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Reisetagebuch - Teil 2

 

Samstag, 25.4.

Nach dem Frühstück – haben wir uns nochmal hingelegt... Ist auch bisschen blöd hier, dass es nur bis 9 Uhr Frühstück gibt; das nächste Mal suchen wir uns wieder eine Ferienwohnung, jawoll! Dann sind wir mal 2 Std. vor dem ersten Spiel zur Halle rüber – und siehe da: das Video war innerhalb von knapp 30 Min. hochgeladen! Na also, wer sagt es denn! Das ging so schnell, dass wir den Lappy schnell wieder ins Zimmer bringen können. In der Unterkunft läuft ein nackter Mann rum, nur mit einem Badetuch bekleidet – ah, der grüßt sogar, kennen wir den? Ach, das ist der amerikanische Kollege, der hat sich selbst aus dem Zimmer ausgesperrt! Aber er hat noch jemanden gefunden, den er in die Halle geschickt hat, um den zu alarmieren, der im selben Zimmer untergebracht ist und hoffentlich seine Karte am Mann hat. Also wir gehen jetzt erst einmal zum Bahnhof, um zu schauen, ob und vor allem wie lange der Shop dort am Sonntag geöffnet hat (wg. Bevorratung von flüssiger Gerste) und natürlich zum Einkauf. Falls der Kollege anschließend immer noch im Badetuch im Aufenthaltsraum rumläuft, können wir ja in der Halle nach seinem Bettnachbarn schauen.... Aber das war dann nicht mehr nötig, der russische Kollege hatte dem amerikanischen bereits aus der Patsche geholfen! Das ist gelebte Völkerverständigung! Unseren Getränkevorrat für den Feierabend haben wir mangels Kühlschrank oder Crashed Ice, was es hier nirgends zu kaufen gibt, in die Bettdecke eingewickelt in der Hoffnung, dass das abends auch noch kalt war (meine Großtante hatte das immer mit dem Essen für die Enkelin gemacht - allerdings ging es dabei ums Warmhalten). Es gab dann auch noch zwei Spiele am heutigen Tag, nämlich die Halbfinale. Zunächst Kanada gegen die USA. Hier waren die Amerikaner deutlich überlegen, Kanada schien irgendwie müde und verlor verdient, steht damit vor dem Kampf um Bronze.

Die Finnen freuen sich über ihren FinaleinzugDie Finnen freuen sich über ihren FinaleinzugObwohl wir dem amerikanischen Kollegen bei den Interviews ausgeholfen hatten, schafften wir es noch in der Pause zwischen den Spielen zum Biergarten gegenüber zu gehen und uns ein leckeres Abendessen einzuverleiben. War sehr angenehm, im Biergarten zu sitzen, das Essen von der Tageskarte kam auch sehr schnell, sodass wir nur ganze 3 Minuten vom Spiel verpasste haben. Allerdings war da auch schon das erste Tor gefallen, als wir im Umlauf liefen. Abends hieß es Schweiz gegen Finnland. Die Schweizer kämpften sich nach einem 2:4-Rückstand zu Beginn des Schlussabschnittes zurück, retteten sich 40 Sekunden vor der finalen Sirene in die Overtime – Mama Impose, die Mutter eines Schweizer Stürmers, schien an den Nägeln zu kauen, so spannend war es am Ende. Doch es waren die Finnen, die das glücklichere Ende hatten und ins Finale einzogen. Schade für die ausverkaufte Halle – die 7015 Zuschauer waren Europarekord für ein U18 Spiel bei einer Weltmeisterschaft!

Auf dem Rückweg regnet es – lange nicht mehr gehabt! Ein bisschen Nacharbeit – das WLAN zickt wieder rum... Immerhin hat unsere Kühlhaltung ausreichend funktioniert!

 

Sonntag, 26.4.

Kanada gewinnt BronzeKanada gewinnt BronzeFinaltag! Trotzdem platt, also nochmals bis mittags schlafen. Koffer packen muss jetzt auch sein. Das Video soll zwar online sein, ist aber (für uns) nicht sichtbar. Internet zickt schon wieder. Dann nehmen wir den Lappy eben wieder mit zur Halle. Schön, dass uns unsere Umhänger immer Zugang zur Halle verschaffen – vorbei an den Schlangen, die 90 Min. vor Spielbeginn draußen stehen! So können wir uns auch direkt einen guten Platz suchen – mittig unter der Fernsehkamera! Das waren mal wirklich gute Aussichten! Das Spiel verlief dann nicht ganz so, wie sich die meisten Zuschauer im Rund erhofft hatten – Kanada heute einfach überlegen. Zwar ließen sich die Schweizer auch nach einem frühen 0:3 Rückstand nicht hängen und kamen bis auf ein Tor heran, doch zu mehr reichte es diesmal nicht. Sie wurden aber mit großem Applaus auf dem 4. Platz verabschiedet. Kanada sah da mit der Bronzemedaille natürlich viel gelöster und glücklicher aus und posierte noch für einige Gruppenfotos.

Leider hat der Biergarten sonntags Ruhetag – die hätten noch gutes Geschäft gemacht heute! So gingen wir also ein letztes Mal zum Shop am Bahnhof... Und es wurde wieder Zeit, zur Halle zu gehen. Verpflegung gab es heute in Form von Sandwichs aus dem Presseraum und einem leckeren Knoblibrot! Machte natürlich Durst. Das Finale zwischen dem amtierenden U18 Weltmeister und Finnland stand an, die beim letzten Turnier 6. geworden waren. Finnland mit dem sehr frühen Überraschungstor nach 17 Sekunden, dann mauerten sie nur noch, auch ihr toller Goalie hatte seinen Kasten vernagelt, dass die anrennenden Amerikaner schier verzweifelten. Eine Überschrift hatte ich bereits im Kopf, da fiel im dritten Abschnitt der Ausgleich – ziemlich blöd!

Groß ist der Jubel bei den US-Amerikanern über die TitelverteidigungGroß ist der Jubel bei den US-Amerikanern über die TitelverteidigungUnd die Finnen wirkten zum Ende hin immer platter und müder, dass selbst die Einzelaktionen weniger wurde. Es ging in die Overtime, die im besten Fall 20 Minuten gehen sollte, ehe die endgültige Entscheidung schließlich im Penaltyschießen hätte fallen müssen. Doch soweit kam es nicht. Mit einem Billardtor schoss sich der Weltmeister zur Goldmedaille; der finnische Top-Goalie, der in diesen 73 Minuten 62 Schüsse auf seinen Kasten bekommen hatte, warf wütend und enttäuscht seinen Schläger über das Eis, der Rest seines Teams kam nur sehr zögerlich auf das Eis: mit hängenden Köpfen und absolut ausgepowert ging das nicht schneller... Die Sympathien der Halle waren auf jeden Fall auf Seiten der Finnen, die nun den 2. Platz im Turnier erreicht hatten. Gruppenfotos gab es natürlich nur noch vom alten und neuen Weltmeister USA.

Einen kurzen Bericht er- und eingestellt, dann fielen wir ins Bett zur letzten Nachtruhe.

Und hier noch das Fotoalbum aller U18 Spiele, die wir gesehen haben ----> https://fotos.web.de/ui/external/RnERud6NTLycuKFsljXI1A06403

 

Montag, 27.4.

Ein letztes Frühstück, nochmals kurz mit dem Kollegen gequatscht – er hatte den schweizer Stürmer Impose tatsächlich noch vor das Mikrofon bekommen, das muss ich mir die Tage mal nachlesen – dann hieß es Abschied nehmen von dem beschaulich-ruhigen Ort und der Schweiz. Der Zug fuhr pünktlich in Zug ab, obwohl er seit Chiasso bereits eine vergleichsweise weite Strecke hinter sich hatte. Wir stiegen zur Vorsicht vorne ein, parkten uns im Fahrrad-Abteil und konnten so nach 20 Min. Fahrzeit zügig im Züricher Kopfbahnhof aussteigen und das Gleis wechseln. Und jetzt sitzen wir im Eurocity, der bis Hamburg durchfährt, und netterweise hält er auch in Düsseldorf... Wir waren so rechtzeitig am Gleis (bei nur 9 Min. Umsteigezeit!), dass wir am sehr langen Zug entlanglaufen konnten, bis wir unseren Wagen gefunden hatten. Leider scheint das hier das Kinderabteil zu sein – es ist zunächst ziemlich viel Gehampel ein paar Plätze weiter und viel Lärm – Gebabbel, Gekreische und lärmendes Spielzeug. Und dümmlich grinsende Elternteile, die hinter ihren durch den Wagen rennenden Sprösslingen hinterhergehen. Ab Basel (nach 1 Std.) begibt sich aber zumindest die Familie mit dem lautesten Kind in den Speisewagen.... Komisch, dass der etwa 1 Std. später, als ich mir dort die Karte angucken ging, bis auf diese Fahrgäste wie ausgestorben daliegt, obwohl Mittagszeit ist.... Danach halten die Kinder auch erst einmal Mittagsschlaf, und so ist die Fahrt doch ganz erträglich. Aber hässlich ist das hier überall, Staus auf der Rheinbrücke zwischen Ludwigshafen und Mannheim – spätestens jetzt merkt man, dass man wieder in Deutschland ist! Und natürlich haben wir auch nichts davon, dass der EuroCity recht langsam unterwegs ist und die Rheinschiene fährt – sehen tut man nicht viel :-(

Staun wunder Deutsche Bahn: Wir kommen sogar pünktlich in Düsseldorf an, bekommen direkt die nächste S-Bahn und sind gegen 18:30 Uhr zuhause. Hier werden wir lauthals klagend von der Katze empfangen.