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2016 U20 WM 1A in Wien – 13.-19.12.2015

Da wollten wir also mal wieder zu einer U20 WM, und da unser deutsches Team im Vorjahr abgestiegen ist, lautete unser Ziel vor Weihnachten Division 1 Gruppe A in Wien. Wir haben diesmal kein Ho(s)tel sondern eine Privatunterkunft gebucht – mal schauen, wie das wird! Schriftlich sind die Gastgeber zumindest schon mal sehr nett und hilfsbereit. Irgendwann haben wir dann den Flug gebucht, und am 12. ging es nachmittags los.

 

Flug prima, mit Öffis auch gut in unseren 22. Wiener Bezirk (Donaustadt) gekommen. Dort wurden wir von unseren Vermietern abgeholt – zu Recht, dann der ganze Komplex ist schon recht eigenartig ge- oder besser verbaut! Vorne zur Straße hin steht ein neuerer Wohnblock, sechsgeschossig mit vier Eingängen und „Stiegen“, und dahinter kleine Reihenhäuschen dicht an dicht. Allerdings muss man durch eines der Häuser, um überhaupt auf das Gelände der Reihenhäuser zu kommen, ist von daher aber sehr ruhig im Reihenhaus. Wir haben ein sehr großes Wohn-Schlafzimmer und einen eigenen Kühlschrank, was will man mehr. Die Katzen sind ein wenig scheu. Klamotten in den Schrank geräumt, kurz den Internet-Zugang getestet, dann fielen wir kaputt ins Bett.

 

Die Albert Schultz Halle
Die Albert Schultz Halle Sonntag – 1. Turniertag

Irgendwie haben wir beide nicht so wirklich gut geschlafen – haben wir doch hier nur ein Bett mit einer durchgehenden Matratze und nur 1,40 m Breite. Außerdem lassen sich die Fenster nicht wirklich verdunkeln; dass der Nachbar von Gegenüber sowieso reingucken kann, ist ja nicht so schlimm bei unseren Zeiten, die wir in der Unterkunft sind. Um halb 10 dann mal aufgestanden (wir haben schließlich Urlaub!), haben uns ein kleines Frühstück gemacht, dann ging es eigentlich auch schon los zur Halle. Lt. Akkreditierungsbestätigung sollten wir ab 12 Uhr unsere Pässe abholen können, das erste Spiel sollte um 13 Uhr beginnen. Da haben wir uns mal rechtzeitig auf den Weg gemacht, 15-20 Min. laufen wir zur Halle, sodass wir etwas früher an der Albert Schultz Halle sind, wir sehen sogar noch ein paar unserer Spieler vor der Halle beim Fußball. Na, dann wollen wir mal schauen, wo denn unser Eingang ist. Neben der großen Freitreppe ist unten ein weiterer Eingang, auf dem „Media / Teams“ steht. Na, dann probieren wir es mal hier. Nein, der nette Ordner schickt uns wieder weg: hier kommt man nur rein, wenn man die Akkreditierung schon um den Hals hängen hat. Abzuholen wären die wohl doch oben am Haupteingang. Wir wieder die Freitreppe hoch, wo inzwischen bereits einige Leute stehen, die auch zum Spiel wollen. Die Kassen können wir sehen... Es wird 12 Uhr, es wird 12:10 Uhr, Türen sind noch immer geschlossen. Drinnen werden schon die Mannschaftskader verlesen – für wen auch immer. Rechts kommen drei Mädels mit Kartons unter dem Arm die Freitreppe rauf – also wenn das keine Medaillen sind, bringen die gerade die Akkreditierungen! Die Mädels werden eingelassen, und wenig später öffnen sich auch die Türen für das gemeine Volk. Links ist eine Kasse, an der „Abholung“ steht. Ich spreche dort vor, doch es steht dort nur die Putzfrau, die der Meinung ist, „die Kasse hier ist erst heute Abend besetzt, dann ist hier nämlich Länderspiel“ - ah, gut zu wissen! Dann stelle ich mich mal an der anderen (einzig besetzten) Kasse an – nur um zu erfahren, dass das Mädel auch keine Ahnung hatte und uns wieder an den Medien-Eingang verwies..... Während sie aber im Hintergrund noch jemanden fragen wollte, lief dieser Jemand mit den Damen mit den Kartons von vorhin vorbei und zur Abholkasse! Na also, geht doch! Danach ging alles sehr schnell, und wir können jetzt wirklich unten den Media-Eingang benutzen und die Halle erstmalig betreten, wo sich bereits die Spieler auf dem Eis warmmachen.

Blick von den PresseplätzenBlick von den PresseplätzenWir hatten schon Hinweisschilder zum „Ice-Level“ und zur „Mixed-Zone“ gefunden, immerhin etwas, halbe Miete quasi. Auf dem Weg durch den Umlauf suchen wir jetzt aber auch noch Hinweise zum Presseraum und den entsprechenden Arbeitsplätzen. Einmal drehe ich mich um, um dann eine geöffnete Tür mit einem Ordner davor zu entdecken. Beim näheren Hinsehen stand dann auch etwas von „Presse“ drauf – allerdings innen im Flur.... Mit dem Fahrstuhl geht es ins 4. OG, dort ist ein sehr kleiner Raum, in welchem es die Mannschaftsaufstellungen gibt sowie einen Zugang zur Pressetribüne. Zum Glück kommt Detlef mit dem Aufzug auch wieder bis auf Ice-Level, um zu fotografieren – das alles dreimal pro Spiel bei drei Spielen am Tag wäre wohl zu Fuß schon heftig!

Team Germany muss hart arbeiten für jeden Treffer - auch gegen Aufsteiger KasachstanTeam Germany muss hart arbeiten für jeden Treffer - auch gegen Aufsteiger KasachstanDas Spiel ging los, Deutschland tat sich schwer und konnte am Ende ein knappes 3:2 gegen Kasachstan, den Aufsteiger nach Hause bringen. Italien bekam von Norwegen einen eingeschenkt beim 1:10. Abends spielte noch Österreich gegen Lettland (Österreich als Gastgeber der WM hat immer die Abendspiele gepachtet), was auch wegen der ähnlichen Trikots spannend war. Lettland als Aufstiegsaspirant gab sich aber keine Blöße und nahm ein 6:2 mit. Das Spiel war allerdings schon nach 2 Dritten entschieden, und wir machten uns auf den Heimweg.

 

Montag – 2. Turniertag

Heute haben wir besser geschlafen, denn wir haben uns aufgeteilt – das Sofa ist auch ein Bett! Besser so. Gegenüber der Wohnanlage ist ein Billa, dort morgens Brötchen geholt und gemütlich gefrühstückt. Dann sind wir etwas eher los, denn gegenüber des Eissportzentrums ist das „größte Einkaufszentrum Wiens“, das wollten wir uns natürlich auch einmal anschauen. Außerdem benötigten wir dringend Devisen und mussten einen Bankautomaten finden. Auch die heimischen Euros gingen bereits zur Neige! Also im Winter ist das Zentrum nichts – viel zu warm, wenn man da mit Winterjacke durchläuft! Und vor allem natürlich Label-Läden – nix für uns! Aber zumindest haben wir einen Geldautomaten gefunden. Dann lieber ganz schnell wieder raus und zur Halle rüber.

Lettland kam gegen Kasachstan fast ins SchleudernLettland kam gegen Kasachstan fast ins SchleudernNachdem sich Deutschland zum 2:1 Sieg über Italien gemüht hatte, kauften die Kasachen den Letten fast den Schneid ab. Wir gingen allerdings nach dem 2. Drittel wieder rüber ins „Overtime“ über der Trainingshalle, um mit etwas mehr Platz als im Pressebereich Fotos zu bearbeiten und ein wenig Warmes einzuwerfen. Dass die Letten das letzte Drittel dann mit 4:1 doch noch für sich hatten entscheiden können, überraschte uns schon ein wenig! Wie schon am Vortag waren wir pünktlich zu Spielbeginn des Abendspiels wieder an unseren Plätzen. Und hier erwartete uns eine kleine Sensation: Gastgeber Österreich schlug durch 2 Treffer im Schlussabschnitt Favorit Norwegen 4:3!

 

Dienstag – freier Tag

Ausschlafen? Nicht eingeplant, denn wir wollen ja bei Tageslicht ein wenig von der Stadt sehen.

Ein Glasmodell des "Steffl"Ein Glasmodell des "Steffl"Trotzdem kommen wir erst nach 11 Uhr los, aber draußen ist es sowieso bedeckt und grau, dass keine schönen Fotos zu erwarten sind. Mit der U-Bahn geht es zum Stephansplatz inmitten der Stadt. Außenaufnahmen lohnen sich nicht wirklich, aber drinnen geht ja. Also nacheinander in Stephansdom, Peterskirche und Michaelerkirche, wobei die Peterskirche zwar überladen aber doch am schönsten ist!

Während ich die Kirche gucke, hält Detlef die Pferde...Während ich die Kirche gucke, hält Detlef die Pferde...Mit der Michaelerkirche – am schlechtesten zu fotografieren – waren wir auch schon an der Hofburg. Weiter ging es zum Ring, über den kleinen Weihnachtsmarkt auf dem Maria Theresien Platz, am Parlament vorbei, bis wir schließlich im Rathauspark ankamen, wo der größte Weihnachtsmarkt aufgebaut ist. Und ein sehr schöner noch dazu! Bei all den Gerüchen bekamen wir Hunger, und nach der Überquerung der Ringstraße hinter dem Rathaus waren wir auf einmal im 8. Bezirk! Am Abend vorher hatte ich mir per „Tripadvisor“ ein paar Restaurants angeschaut und für uns eines in der Josefstadt, eben in direkter Nähe zum Rathaus ausgesucht. Wir fanden es auch auf Anhieb – aber leider mit ungünstigen Öffnungszeiten!

Der Weihnachtsmarkt vor dem RathausDer Weihnachtsmarkt vor dem RathausDa hätten wir also um 18 Uhr wiederkommen müssen – in 3 Stunden!

zumindest der Pingu hatte Spaß am Wetterzumindest der Pingu hatte Spaß am WetterWir wollten aber jetzt im Warmen sitzen! Wir hatten auf dem Weg einen Hinweis auf „Biergarten“ gesehen – sollten wir dort mal schauen? Haben wir nicht ganz geschafft, denn eine Ecke neben dem vorher ausgeguckten Laden fanden wir das „Centimeter“. Ein Blick auf Speisekarte und Öffnungszeiten: das ist unsers! Und wir haben es (fast) nicht bereut – einzig die Augen waren größer als der Hunger für die doch sehr reichlich bemessenen Portionen! Also sind wir lecker und günstig satt geworden. Und dabei hatte uns zunächst der Hinweis „8 Biere vom Fass“ aufmerksam werden lassen... Als wir fertig waren, war es schon dunkel, sodass wir draußen noch die Weihnachtsmärkte und auch Stadtgebäude unter Beleuchtung anschauen und fotografieren konnten. Dann reichte es aber auch, und wir sind in unsere U-Bahn gefallen und anschließend mit dem Bus zur Unterkunft gefahren.

 

Mittwoch – 3. Turniertag

Norwegen rutscht gegen Lettland ausNorwegen rutscht gegen Lettland ausAusgeschlafen, Frühstück in benachbarten Supermarkt gekauft, und dann ging es schon wieder zur Halle. Als erstes sahen wir die Norweger, die sich mit Lettland maßen. Nach 60 Min. stand es 1:1 unentschieden, sodass wir die erste Verlängerung des Turniers sahen. Diese blieb torlos, dass es ins Penaltyschießen ging. Hier hatten die Letten die Nase vorn. Ohje – den Wikingern schwimmen langsam die Eisbärenfelle davon! Im Nachmittagsspiel traf Kasachstan auf Italien, die beide bisher ohne Punkte waren. Italien hoffnungslos unterlegen, am Ende stand ein 7:0 für Kasachstan auf der Uhr. Abends dann das Prestigeduell gegen den Gastgeber. Zum großen Jubel der 2200 Fans ging Österreich mit einem 1:0 in die erste Pause. Zwar konnte Deutschland im Mitteldrittel ausgleichen, doch man versäumte es, hier weiter nachzulegen.

... wie auch Deutschland gegen Österreich...... wie auch Deutschland gegen Österreich...Der geneigte Leser kann sich sicher denken, wie es weiterging. Zu Beginn des Schlussabschnittes ging Österreich wieder in Führung – das ganze noch in eigener Unterzahl! Und als das deutsche Trainergespann am Ende den Goalie vom Eis nahm, ging auch dieser Versuch nach hinten los, und Österreich machte mit dem Treffer ins leere Tor den Deckel drauf. Dass die Gastgeber nun schier aus dem Häuschen waren, lässt sich leicht ausmalen, jetzt haben sie schon 6 Punkte auf dem Konto, mit denen man nicht wirklich gerechnet hatte! Und auch Deutschland bleibt auf 6 Punkten stehen. Noch kurz ein paar Interviews gemacht, dann ging es zurück in die Unterkunft für die Nacharbeit und anschließende Bettruhe – wir sind schließlich schon in gesetzterem Alter und haben außerdem Urlaub!!!!

 

Donnerstag – 4. Turniertag

Irgendwie schlafen wir immer länger, obwohl sich das Zimmer nicht richtig verdunkeln lässt – aber draußen wird es ja sowieso nicht wirklich hell. Nach gemütlichem Frühstück ging es wieder den bekannten Weg zur Halle.

Einzig Österreich hatte etwas zu jubelnEinzig Österreich hatte etwas zu jubelnZunächst sahen wir Norwegen, das sich erst gut gegen Kasachstan präsentierte, einen Stand von 2:1 bis zur Schlussminute hielt. Dann aber gelang Kasachstan noch der Ausgleich 20 Sekunden vor der Sirene, als der Goalie die Scheibe nicht festhalten konnte. Das war ja mal mega ärgerlich, zumal Norwegen nur ein Dreier noch geholfen hätte. Beim anschließenden Penaltyschießen konnten die Wikinger genau wie am Vortag nicht den Zusatzpunkt für sich erobern und können nun alle Aufstiegsträume begraben. Nachmittags mussten ausgerechnet gegen Lettland die dringend benötigten Punkte für das DEB-Team her. Die Trainer hatten jetzt alle Reihen umgestellt, doch das fruchtete nicht, hatte die Spieler im Gegenteil offenbar nur noch mehr verunsichert. Das Spiel glitt immer mehr auf maximal mittleres Oberliga-Niveau ab, Lettland legte gleich mal 2 Treffer vor, ehe von Deutschland ein Lebenszeichen in Form eines Treffers auf die Tafel kam. Im Schlussdrittel hieß es „alles oder nichts“, Deutschland hatte die Reihen wieder „zurückgestellt“ und ließ die 4. Reihe komplett auf der Bank. Es half alles nichts, Lettland war zum 3:1 erfolgreich und konnte am Ende ebenfalls den Emptynetter erzielen. Damit steht Deutschland ähnlich wie Norwegen da und hat mit dem Aufstieg nichts mehr zu tun. Den machen am letzten Spieltag im Fernduell Lettland und Österreich untereinander aus.

 

Freitag, 2. Day Off

Für heute hatten wir uns vorgenommen, mal etwas eher aufzustehen, denn wir hatten uns für den heutigen Tag ein „Einkaufsticket“ der „Wiener Linien“ gekauft, mit dem wir zwischen 9 und 20 Uhr kreuz und quer unbegrenzt durch den Innenstadtbereich fahren können. Das wollen wir mal ausnutzen (obwohl bereits die dritte Fahrt das Ticket kostenmäßig „ausgenutzt“ hat). Aber was ist mit dem Wetter? Schon wieder keine Sonne, im Gegenteil irgendwie ziemlich dunstig. Es war dann doch schon nach 11 Uhr, als wir das Haus verließen. Wir hatten uns für die „Fortsetzung“ unseres Busses entschieden, der auf der anderen Seite zur U2 fährt. Allerdings war die Fahrstrecke doppelt so lang, aber nicht sehenswerter als die 4-5 Stationen unserer „normalen Richtung“ nach Kagran. Die U-Bahn dann startete zwar auf einer Hochbrücke, fuhr am Ernst-Happel-Stadion vorbei und dann in den Untergrund. Spontan stiegen wir am Schottenplatz wieder aus der Bahn und ans Tageslicht. Mit der Straßenbahn ging es weiter, und jetzt konnte man doch einige schöne Gebäude aus dem Fenster sehen. Zum Aussteigen und Fotografieren lohnte das Licht allerdings nicht.

ZentralfriedhofZentralfriedhofDie Straßenbahn fuhr uns zum Karlsplatz, wo wir Weihnachtsmarkt Nr. 4 anguckten. In die wunder-schöne Kirche kamen wir nicht – 8 Euro Eintritt? Sonst geht’s danke! Dann muss ich nach 1980 und 2005 mir diese Kirche dann nicht ein drittes Mal angucken. Schade aber trotzdem. Dann gab es quasi als Alternativprogramm einen „Holunderglühwein“ mit einem frischen Knoblauchfladen aus dem Holzhohleofen. So gestärkt stiegen wir in die nächste Straßenbahn und fuhren zum Stephansplatz, weil wir unseren Linienplan im Zimmer vergessen hatten, auf dem der für die Fahrkarte gültige Innenstadtbereich eingezeichnet war. Das Wetter wurde einfach nicht besser. Also beschlossen wir, zum Zentralfriedhof zu fahren mit der S-Bahn. Wir fanden den Zugang auf dieser Seite durch „Tor 11“ - na, das kann ja lustig werden, denn die Straßenbahn, die wir für den Rückweg in die Stadt nehmen wollen, fährt ab „Tor 3“... Auf diesem größten Friedhof gibt es verschiedene Abteilungen für die unterschiedlichen Konfessionen, ein „Ehrenfeld“ und ein Extrafeld für „Komponisten“. Der Friedhof ist so groß, dass hier ein eigener Shuttlebus fährt. Inzwischen ist es richtig nebelig geworden, dass sich fototechnisch tolle Stimmungsbilder ergeben. Auch die teils ziemlich verfallenen Grabmäler sind gedanklich und fotomäßig ja schon passend für einen Friedhof. Also haben wir hier mal eben die Fotoausbeute des Tages um 100% erhöht. Am Ende der Hauptallee kamen wir zu Tor 2 und einem Ausgang mit Straßenbahnhaltestelle. Hier kam auch sofort die 71, die uns zum Rathausplatz zurückbringen soll. Unterwegs mal eben die Bahn verlassen, um einen Geldautomaten aufzusuchen, und nach der Ampelphase stand auch bereits die nächste Bahn an der Haltestelle – schöne Taktung hier!

Es wurde allmählich dunkel, als wir wieder beim Rathaus landen. Dann wollen wir mal wieder auf den größten und schönsten Weihnachtsmarkt Wiens, denn ich hatte dort beim ersten Besuch einen Stand entdeckt, wo ich noch eine Kleinigkeit kaufen wollte. Wir fanden diesen Stand erstaunlich schnell wieder, erledigten den Einkauf, obwohl die Auswahl riesig war (welches Motiv nimmt man am besten) – dann muss das nur heil den Rückflug überstehen! Jetzt lagen wir noch so gut im Zeitplan, dass wir beschlossen, mal eben in die Unterkunft zu fahren, um die zerbrechlichen Einkäufe vor Bruch und auch Verlust zu schützen – Dank einer 2-5 Min Taktung der U-Bahn und beim Bus 10 Minuten passt das ganz locker rein. Zurück am Praterstern waren wir dann schon wieder um halb 6 und konnten uns am Balkan-Buffet laben. Anschließend blieb sogar noch etwas Zeit, um am Eingang zum Prater den 7. Weihnachtsmarkt zu besuchen. Hier finden wir eine Fotomaschine „erstellen Sie Ihre eigene Postkarte“, die wir dann auch mal nutzen – es werden die teuersten Postkarten, die wir je gemacht haben, eine hat auch ein anderes Motiv als gewählt, aber ist schließlich Urlaub ;-) Inzwischen hatte es allerdings angefangen zu nieseln – gut, dass unser Ticket gleich abläuft, bei Regen wollen wir eh nicht mehr draußen rumlaufen. Aber als wir in der U-Bahn sitzen und bei der Donau-Überquerung aus dem Fenster schauen, entdecken wir, dass der Regen den Nebel runtergewaschen hat – tolle Kiste! Egal – pünktlich um 19:58 Uhr steigen wir quasi vor der Haustür aus dem Bus – wenn das kein Timing ist!

Jetzt noch ein paar Fotos bearbeiten, während wir das DEG-Webradio hören, ehe wir uns mental auf den morgigen letzten Spieltag vorbereiten.

 

Samstag, 5. Spieltag

ein letztes Mal am Arbeitsplatz im Ober-Oberrangein letztes Mal am Arbeitsplatz im Ober-OberrangHeute Morgen heißt es schon einmal Koffer packen, denn heute steht nochmal volles Programm bevor, und morgen geht es beizeiten aus dem Haus. Wir haben zum Glück mit unseren Vermietern vereinbart, dass die uns am Sonntag zum Flughafen bringen, was uns doch ca. 30 Minuten spart. Damit es uns aber nicht wie heute Morgen passiert, dass „unser“ kleines Gästebad auf einmal stundenlang von weiteren Gästen belegt wird und wir dann unsere Sachen nicht mitnehmen können, hatten wir den Waschbeutel bereits ins Zimmer geholt (außerdem ist das ja nicht wirklich prickelnd, wenn auf einmal Fremde dort ein und aus gehen, wo meine Zahnbürste auf der eh zu kleinen Ablage rumliegt). Und schon machen wir uns ein letztes Mal auf den Weg zur Eishalle, nicht ohne unterwegs wieder den Container für Aludosen zu beehren.

Was eigentlich der Tag der Entscheidungen sein sollte, entpuppte sich als Platzierungsspieltag, was in den meisten Fällen nur noch statistischen Wert hatte, denn Lettland war auf dem besten Wege aufzusteigen und hatte den nominell schwächsten Gegner, der bereits den Abstieg sicher hatte. Die Überraschung (die eine sehr große gewesen wäre) blieb denn auch aus, Italien steigt - weiterhin punktlos - ab, während Lettland mit einem 3:0 Sieg bereits mittags den Aufstieg feiern konnte.

Turnierziel um Häuser verfehlt - die ernüchternde BilanzTurnierziel um Häuser verfehlt - die ernüchternde BilanzNachmittags versuchte Deutschland, gegen Norwegen dann zumindest mit einem Sieg aus dem Turnier zu scheiden, um wenigstens noch die Bronzemedaille mitzunehmen. Nach torlosem ersten Drittel traf Deutschland im zweiten urplötzlich drei Male ins Schwarze – um zum Schlussabschnitt das Spielen fast einzustellen. Folgerichtig kam Norwegen auf 2:3 heran, aber das hätte ja noch gereicht. Ganz bitter wurde die deutsche Teamausrichtung bestraft, als Norwegen am Ende doch noch zum Ausgleich traf – es hatten zwei (2!) Sekunden gefehlt! Es kam nach torloser Overtime zum Penaltyschießen, mit dem Norwegen ja so ihre Erfahrung bei diesem Turnier hatte. Und diesmal behielten sie hier die Oberhand!

Das Abendspiel bestritten natürlich wieder die Gastgeber, sie hatten noch den überraschend starken Aufsteiger Kasachstan vor der Brust. Da Österreich bereits die Silbermedaille innehatte, ging es für sie nur noch um die Ehre, sich mit einem weiteren Sieg von diesem Turnier zu verabschieden. Diesen Gefallen tat ihnen der „beste Aufsteiger aller Zeiten“, die technisch versierten Kasachen aber nicht. So stand am Ende ein 2:5 auf der Uhr, doch Österreich dürfte mit dem Gesamtergebnis sehr zufrieden sein, denn mit Siegen gegen Deutschland und Norwegen hatte hier sicher keiner gerechnet. Damit aber schloss Kasachstan das Turnier als dritter ab, gefolgt von Norwegen, die durch den Sieg die Nase knapp vor Deutschland haben und diese auf den bitteren fünften Platz gedrängt haben – dahinter kommt nur noch Absteiger Italien!

Lettland: verdienter AufsteigerLettland: verdienter AufsteigerNun, dann muss man eben im nächsten Jahr wieder angreifen, wenn es vielleicht sogar in Deutschland als Gastgeber gegen Aufsteiger Frankreich, Norwegen, Österreich, Kasachstan und den Absteiger aus der noch zu spielenden Top-Division geht.

Wir hatten uns für diesen letzten Abend noch zwei restliche Fahrten auf der Streifenkarte aufgehoben und waren daher bequem und schnell wieder in der Unterkunft. Schnell noch die „offizielle“ Arbeit erledigt und einigermaßen zeitig ins Bett gegangen.

 

Sonntag, Abreise

Um 10:30 Uhr sollte unser Flieger gehen, sodass wir um 8 Uhr abfahren wollten. So war der Plan. Wir waren um 7:45 Uhr fertig, alles war eingepackt. Unsere Gastgeber waren offenbar auch schon auf, man hörte sie die Etage drüber gehen und sprechen. Allein wer nicht runterkam, waren unsere Gastgeber. Mit dem Bus hätten wir jetzt auch schon losgefahren sein müssen.... Man kann sich vorstellen, dass wir allmählich doch auf heißen Kohlen saßen, zumal wir keine Lust hatten, durch die Gepäckabgabe und dann durch die Sicherheitszone zu hetzen. Um 8:10 Uhr hat Detlef mal die Haustürklingel betätigt, auf einmal kam oben Leben in die Bude. Bis wir dann aber im Auto saßen (das noch erst freigeräumt werden musste, wir hatten es nur bereits bei Ankunft vor einer Woche ausgemacht...) und abfahren konnten, war es bald halb neun! Naja, ich will nicht meckern, wir kamen zügig durch, und über den Autobahnring war der Weg auch gar nicht so lang. An der Gepäckabgabe war auch nur eine kleine Schlange, sodass wir hier zügig durchkamen, auch an der Sicherheitsschleuse war nichts los. So konnten wir uns im Wartebereich noch einen Kakao ziehen. Gegenüber in der Reihe saß der junge Mann, den wir schon an der airberlin Gepäckaufgabe gesehen hatten, allerdings hatte er seine Eishockeyschläger am Schalter für Sperrgut aufgeben müssen. Ich gehe an ihm vorbei (im Wartebereich) – er trägt das Logo der Krefeld Pinguine auf der Jacke. Ich grüble, welcher unserer Spieler in Krefeld Vertrag hat; ah! Lukas Koziol! Da hab ich ihn angesprochen, weil ich mich wunderte, dass er hier ganz alleine saß und fliegen wollte – normal reist man ja als Team von einem Sammelpunkt an und auch wieder zurück. Da er abends gleich für das DEL-Spiel in Krefeld eingeplant war, lag es auf der Hand, mit diesem Flieger nach Düsseldorf zu fliegen.

In Düsseldorf gelandet bekamen wir unser Gepäck – diesmal war kein Loch im Koffer, sondern einer der Bodenstopper abgebrochen, dass nur noch zwei Schrauben rausguckten... Ich glaube, diese Hartschalen haben nicht die beste Qualität ;-). Auf dem Weg zur S-Bahn sahen wir noch den REWE Markt im Flughafengebäude, wo wir uns fürs montägliche Frühstück eingedeckt haben, schließlich müssen wir morgen wieder dem zahlenden Job nachgehen!

Als wir nach Hause kommen, ist die Katze tiefenentspannt, freut sich nur riesig über unsere erneute Anwesenheit.

Natürlich gibt es auch weitere Fotos zu betrachten:

Fotoalbum Spiele ---> https://cloud.web.de/ngcloud/external?locale=de&guestToken=7JT_1fmTR56Fy3z-QFKa3g&loginName=micha7462

Fotoalbum Stadt ----> https://cloud.web.de/ngcloud/external?locale=de&guestToken=WEf-aW_KTt6OIxqbMp0C_Q&loginName=micha7462