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2017 IIHF Worldchampionship Div. II Gr. A – Galati / Rumänien

 

Tja, das ist das komische an den unterklassigen WMs – kaum haben sie angefangen, sind sie auch schon wieder fertig, kommt einem zumindest so vor, denn eine Woche vergeht wie im Fluge! Vor allem uns ging es so, da wir diesmal erst zum dritten Spieltag angereist waren.

Dienstags früh ging es los, und obwohl der Online-Checkin vorher nicht geklappt hatte – weil Eurowings hier auf einmal für die Reise in ein EU-Land einen Reisepass verlangte! - war es dann am Düsseldorfer Flughafen kein Problem. Da alle Bahnen auf der Fahrt pünktlich waren, hatten wir jetzt natürlich etwas Zeit, aber besser als mit der letztmöglichen S-Bahn anzukommen und dann durch die Sicherheitskontrolle und bis ans Ende des Terminals zum Gate zu hetzen, sag ich mir immer. Die Cola am Automaten ist etwas preiswerter als an Bord. Mit dem Bus geht es zum Flieger auf dem Feld; vorher aber musste noch zwei Male der Perso gezückt werden: Rumänien ist zwar in der EU, gehört aber nicht zum Schengenraum! Der Flieger war halb leer, nur unser Handgepäck musste (ohne eine Erklärung) in die Overheadcompartments gepackt werden. Da wir schon angeschnallt waren, hat die Stewardess den Fotorucksack hochgepackt – und natürlich auf den Kopf gedreht! Naja, hab ich die ein wenig angeblafft ;-) Leider saßen wir auf den Tragflächen am Notausgang, sodass die Aussicht am Fensterplatz nur bedingt gut war. Aber schlafen geht natürlich auch, oder ein Buch lesen.unser Zimmer in Bucurestiunser Zimmer in Bucuresti

Mit einer kleinen Verspätung landeten wir in Bucuresti, fanden auch bald den Schalter von Hertz, wo wir den Mietwagen gebucht hatten. Das war das erste Mal, aber es war eigentlich ganz einfach. Außer dass ich Verständnisprobleme hatte, weil ich auf dem linken Ohr nach der Landung nur durch Watte hörte (wie meistens nach nem Flug). Vor dem Terminal holte uns ein Wagen von Hertz ab, um uns zum Parkplatz zu unserem Leiwagen zu fahren. Befremdlich, dass der Fahrer nach Einladen der Koffer und Passagiere (es war ein weiterer Fahrgast an Bord) die Türen verriegelte! Ruckzuck waren wir am Parkplatz, schnell den Bogen ausgefüllt mit lauter Punkten, wo unser Wagen kleine Steinschlag-Lackschäden hatte, und dann ging es im kleinen Suzuki los in die Stadt. Bukarest ist eine ziemlich normale Großstadt – also hatten wir viel Verkehr, breite Straßen, Ampeln, komische mehrspurige Kreisverkehre, aber wir fanden (google map sei Dank) problemlos unsere Unterkunft für die erste Nacht. Das Haus macht einen netten Eindruck, das Zimmer ist klein aber sehr schön mit seinem Himmelbett. Vom Wirt bekommen wir neben der Flasche Wasser, die bereitsteht, noch eine Flasche Sekt (deutschen, hahaha) zur Begrüßung....

Blick Richtung ParlamentspalastBlick Richtung ParlamentspalastNachdem unser ganzes Gepäck auf dem Zimmer ist (hier läßt man ja besser gar nichts im Wagen), machen wir uns zu Fuß auf in die Altstadt. Leider hat der Parlamentspalast – der vom Ceausescu mit dem vielen Goldprunk und mehr als 1200 Zimmern – keine Besuchszeit mehr, bis wir dort in der Nähe sind, sodass wir dieses monumentale Gebäude auch nur von ferne sehen. Wir fanden die eine oder andere nette Kirche und auch sonst ganz nette Fotomotive und – natürlich ganz wichtig, schließlich ging es bereits auf den Abend zu – eine nette Kneipe oder besser gesagt ein großes Bierlokal für ein geplegtes Gersten- oder auch Weizengetränk und einem Abendmahl in einem sehr netten Gebäude – das ganze bei sehr moderaten Preisen.

Für Nachtaufnahmen war die Umgebung noch zu hell, als wir den Rückweg zur Unterkunft antraten, aber es reichte uns dann doch, und wir schliefen sehr gut diese Nacht (auch wenn es die erste Nacht in einem neuen bzw. fremden Bett war).

 

Mittwoch, 5.4.

Für 9 Uhr war das Frühstück geplant – netter kleines „Wohnzimmer“ in dieser Pension mit 5 Zimmern, der Besitzer erklärte schnell, was auf dem Buffet zu finden war, und wir ließen es uns schmecken. Gemütlich packten wir anschließend zusammen und machten uns auf den Weg aus der Stadt heraus und in die knapp 250 km entfernte Stadt Galati. Zunächst wieder Stadtverkehr, wir fanden ab und zu auch ein Schild mit dem Hinweis auf die Autobahn nach Constantia und schließlich auch die Autobahn. Kaum hatten wir den Stadtbezirk verlassen, war die Straße in 1A-Zustand und so gut wie kein Verkehr mehr! Ja, so ließ es sich gut fahren – vielleicht 100 km. Da verließen wir die Autobahn und mussten der Landstraße bis zu unserem Ziel folgen – von unseren belgischen Freunden hatte ich gehört, dass der Bus für die Strecke vom Flughafen bis zum Hotel gute 4 Stunden gebraucht hatte! Nach dem nächsten größeren Ort zog sich die Landstraße fast schnurgerade km um km. Detlef kam dann mit dem Hinweis, dass er gerade vorher gehört hatte, dass die Wahrscheinlichkeit, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu sein, in Rumänien europaweit am größten sei, wofür auf dieser Straße auch die zahlreichen Kreuze und Gedenksteine sprachen (ich habe auf einer Strecke von ca. 120 km wohl an die 60 gezählt!) - und als wir die teilweise haarsträubenden Überholmanöver sahen, wußten wir warum.... Egal.

Die Hauptkirche in BrailaDie Hauptkirche in BrailaIrgendwann kamen wir durch Braila, machten kurz Halt an der schönen großen Kirche im Ort (also Detlef ging zurück, machte Fotos, während ich das Auto bewachte) und freuten uns darauf, es fast geschafft zu haben. Dass dies quasi die letzte schöne Kirche war, hatten wir da noch nicht auf dem Schirm.

Nun, knapp 20 km später waren wir in Galati und haben direkt mal die Eishalle besucht. Auf dem Parkplatz stand ein besetzter Streifenwagen, so haben wir recht unbesorgt unseren voll bepackten Mietwagen daneben gestellt und uns die Halle angeschaut. Es war zwar niemand zu finden, der uns bereits unsere Arbeitskarten aushändigen konnte, aber wir bekamen den ersten Eindruck von der Halle und sahen ein wenig beim Training der Serben zu. Auch einen Teil der Mannschaftskabinen konnten wir bereits ausmachen. Und nebenan ist direkt ein größeres Einkaufszentrum! Gegen 15 Uhr waren wir dann auch mal an unserem Hotel – sehr schön direkt an der Donau gelegen! Wie erwartet gab es nur einen ziemlich kleinen Hotelparkplatz, aber an der Promenade jede Menge freie und kostenlose Parkplätze. Beim Checkin wurde ich gefragt, ob wir ein Kingsizebett oder lieber 2 Betten wollten. Nun, wenn das große Bett 2 Bettdecken hat, ist das natürlich gerne genommen. Wir bekamen ein Zimmer im 10. OG und am Ende des Ganges (es sind nur 9 Zimmer auf dem Flur hier) – großes Bett, aber nur eine Decke.... Aber das Zimmer ist RIESIG! Allerdings kann man die Donau nur irgendwo im Hintergrund erahnen, was aber gut so ist, denn direkter Donaublick hieße Zimmer Richtung Uferstrasse, und die ist zweispurig, könnte also etwas lauter sein.

Die Eishalle (Patinoarul) von außenDie Eishalle (Patinoarul) von außenNachdem wir uns etwas eingreichtet haben, fahren wir wieder runter, und ich gebe an der Rezeption bescheid, dass wir doch nur eine Decke haben. Danach schauen wir uns das Donauufer an: es gibt hier unten einen großen Spielplatz, einige Schiffe liegen festgetäut und auch das eine oder andere Restaurantschiff. Sieht richtig nett aus hier! Und das Faleza ist auch nur einen Steinwurf entfernt (das Vega, also unser Hotel, war als Mannschaftshotel ausgewiesen. Hier ist das Belgische Team untergebracht, während Serbien und Island im benachbarten Schwesterhotel Faleza by Vega wohnen und nur zu den Hauptmahlzeiten unseren Speisesaal nutzen). Als wir nach unserem ersten Erkundungsgang ins Zimmer zurückkehren, haben wir eine zweite Decke. Wir beschließen, die ersten Fotos und Eindrücke in der Hotelbar beim Abendessen zu verarbeiten. Später treffen wir hier auf die Trainer und Betreuer der Belgier mit einem ersten „Hallo“.

 

Donnerstag, 6.4.

Heute also ist unser erster Spieltag, für die teilnehmenden Mannschaften bereits der dritte Turniertag. Nach einem gemütlichen Frühstück (und der Begrüßung mehrerer Freunde aus dem belgischen Team) machen wir uns mal kurz vor Mittag auf den Weg zur Halle; wir haben beschlossen mit dem Auto zu fahren und parken auf dem großen Parkplatz des Einkaufszentrums. In dem Einkaufszentrum hab ich dann mal eben nach Schuhen geguckt (Deichmann hahaha), eine Ecke mit Freßbuden gab es auch, und im Supermarkt Carrefour einen kleinen Vorrat an „Gute Nacht Bierchen“ erstanden, den wir ja im Kofferraum lassen konnten. Dann ging es in die Halle – kein Problem mit dem Presseausweis.

siegreiche Australier bei der Hymnesiegreiche Australier bei der HymneErst kam die Flagge ans Geländer (Belgien hatte das Mittagsspiel), dann suchten wir uns die Stelle, die die Akkreditierung ausgab – erfolgreich! Na, dann konnte es ja auch für uns losgehen! Belgien spielte aber schlecht, die Defense war ein Hühnerhaufen, und auch vorne klappte kaum etwas. So stand am Ende die 2. Niederlage im 3. Spiel an der Tafel – Serbien gewann haushoch mit 9:2! Im zweiten Spiel das Tages besiegte Aufsteiger Australien die Spanier mit 5:3. Nachdem wir die erste Pause zwischen den Spielen für eine kleine Fotobearbeitung genutzt hatten, gingen wir mit Sack und Pack in der zweiten Spielpause ins Einkaufszentrum, um etwas zu essen. Pünktlich zum Abendspiel waren wir wieder zurück, das da hieß Rumänien – Island.

Dennis Hedström (blaues Trikot) hielt seinen Kasten gegen Rumänien sauberDennis Hedström (blaues Trikot) hielt seinen Kasten gegen Rumänien sauberZwar hatten wir auf die Abendspiele (und die Rumänen) so gar keine Lust, aber das Spiel war mega-spannend, sodass wir die isländische Sensation bis zum Ende verfolgten: Island schlug den Favoriten mit 2:0! Da hatte dann aber auch alles gestimmt, der Puck fiel zu einem günstigen Zeitpunkt mal ins Tor, und hinten machte Island alles dicht. Goalie Dennis Hedström hatte einen Sahnetag, und seine Vorderleute hielten ihm auch noch manchen Schuß und Rebound aus dem Gefahrenbereich. Ein zweites Ding fiel auch noch rein, und am Ende konnte sich Dennis über einen Shut out freuen. Trotz der Niederlage feierten ihn die hauptsächlich rumänischen Zuschauer, und er musste noch für viele Fotos auf dem Eis verbleiben.

 

Freitag, 7.4.

Wieder ging es nach gemütlichem Frühstück mittags zur Halle raus. Die erste Begegnung vor wenig Publikum lautete Serbien gegen Spanien. Die Serben taten sich schwer, da ging Spanien (im Vorjahr bei der Heim-WM Silbermadaillengewinner) 3:0 und 4:1 in Führung, ehe Serbien endlich in der 56. Minute den Ausgleich erzielten. In der Overtime allerdings war Spanien die glücklichere Mannschaft. gut gerüstet für das Spiel Island gegen Belgiengut gerüstet für das Spiel Island gegen BelgienNachmittags dann „meine“ beiden Teams: Island gegen Belgien! So war natürlich vorprogrammiert, dass „mein“ Team gewinnt an meinem Geburtstag... Kurz vor Spielbeginn, nachdem ich beide Flaggen aufgehängt hatte, kamen auch noch die Indianer an: Checker Uli und der Andy aus Hannover! Großes Hallo. Im Spiel hatte Belgien endlich seine Form(ation) gefunden, und die Reihe mit den beiden Morgans und dem „kleinen“ Pelle tauchten ständig vor Hedström im Kasten der Isländer auf, konnte ihn ein ums andere mal überwinden. Doch Island gab nicht auf, kam zur Spielmitte auf ein 3:3 heran, auf das Belgien allerdings die postwendende Antwort hatte und anschließend nochmals nachlegte. So ging das Spiel für die einen mit 9:3 sehr erfolgreich, für die anderen mit einer großen Ernüchterung (nach dem tollen Sieg vom Vortag!) zuende. Mit Dennis hatte ich vorher schon das Interview verabredet (unser Redakteur wollte ja „nicht schon wieder die Belgier“ haben...), und ganz Profi kam er trotz der Niederlage wenig später recht gelassen aus der Kabine und unterhielt sich mit uns. Das Abendspiel der Rumänen gegen Australien schenkten wir uns dann und schauten nur noch den Livestream am Rechner in der Hotelbar an. Der Vorteil des ebenfalls hier untergebrachten belgischen Teams zeigte sich darin, dass wir dem Mannschaftsführer schnell die Fotos vom Spiel geben konnten, denn wir trafen sie wieder in der Bar an. Wir waren aber nicht die einzigen Gäste hier, denn es wohnen offenbar auch einige Mitarbeiter der großen Industrieanlagen hier. Da die eine Gruppe aus dem Württembergischen war, hat man (leider) mitbekommen, was für einen Blödsinn die teilweise verzapft haben:

#1: Kannst auch McDonalds essen gehen

#2: McDonalds gibt’s hier auch?!? Wo denn?

#1: Wie fährst du denn zum Werk? Durch die Stadt oder am Ufer lang?

#2: mit Navi

#1: du kommst doch am komischen Kreisverkehr vorbei

#2: hier ist jeder Kreisverkehr komisch

#1: ich zeig dir das mal, wie du viel besser hinkommst, fahr mir morgen einfach mal nach. Aber lass den Navi an, beim Kreisverkehr verlieren wir uns vielleicht.

#2: Ja, ich lass den Navi immer an

 

und etwas später, als sie auf dem Kneipen-TV die Übertragung sehen:

#1: Das ist die Vorentscheidung zur Weltmeisterschaft - ne, oder Europameisterschaft (es lief Rumänien gegen Australien im TV)

#2: hier in Galati? Die haben doch gar keine Eishalle

#1 (dann zu unserm Tisch gewandt): Haben Sie was mit Eishockey zu tun?

Ich: Ja

#1: Dann sind das Ihre Mannschaften (klar, alles meine)? Aber die spielen nicht in Galati?

Ich: Doch

#2: Gibt das hier eine Eishalle?

Ich: Ja

#1: Wo ist die denn?

Ich: Im Norden der Stadt.

#1:Also nicht hier am Sportzentrum?

Ich: Nein.

Naja, immerhin konnten wir danach dann das Spiel weitergucken...

 

Samstag, 8.4.

Blick von unserem Hotelflur zum FalezaBlick von unserem Hotelflur zum FalezaHeute war zweiter Day Off am Turnier. Leider war das Wetter nicht so berauschend, aber wir machten uns doch zu Fuß au den Weg, um hier irgendetwas Nettes zu finden. Um es kurz zu machen, wir fanden – nichts. Naja, wenigstens die Post (die dann bereits geschlossen hatte, sodass wir die bereits geschriebenen Ansichtskarten aus Bukarest von zuhause aus losschickten) sowie einen Friseur, der mir meine vom starken Wind arg verwehte „Frisur“ in ordentliche Fransen schnitt – Geld bin ich auch dafür eigentlich nicht losgeworden. Wir fanden noch einen kleinen Markt, den Hinweis zum Botanischen Garten, das Apartmenthaus, wo ich die allererste Idee hatte zu buchen, sind dann aber bald wieder ins Hotel zurückgekehrt, es war einfach zu ungemütlich!

unser Hotel vom Donau-Ufer ausunser Hotel vom Donau-Ufer ausIn unserer Bar war es auch nicht wirklich gemütlich, so sind wir abends ins Nachbarhotel gegangen, nachdem wir noch ein wenig die Fotoausbeute bearbeitet und mit dem Kofferpacken angefangen hatten. Natürlich bin ich auch neugierig, wo denn nun Island und Serbien untergekommen ist... Nun, bis ins Hotel kommen wir gar nicht, weil wir bereits in der Bar „Union Jack“ hängen bleiben. Üppige Speisekarte hier, dass man sich gar nicht entscheiden kann! Und mehrere Biersorten, auch vom Fass, die Maß heißt hier Elephant... Hinter der Säule sitzen ein paar Spieler von Island, und als die das Lokal verlassen, kommt Breki eben vorbei, um mal persönlich ein paar Worte zu wechseln; auch Wehebe aus Australien sehen wir mit einer anderen Gruppe am anderen Ende der Bar. Später werden wir gebeten, in 1 Sdt den Tisch zu räumen, weil dann die Hälfte des Lokals reserviert sei. Unsere belgischen Freunde kommen auch noch, aber die haben einen Tisch in der nicht reservierten Hälfte. Naja, wir sind jetzt auch satt und haben eigentlich genug, sodass wir uns dann zurückziehen, ehe der Jungesellenabschied hier vollends Einzug hält.

 

Sonntag, 9.4.

Letzter Spieltag – es ist für die meisten Teams noch (fast) alles drin! Auf dem Weg zur Halle halten wir noch am großen Stadtfriedhof – davon brauche ich noch den einen oder anderen Eindruck, aber hier ist natürlich heute viel los, da bleibt es dann bei einem flüchtigen Blick durch das Tor. Die Tankstelle wurde auch noch besucht, dass wir morgen genug im Tank haben für die Rückfahrt zum Flughafen. Das Einkaufszentrum ist geöffnet, aber wir finden trotzdem auf dem Parkplatz unser Plätzchen und begeben uns ein letztes Mal in die Halle. Im ersten Spiel bekommt Belgien gegen Aufsteiger Australien kein Bein auf die Erde und bleibt vor dem gegnerischen Tor viel zu harmlos. Am Ende heißt es 3:0 für Australien, und damit zumindest Silber – wenn nicht Rumänien ausgerechnet gegen den Tabellenletzten Spanien noch loost. Auf dem Eis, als hier noch gefeiert wird, können wir mit Wehebe Darge sprechen, dem Australier, der seit einigen Jahren schon das komplette Jahr Eishockey spielt – im Winter in Nordamerika oder Europa, in unserem Sommer dann in Australien. Allerdings waren wir jetzt wegen seinem Namen unsicher, denn auch wenn er als Wehebe Darge geführt wird, muss das ja nicht immer korrekt sein: auf seinem Trikot stand nämlich „Wehebe“. Darauf angesprochen meinte er aber „ich weiß auch nicht, was da mit meinem Trikot passiert ist...“

Serbiens Nemanja Vucurevic steuert 3 Treffer bei
Serbiens Nemanja Vucurevic steuert 3 Treffer bei Anschließend kämpften Serbien und Island um die Platzierung. Und hier passierte Islands Goalie einer der Alpträume eines jeden Goalies: er kam weit raus – und stach neben die Scheibe, sodass der Angreifer immer noch den Puck und auch noch das leere Tor vor sich hatte! Das läutete dann irgendwie den Untergang Islands ein, denn auch sie vermochten vorne nichts auszurichten. Somit ging auch das zweite Spiel des Tages „zu Null“ aus; für Serbien bedeutete der Sieg Bronze. Vor dem Abendspiel gab es ein kurzes Abendessen im Einkaufszentrum, dann suchten wir uns in der vollbesetzten Halle ein Plätzchen für das letzte Spiel Rumänien gegen Spanien. Auch hier war Spanien zunehmend überfordert und kassierte eine 0:6 Niederlage; der Abstieg war allerdings bereits vorher besiegelt.

And the winner is
RumänienAnd the winner is RumänienRumänien blieb Tabellenführer und steigt wieder auf, Australien durfte sich über Silber freuen, und Serbien kam in bequemer Reisekleidung, um die Bronzemedaille in Empfang zu nehmen. Sie waren mit dem eigenen Bus hier und sollten direkt nach der Siegerehrung die Heimreise antreten (15 Stunden lagen vor ihnen, wir mir Nemanja zum Abschied erklärte!). Für uns ging es dann auch zügig zum Hotel zurück, schnell ein kleiner Bericht erstellt mit dem Siegerfoto und ein letztes Mal schlafen.

 

Montag, 10.4.

Früh ging der Wecker, damit wir noch in Ruhe frühstücken können; Appetit hatten wir aber nicht besonders. Pünktlich um 7:30 Uhr starteten wir unsere Rückreise. Das Auto hatten wir auf dem Hotelparkplatz stehen – erstaumlich, dass abends hier etwas frei gewesen ist! - so brauchten wir nicht mehrfach die Starße zu überqueren. Die Ortsumfahrung der Nachbarstadt Braila lief komisch, und irgendwie musste man dann doch noch durch den Ort. Danach aber lief es wieder gut, bis es irgendwann einen unerklärlichen Stau gab auf dieser schnurgeraden Strasse! Es kam auch nichts mehr entgegen, na herrlich! Natürlich mussten dann von hinten immer mal wieder Autos ausscheren und an der Kolonne vorbeiziehen. Nach einiger Zeit kamen wir dann schließlich zum Grund des Staus, ein Bahnübergang, der nicht wirklich funktionierte! Da standen wir dann wirklich recht dicht vor der Schranke, 6 Mann standen drumherum, schoben Barken, senkten und hoben den Schrankenbaum per Kurbel, drückten ein paar Knöpfe und verschwanden wieder im Häuschen. Nach einer Ewigkeit kam eine Lok angeschlichen und überquerte diese Strasse. Die Leute kamen wieder aus dem Häuschen, drückten Knöpfe, aber die Schranke bewegte sich nicht. Nachdem die Männer wieder im Häuschen verschwunden waren, tauchte irgendwann am Horizont ein Zug auf. Nach einer weiteren Ewigkeit zuckelte der dann auch hier vorbei, und endlich kam Bewegung in die Sache, der Bahnübergang wurde freigegeben!

Grenzstein und Leitpfosten in einemGrenzstein und Leitpfosten in einemNach gut 120 km erreichten wir die Autobahn, da ging es dann wesentlich zügiger voran. Dichter wurde es dann wieder auf dem Außenring um Bukarest, was aber „eingeplant“ war. Und eigentlich lagen wir noch ganz gut in der Zeit. Wenn wir dann nicht den falschen Abzweig von diesem Ring erwischt hätten, denn Hinweise zum Flughafen waren hier Fehlanzeige! So aber waren wir auf die Autobahn geraten, und auch hier dauerte es, bis die nächste Abfahrt kam (und natürlich kein Schild Flughafen) – aber auch keine Auffahrt in Gegenrichtung, na sauber! Also nach Sonnenstand gefahren, durch das nächste Dorf, das sich scheinbar endlos zog, ohne dass es einen Abzweig oder Hinweis auf Flughafen oder zumindest die Hauptstadt gegeben hätte. Wir sahen schon den Flieger ohen uns starten... Dann aber kam doch noch die Hauptstrasse, auf die wir eigentlich gewollt hatten, und kurz darauf waren wir am Flughafen. Jetzt aber hatte sich zumindest die Frage erledigt, ob wir den Wagen vollgetankt zurückgeben! Als wir an der Autovermietung aus dem Wagen stiegen, zeigte die Uhr 11:55 Uhr: wir waren also doch noch so gerade eben zur angepeilten Zeit dort! Die Übergabe ging dann auch zügig vonstatten, und wir wurden wieder den kurzen Weg zum Terminal gefahren; Kaution? „geht automatisch“ - da bin ich aber mal gespannt!

Unser Flug kommt auch kurz darauf auf die Anzeigetafel, 10 Min. vor uns soll der Flieger nach Amsterdam gehen, mit dem die Isländer gen Heimat fliegen (teils mit 6 Std. Umstiegszeit, das fänden wir ja nicht so gut). Natürlich müssen wir in der anderen Halle einchecken, während man den einen oder anderen Spieler noch hier in der Schlange stehen sieht. Nochmals ein kurzes „ciao und guten Flug“, dann ist die WM wirklich zuende! Am Schalter stellen wir fest, dass der Koffer 200g zu schwer ist. Macht aber nichts. Dann wollen wir uns noch ein wenig umschauen, ehe wir durch die Sicherheitskontolle gehen, aber – oh Schreck – eine ewig lange Schlange steht vor der Kontrolle, dann stellen wir uns wohl auch mal hinten an (es fehlte nur das Schild „ab hier noch 30 Min“). Naja, irgendwann waren wir durch, und als wir an unserem Gate angekommen waren, das sich am äußersten Ende befand, hatten wir nur noch knappe 30 Minuten Wartezeit. Zum Geldausgeben blieb daher auch keine Zeit mehr, und ich hatte am Ende noch 340 Lei übrig (ca. 75€), aber die kann mir ja mein rumänischer Kollege eintauschen, der über Ostern zur Oma fährt! Dann ging es wieder zum Bus und damit zum Flieger. Dieser war wieder nur gut halb voll, aber wir saßen auf einem besseren Platz als auf dem Hinflug, wenn auch nicht mit soviel Beinfreiheit. Aber hier wurde wenigstens erzählt, dass die Plätze an den Notausgängen alles Handgepäck nach oben packen müssen (s. Hinflug)! Doch damit hatten wir ja nichts zu tun, weil wir ziemlich hinten saßen.

Der Flug war wieder ohne besondere Vorkommnisse, hinter Wien machte Detlef die Augen zu, um dann pünktlich über dem Ruhrgebiet wieder aufzuwachen, während ich das nächste Drittel meines Buches las...

 

Fotos gibt es natürlich auch noch: