gegen Tschechien spielen. Bis zur Spielmitte stand die Null auf beiden Seiten, auch wenn Tschechien zunächst mehr Spielanteile hatte. Ein Fehler des von mir „geliebten“ Draisaitl brachte dann die Tschechen in Front, doch Deutschland konnte zunächst noch ausgleichen. Die wenigen und über die ganze Halle verteilten Deutschen Fans mussten aber anschließend mit ansehen, dass erst Eisenschmid verletzt das Eis verlassen musste und anschließend der rote Faden völlig verloren ging. Am Ende stand ein 1:5 auf der Tafel, und für Deutschland ist das Turnier beendet. Wir brachten unsere Arbeit zuende, und dann schnell zur Straßenbahn. Unser Auto stand auch noch auf dem Parkplatz, der Rückweg ging dann auch flott, so dass wir noch vor Mitternacht im Hotel sind.

 

Freitag, 24.5.

Blick von der Aussichtsplattform des "Ufo" auf die Altstadt von BratislavaBlick von der Aussichtsplattform des "Ufo" auf die Altstadt von BratislavaUnd wieder heißt es umziehen. Mal schauen, ob wir dem Frühstück heute etwas mehr abgewinnen können. Das Zimmer müssen wir erst um 11 verlassen haben. Das mit dem Frühstück war dann okay, das Auto war schnell gepackt. Dann konnten wir uns bei schönem Sonnenschein noch ein wenig im Dorf umsehen – schmucker großer Marktplatz, aber das war's auch schon. Na, dann wollen wir mal zum Bastion-Hotel fahren. Wir fanden auch einen der drei Parkplätze vor dem Haus frei, obwohl der Restaurantbetrieb im Gange war, sagten kurz bescheid, dass wir dann zum Check In später wiederkämen. Zu Fuß machten wir uns auf, noch ein wenig von Bratislava anzugucken. Vor allem wollten wir zum Ufo und von dort den Blick auf die Stadt genießen. Haben wir, obwohl uns der Preis für den Lift doch erst die Sprache verschlagen hatte, von den Preisen dort oben im Restaurant mal ganz zu schweigen.

Wieder unten liefen wir am Donauufer entlang und fanden ein Restaurantschiff, nein noch besser: eine Pivovar auf dem Schiff, also Brauereigasthaus! Das ist dann unsers. Leider konnte man nicht draußen sitzen, aber so direkt neben dem Fenster bei etwas höherem Wasserstand der Donau konnte man allerlei Gestrüpp und auch ganze Bäume ziemlich schnell vorbeischwimmen sehen (und von "schöne blaue Donau" war auch nichts zu sehen!). Gestärkt mit einem Vorspeisen- oder Brotzeit-Brettl ging es wieder zurück über die Donau und zu unserer Unterkunft. Etwas überraschend ist der Gang neben der Küche, der zur Treppe zu den Zimmern führt – kaum mehr als schulterbreit... Oben verteilen sich 7 Zimmer um den kleinen Flur, unseres geht zu der Straße raus, wo unser Auto videoüberwacht parkt. Das Bett befindet sich auf einer Empore über dem Badezimmer, eine Klimaanlage gibt es auch.

Blick von der Schlaf-Galerie in unser ZimmerBlick von der Schlaf-Galerie in unser ZimmerAuf google maps habe ich eine weitere Brauerei gefunden, die finden wir auch tatsächlich anhand der Wegbeschreibung. Aber normal wäre man dran vorbeigelaufen. Dabei ist es hier richtig nett in der Starosloviensky Pivovar mit dem kleinen Biergarten im Innenhof! Und es gibt sogar Weißbier für Detlef!

 

Samstag, 25.5.

Das Frühstück im Hotel ist – bombastisch! Wir bekommen eine richtige Karte, aus der man sich das Frühstück aussuchen kann, das dann am Tisch serviert wird: von Müsli über englisch bis gebackenem Toast, von Käseplatte über verschiedene Rühreier oder Ommelette bis hin zum süßen Frühstück mit Crepes und Kompott! Und was für Portionen – das reicht wie ein Brunch bis weit in den Nachmittag!

in der Altstadtin der AltstadtDa die Spiele heute etwas eher losgehen, lassen wir uns Zeit mit dem Frühstück, packen dann gemütlich unsere Arbeitsmaterialien zusammen und wandern anschließend die ca. 20 Min. Zur Halle. Unterwegs sehen wir auch einen Subway, der könnte unser Abendessen zwischen den Spielen haben! Bei den Halbfinalen in der Halle überraschten starke Finnen die Russen, die bis dahin noch keinen Punkt abgegeben hatten. Finnland schoß ein Tor, ein einziges, und das war das Siegtor, durch das Russland die Chance auf die Goldmedaille verlor. Und dabei war es nicht einmal einer der Superstars oder bisher beim Turnier auffälligen Spieler gewesen; Marko Antilla, seines Zeichens Kapitän des Teams, fiel vor allem durch seine Größe auf, er hätte Dirk Nowitzki Konkurenz machen können, auch altersmäßig... Über das Eis stakste er eher, als dass er ein begnadeter Schlittschuhläufer wäre. Abends dann schien Tschechien alles Pulver im Spiel gegen Deutschland verschossen zu haben und ging mit f 1:5 gegen Kanada unter. In der Spielpause hatten wir es tatsächlich vor dem "Fußvolk" bis zum Subway geschafft, ehe es dort voll wurde. Auf dem Rückweg sahen wir eine Dönerbude direkt gegenüber der Halle – mit horrenden Preisen (Döner 8 Euro, das Bier vom Fass 6 Euro....): dann doch lieber ein paar Meter weiter laufen und ein Sub zum Normalpreis bekommen, der ein klein wenig unter den Preisen bei uns liegt!

 

Sonntag, 26.5.

"Man at Work""Man at Work"Finaltag! Zunächst aber wollen wir nochmals in die Altstadt und nach den Bronzefiguren sehen, an denen wir am Freitag wohl blind vorbeigelaufen waren. In einem großen Souvenirladen finden wir noch nette T-Shirts. Dummerweise sehe ich mir noch andere Teile an, Keramiktassen und Becher.... Dumm, weil die, die ich dann anfasse, nur lose in der Verkaufsverpackung stechen (nicht wie eigentlich normal fest eingebaut in den Karton mit der halboffenen Sichtseite) – und prompt fallen die Tassen natürlich raus und zerspringen in 1000 Teile. Sofort ist eine Verkäuferin da, bringt den Karton an die Kasse "den müssen sie zahlen". Netterweise bietet mir die Kassiererin dann noch die zusammengefegten Scherben zum Mitnehmen an... Das war dann doch kein Schnäppchen mit den T-Shirts :-(

Der Pokal für den WeltmeisterDer Pokal für den WeltmeisterBeim Eishockey ist dann alles etwas uninteressant für uns, da Detlef hier in Bratislava keine Fotogenehmigung hat. Aber okay, genießen wir die Seltenheit, dass wir zusammen auf der Tribüne sitzen! Im kleinen Finale hatte Russland etwas Mühe mit den Tschechen, die sogar kurzfristig geführt hatten. Am Ende ging es ins Penaltyschießen, in dem die Tschechen allesamt scheiterten, währen zwei Russen ihren Versuch unterbringen konnten. So bekam Russland die Bronzemedaille, während Tschechien leer ausging. Wieder schnell zum Subway, wieder Glück gehabt und schnell bedient worden. Und schließlich das Finale zwischen Kanada und Finnland. Nach Führung Kanadas konnte erneut dieser Antilla das Spiel ausgleichen, wenig später gar einen zweiten Treffer nachlegen und so das Spiel drehen.

Goldregen für die Goldjungs aus Finnland!Goldregen für die Goldjungs aus Finnland!Am Ende hielt ein sehr junger Goalie der Finnen aus der AHL, Amerikas zweiter Liga, gegen die top-besetzten Kanadier die Führung fest, und Finnland gewann mit 3:1 das Spiel und damit die Goldmedaille – wie bereits 2011 an selber Stelle! Wir beendeten schnell unsere Arbeit im Presseraum und bekamen noch einen Bus, der uns zwei Stationen näher zur Unterkunft brachte.

 

 

Montag, 27.5.

Heute hieß es früh(er) aufstehen, denn die Abreise steht bevor. Eigentlich haben wir noch gar keinen Hunger, vor allem nicht auf ein üppiges Frühstück. Wir bestellen einfaches Rührei und eine Wurstplatte. Der größte Teil selbiger wandert dann auf Schnitten und die zwei komischen Brötchenstangen und werden für unterwegs mitgenommen. Danach die restlichen Sachen in den Koffer schmeißen und das Gepäck die Treppe runter und durch den schmalen Gang zum Auto bringen, und gegen halb neun starten wir den Heimweg.

Tschüß Slowakei, tschüß ÖsterreichTschüß Slowakei, tschüß ÖsterreichDummerweise verpasse ich auf der Autobahn in der Baustelle den Abzweig nach Wien und wundere mich, dass nur noch Ungarn auf dem Schild steht (Detlef hatte derweil nach einem österreichischen Radiosender gesucht). Und natürlich muss auch hier Maut gezahlt werden (und die ist teurer als Österreich oder für die Slowakei), denn es gibt natürlich selbst für einen kleinen Verfahrer nur die Vignette für 10 Tage... Und da hier alles Baustelle ist, zieht sich dieser kleine Umweg doch geraume Zeit hin und kostet uns noch etwa eine Dreiviertelstunde. Danach aber kommen wir eigentlich recht gut voran, vor allem wenn man bedenkt, dass wir ja Montag, einen ganz normalen Arbeitstag und LKW-Verkehr haben! Um Frankfurt sind wir wohl bereits nach dem abendlichen Berufsverkehr, auch Köln umfahren wir staufrei, so sind wir nach knapp 1100 km gegen 19:30 Uhr zuhause.