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Reisetagebuch April 2015 (Island / Schweiz)

 

Wir sollten sonntags ab Frankfurt fliegen und fuhren mit dem ICE dorthin. Alles lief pünktlich und wie geplant – außer dass unser ICE Probleme mit der Sitzplatzreservierungsanzeige hatte und wir versehentlich das Familienabteil belegten. Aus diesem flohen wir allerdings nach etwa der Hälfte der Fahrzeit, nachdem nicht nur eine Familie mit Kleinkindern, nein gleich derer drei dort aufschlugen... In Frankfurt erwarteten uns bekanntermaßen weite Wege, was dann mit Winterjacke recht schweißtreibend war. Schließlich ging es in den Flieger, und da dieser eine Vorfeldposition hatte, konnten wir für unsere 31. Reihe bequem hinten einsteigen. Mit ca. 25 Min. Verspätung – wir verließen die Parkposition nicht rechtzeitig und kamen so in einen „Stau“, wo wir mehrere Jumbos vorlassen mussten – ging es endlich los. Der Flug war ruhig, und nach ca. 3 Std. konnten wir unten wieder Land sehen. Besser gesagt Gletscher! Über Kevlavik war es diesig und grau. Geld gezogen, Koffer vom Fließband genommen und den Shuttlebus gesucht, den wir vorab für den Transfer in die Stadt gebucht hatten.

Blick aus unserem Hotelzimmer auf schneebedeckte Berge - so schön!!!Blick aus unserem Hotelzimmer auf schneebedeckte Berge - so schön!!!Auf der Fahrt kamen uns dicke Schneeflocken entgegen! An einer größeren Busstation wurden wir auf Kleinbusse aufgeteilt, die die einzelnen Hotels anfuhren. Alle wurden aufgerufen, nur wir saßen noch im Bus. Okay, man hatte aber auch noch einen Kleinbus für uns, und ruckzuck waren wir am Hotel. Tür steht weit offen, im kleinen Vorraum stehen Mitch Morgan und Ben Vercammen vom Team Belgium. Was machen die hier? Es geht eine Treppe hoch, da ist die Rezeption – und wir werden aus einer Gruppe gleich auf Deutsch begrüßt! Shake Hands mit dem Betreuerteam der Belgier! Cool! An der Rezeption klappt auch alles, man hatte uns gebucht und wusste auch, dass das Zimmer bereits im Voraus bezahlt war – puh! Man hatte halt ein komisches Gefühl, wenn alle Buchungsmaschinen und das Hotel selbst „ausgebucht“ melden und man dann einen völlig unbekannten Anbieter findet, der einem das Zimmer dann verkauft! Leider haben wir kein Zimmer ganz oben erhalten sondern nur im 2. OG. Eine Frau aus Australien steht mit uns im Aufzug. Wir stellen unser Gepäck ab, sortieren das wichtigste um und machen uns auf den Weg zur Halle, um die Akkreditierungen abzuholen. Das sollte in einem Nebengebäude sein.

Dort stehen wir noch etwas unschlüssig herum, bis uns einer anspricht „Ich glaub Ihr wollt zu mir“ (auf englisch allerdings – zum Glück nicht auf isländisch). Es dauert ein wenig, währenddessen ein bärtiger großer Spieler Islands dort auch seinen Turnierausweis abholt. Dann schauen wir uns schon einmal in der Halle um, Spanien hat gerade Training, dann kommen noch die Belgier. Wieder zurück zum Hotel – am Wegesrand liegt noch richtig dicker Schnee, auch die Wege haben teils „festgefahrene Schneedecke“, und es knirscht so schön unter den Füßen – und die „Happy Hour“ ausgenutzt mit Bier für 700 Kronen. Und lecker ist es auch! An der Rezeption noch schnell gebeten, uns für Mittwoch (spielfrei) die Tour „Golden Circle“ zu buchen. Bin mal gespannt, ob das klappt: die hat das nur auf einen Schmierzettel geschrieben, und bezahlt ist auch noch nichts (aber vielleicht sehen wir Deutschen das auch nur so eng)... Anschließend statteten wir der Pizzeria unten im Nebeneingang einen Besuch ab, in der es nur Pizza und den einen oder anderen Salat gibt. Es ist zwar nach hiesiger Zeit erst 22 Uhr, als wir ins Bett gehen, aber zuhause ist es schon zwei Stunden später, sodass wir jetzt müde sein dürfen!

 Montag, 13.4.

Wir haben gut geschlafen – das ist ja schon mal das wichtigste. Auch wenn unser Zimmer zur Straße rausgeht: es ist eben doch nicht ewig viel Verkehr hier. Und im Haus ist es auch sehr ruhig, auch wenn wir inzwischen festgestellt haben, das bis auf Island alle Teams hier untergebracht sind! Da braucht man sich nicht zu wundern, dass die hier bei 108 Zimmern ausgebucht sind!!! Ich frage mich allerdings, wie das mit der Verpflegung geht, da es hier nur Frühstück gibt! Und in der Pizzeria keine Pasta! Aber das mit dem Frühstücksraum klappte auch gut, da natürlich nicht alle gleichzeitig hier erscheinen, und so gibt es eigentlich Frühstück bis 11 Uhr oder so... Wir machten uns bei Nieselregen auf die Suche nach einem Supermarkt und beschlossen ins Kringlan-Einkaufszentrum zu laufen, eine Strecke die bei Regen nicht wirklich viel Spaß machte. Schnee ist auch keiner mehr da. Aber entgegen den Befürchtungen hats hier auch einen Lebensmittelsupermarkt. Und es gibt eine „Vinbuðik“, ein staatliches Alkoholgeschäft, wie man es aus Schweden kennt. Daneben fanden wir noch Ansichtskarten, Briefmarken gab es auch noch, und dann wieder auf den Rückweg gemacht. Natürlich fing es wieder an zu regnen, als wir unterwegs waren...

Kurzes Gespräch mit Islands Jón GislasonKurzes Gespräch mit Islands Jón GislasonBald mussten wir auch rüber zur Halle, was aber zum Glück (vor allem bei strammem Wind und Regen) keine 10 Min. Fußweg sind, um das erste Spiel zu gucken. Nun, die kampfstarken kleinen Spanier haben den Australiern das Leben zur Hölle gemacht und 6:1 gewonnen. Da es in der Halle nichts gibt, das ein Verweilen sinnvoll machte oder verkürzen würde, gehen wir zwischen den beiden ersten Spielen ab jetzt immer zurück zum Hotel – es sind ja mindestens 60 Minuten! Das zweite Spiel war Serbien-Rumänien, in dem viele Tore fielen und das 4:8 ausging. In dieser Pause suchten wir unsere Pizzeria auf, warfen Salat und Pizza ein, um so gestärkt um 20 Uhr Ortszeit wieder vor Ort zu sein, als das Eröffnungsspiel der Gastgeber anfing. Gegner waren „unsere“ Belgier. In der Halle wurden wir gleich von mehreren Icehoppern begrüßt; Rey hatten wir ja schon im Spiel vorher getroffen. Inzwischen war auch Weißwasser, Bietigheim, die Indianer und der Höfi aus Schwenningen eingetroffen, die unterschiedlich lange hierbleiben werden. Das Spiel war lange Zeit ausgeglichen und etwas langweilig – nach 40 Min. stand es noch 0:0. Das änderte sich schlagartig, als Island den Schlussabschnitt mit einem Treffer begann. Jetzt rannte Belgien dem Rückstand hinterher, und die Zeit lief ihnen davon. Am Ende nahm der Coach den Goalie zugunsten des 6. Feldspielers vom Eis, und der Schuss ging nach hinten los. Dass der Goalie trotzdem draußen blieb, machte für knappe 60 Sekunden dann eigentlich wenig Sinn, die Isländer machten mit dem zweiten Treffer ins leere Tor den Deckel drauf.

Wir nach Hause, einiges nachgearbeitet, Spielbericht in englisch für die HP und endlich ins Bett.

Fotoalbum 1. Spieltag ----> https://fotos.web.de/ui/external/52nkq-6HTqe8yhHPSZLQfQ06403

Dienstag, 14.4.

Australiens Lliam Webster mit den Hannover Indians FansAustraliens Lliam Webster mit den Hannover Indians FansTrotz der eigentlich nicht so langen Nacht erwachten wir ausgeschlafen und erholt. Nach dem Frühstück schrieben wir die ersten Ansichtskarten, draußen war es grau. Dann machten wir uns auf den Weg Richtung Innenstadt, vor allem wollten wir einen Briefkasten suchen. Statt der gut befahrenen Hauptstraße gingen wir erst durch die Siedlung, dann am Wasser entlang. Einen Briefkasten fanden wir nicht, und der Regen wurde immer schlimmer – es machte keinen Spaß! An dem Haus, das durch ein Treffen von Gorbatschow mit Reagan bekannt geworden ist, brachen wir die Tour ab, begaben uns dann doch auf die Hauptstraße und in Richtung Hotel. Von den 4 Bussen, die vor dem Hotel halten, kam irgendwie keiner, und wir beschlossen, diese 4 Stationen doch zu Fuß zu gehen. Die vermeintliche Post war wohl doch nur eine Bank, denn der Mensch an der Information, dem ich meine Ansichtskarten unter die Nase gehalten habe, wusste damit nichts anzufangen.... Ziemlich nass kamen wir zum Hotel zurück, schnell die Hosen auf die Heizung gehängt, die Jacken hatten zum Glück dicht gehalten. Und bald mussten wir wieder los zum nächsten Spiel, das da hieß Rumänien – Australien. Auch diesmal hatten die „Aussis“ nichts zu lachen und verloren 1:5. Trotzdem ließ sich Lliam Webster bereitwillig mit den „Blocksberg Indianern“ fotografieren (Webster hatte vor ein paar Jahren mal eine Saison am Pferdeturm in Hannover gespielt, daher ist er den Indians Fans noch ein Begriff, auch wenn Ulli ihn mit seinem Rauschebart nicht sofort erkannt hat). Anschließend unser Gang zum Hotel, ein wenig die Beine langmachen und aufwärmen. Nachmittags hieß es dann Belgien vs. Spanien.

Nachdem ich mir von den Belgiern Tape erbeten hatte, konnte ich auch die Fahne entsprechend aufhängen (und war dann prompt auch im livestream zu sehen). Spanien lag den Belgiern offenbar mehr, es war ein munteres Spielchen, und Belgien gewann verdient mit 6:2. Zum Abendessen wollten wir diesmal eine Dönerbude oder einen Burger-Imbiß ausprobieren – Google-Maps sei Dank: da findet man ja manches verzeichnet an den Straßen der Umgebung. Nun – der Döner entpuppte sich als Büdchen, das Burger hatte – oder so ähnlich. Es ging zwei Stufen runter, links eine eher Büdchentheke, rechts standen ein paar Tische mit Wachstuch drauf. Bleiben oder doch besser wieder gehen? Draußen war es arg windig und richtig usselig, die Pizza lag in entgegengesetzter Richtung, also blieben wir hier. Und wurden nicht enttäuscht: Detlef hatte 3 große Stücke Backfisch, ich ein schönes Lammsteak, beides sehr schmackhaft! Dann ging es auch wieder zur Halle zum Abendspiel Island – Serbien. Die Halle war nicht so gut gefüllt wie am Vortag. Island legte zunächst zwei Tore vor, doch zum Ende des ersten Drittels glichen die Serben aus, die technisch einfach mehr drauf hatten. Island legte wieder vor, Serbien glich aus, so ging das bis zum 4:4. Am Ende hatten sich wohl alle bereits auf Verlängerung eingestellt, da passierte einem isländischen Verteidiger (Birkir) ein dicker Bock, der Serbe bedankte sich und traf zum Sieg, 19 Sekunden vor dem Ende. Birkir wäre wohl am liebsten im hintersten Mauseloch verschwunden, was bei 2 Metern Körpergröße nicht gelang...!

zum Fotoalbum 2.Spieltag ----> https://fotos.web.de/ui/external/HLbEzNxKQoaTWHQLFc-4aQ06403

 

Mittwoch, 15.4.

Wir beide unterwegs auf einem SchneefeldWir beide unterwegs auf einem SchneefeldHeute ist spielfrei, und wir hatten uns ja für die große Rundfahrt angemeldet. Ein Blick aus dem Fenster sagte uns, dass wir genau den richtigen Tag gewählt haben: strahlender Sonnenschein und blauer Himmel! Im Frühstücksraum war es voll und laut, offenbar hatten alle Teams ein wenig ausgeschlafen und waren beinahe gleichzeitig zum Essenfassen unten – die Mitarbeiter kamen kaum hinterher, das Buffet aufzufüllen oder Tische abzuräumen. Vorsichtshalber wollte ich noch den Preis der Fahrt in bar am Geldautomaten nebenan abheben, aber der Automat spuckte am Ende nur die Karte aus. Ich also ganz aufgeregt in den Schalterraum, wo man mir nach einiger Zeit sagte, dass nichts gebucht ist, ich also nochmals probieren könnte. Okay, nochmals die Prozedur – am Ende kam der Spruch, dass ich nicht bedient werden könnte – aha, das war des Rätsels Lösung! Dann muss die Bezahlung eben so klappen. Zurück nach nebenan, und schon kam auch der Bus. Wir fuhren noch drei weitere Hotels an, dann ging es zum Sammelplatz, wo „Gray Line“ auch ihr Büro hat. Dort musste man dann den Voucher einlösen bzw. konnten wir unsere Tickets kaufen. Der Bus wurde voll und fuhr pünktlich ab. Unser Reiseleiter Ragnar sprach zwar ein sehr hartes Englisch und erinnerte vom Äußeren an meinen alten Lehrer Dohmann, aber er erzählte informativ, verständlich und manchmal auch recht witzig. Kaum hatten wir den besiedelten Großraum Reykjavik verlassen, änderte sich das Landschaftsbild, wir hatten nur noch schneebedeckte Berge um uns. Die Landschaften, durch die wir fuhren, waren sehr unterschiedlich; abwechslungsreich kann man es nicht nennen, da es meist insgesamt doch recht kahl und eintönig war, davon aber eben unterschiedlich. Zunächst kamen wir (unterhalb der Schneegrenze) an einem Wald vorbei, wobei nach Ragnars Aussage in Island bereits drei zusammenstehende Bäume als Wald gelten...

Interessante WegweiserInteressante WegweiserAußerdem sind die Bäume ja sehr niedrig, falls man sich also doch wider Erwarten einmal im Wald verlaufen sollte, bräuchte man nur aufzustehen! Wir fuhren also ins Hochland und hatten Schnee und Sonnenschein! Das hielt auch bis zu unserem ersten Halt an, dem Þingvellir Nationalpark, wo das erste Parlament Islands zusammengekommen ist (930 a.d.). Der zweite Halt, noch immer in diesem UNESCO Weltkulturerbe-Ort, führte uns von der amerikanischen Kontinentalplatte durch eine Schlucht auf die eurasische Kontinentalplatte, die sich hier treffen. Ein kleiner Wasserfall fiel hier in die Schlucht, der Drowningfall, in dem im Mittelalter nach der beim Thing stattgefundenen Rechtsprechung die Todesurteile durch Ertränken vorgenommen wurden, so Ragnar. Im besonderen fielen ihm hierbei „lose Frauen“ mit unehelichen Kindern ein. Da aber in Island inzwischen rund 30% der Kinder zur Welt kommen, bevor die Eltern verheiratet sind, sei man inzwischen davon abgekommen. Gegenüber dem Wasserfall hätten Verbrennungen stattgefunden, aber auch dies habe man eingestellt, weil Island ja kaum Holz hat... Der Bus brachte uns weiter und wieder aus dem Hochland heraus, und wir kamen durch ein geothermisches Gebiet, in dem es an vielen Stellen aus dem Boden dampfte. Wir ließen die Geysire aber links liegen und fuhren zu einem großen Wasserfall, der aus Gletscherwasser gespeist ist, dem Gullfoss.

am Gullfossam GullfossÜber gut angelegte Wege und Stege konnte man diesen aus mehreren Höhen bestaunen; der Weg nach ganz unten ist allerdings im Winter nicht gangbar und daher gesperrt. Nach dem Wasserfall ging es dann aber zum Geysirfeld, und wir wurden eindringlich davor gewarnt, den Finger in das Wasser zu stecken, wenn wir mit allen 5 Fingern an der Hand nach Hause kommen wollten, denn das Wasser kommt hier kochend aus der Erde! An vielen kleineren Löchern dampfte es oder die Löcher brodelten vor sich hin, nur eines ist aktiv. Dafür aber schießt hier am Strokkur das Wasser in regelmäßigen Abständen aus der Erde, manchmal bis zu 25 m hoch, teilweise auch gleich zwei Male kurz nacheinander, dann wieder nur klein und eher in die Breite. Ein tolles Schauspiel, vor allem wenn man mit dem Finger am Auslöser auf den Ausbruch wartet – das Wasser blubbert still vor sich hin, der Wasserspiegel in dem Loch steigt, schwankt, das Wasser beginnt zu brodeln, und dann kommt eine blaue Blase und die Fontäne!

eine mittelhohe Fontaine des Strokkureine mittelhohe Fontaine des StrokkurDie 50 Minuten Aufenthaltszeit gingen sehr schnell vorbei. Auf dem Rückweg kamen wir an einer kleinen Ansiedlung vorbei, in der die erste Bischofskirche Islands gestanden haben soll. Heute befindet sich dort deren X-ter Nachfolger. Die Kirchen davor sind allesamt durch Feuer oder Vulkanausbruch oder Erdbeben oder Sturm vernichtet worden. Daraus folgerte unser Guide Ragnar, dass „man in Island keine lange Überlebensdauer hat, zumindest wenn man ein Gebäude ist“. Den Innenbesuch mit weiteren englischen Erklärungen einer Power Plant (geothermisches Kraftwerk), haben wir uns dann erspart. Der Bus brachte ein paar der Fahrgäste direkt zum Hotel (und unseres lag sowieso auf dem Weg), andere ließen sich bis zum Busbahnhof mitnehmen, um den Abend in der Innenstadt ausklingen zu lassen. Wir aber erreichten zum Ende der Happy Hour unsere Hotelbar. Die Mitarbeiterin bediente gerade noch umständlich einen anderen Kunden, und als ich meine Wünsche äußerte, schaute sie dann auf die Uhr und murmelte etwas von „gerade vorbei“, hat dann aber doch ohne weitere Diskussionen den Happy Hour Preis abgerechnet. Unser Abendessen nahmen wir diesmal beim Vietnamesen ein, auch nur ein paar Türen neben dem Hotel.

Ach ja, noch eine Weisheit von Ragnar: Durch die viele geothermische Aktivität hier auf Island haben die Isländer es trotz einer Jahresdurchschnittstemperatur von 4°C immer muckelig warm in den Häusern. Und falls das doch nicht reichen sollte, könnten sie ja noch das Fenster schließen! Und bei einer kleinen Ansiedlung, die wir auf dem Rückweg passierten, kam die Anekdote, dass hier alles, das in der Erde wäre, gekocht würde, da hier wieder heiße Quellen sind. Deshalb würde man hier im Ortsbereich auch keinen Friedhof finden sondern einige km außerhalb...

Fotos zum Day of (und weitere zu unserer Zeit in Island) -----> https://fotos.web.de/ui/external/saLEIaB_SYa2e16qv49xNQ06403

 

Donnerstag, 16.4.

Nach dem Frühstück – ich musste doch mal Porridge probieren (bäh, ne, ist wirklich nicht mein Ding – schmeckt so, wie's aussieht), außerdem gab es heute Hering – der war allerdings sehr lecker, musste mal wieder der Gang zum Einkaufszentrum gemacht werden, da die Vorräte nicht mehr bis Sonntag reichen. Außerdem ist dort ein Briefkasten, dass die bisherige Post eingeworfen werden kann. Einen Salat für das Abendessen konnte ich mir im Supermarkt zusammenstellen, darauf freue ich mich dann auch schon. Wieder zurück hieß es Tasche umpacken und los zum ersten Spiel, das da lautete Rumänien gegen Belgien. Leider haben die Belgier im Startabschnitt keine Schnitte gesehen, Rumänien konnte auf 3:0 davonziehen.

Belgiens Coach Paul Vincent in ActionBelgiens Coach Paul Vincent in ActionWahrscheinlich hat der Coach dann in der Kabine seine fuc*ing Ansprache losgelassen, denn ab Minute 21 kamen sie wesentlich besser ins Spiel, auf 2:3 heran. Am Ende reichte es aber doch nicht für einen verdienten Punkt. Wie immer ging es danach aufs Zimmer, schon mal ein paar Fotos bearbeiten und Text vorbereiten, ehe es mit Serbien gegen Australien weiterging. Es sind übrigens weitere Icehopper im Anflug, diese werden aber sicher erst zum Abendspiel in der Halle auftauchen. Lustig war's, als ich meine Fahne abhängte und angesprochen wurde „sprechen Sie Deutsch?“. Der Mann wollte wissen, ob Maxime der Sohn von Mike Pellegrims ist, stellte sich als Mannheimer vor und hatte Probleme damit, mir zu glauben, dass Mike auch mal bei uns (in Düsseldorf) gespielt hat – klar, der hatte mich für einen Belgier gehalten! Das Nachmittagsspiel ging zum ersten Mal in die Verlängerung – ist klar, wenn man sich eigentlich vorgenommen hatte, nach dem 2. Drittel (bei eindeutigem Spielstand) abzuhauen und die Happy Hour in Ruhe auszunutzen und anschließend gemütlich Pizza und Salat zu essen. Australien konnte hierbei die ersten beiden Punkte einsacken. Blöd war nur, dass ich während des Spiels einen Becher mit Bier umgewirbelt habe mit meiner Jacke, den Detlef neben mich gestellt hatte – das gute, teure Bier! Nicht nur auf dem Boden, nein, ein Teil ist auch in den Rucksack gegangen. Jetzt laufen wir noch 10 Tage mit Biersweatern und einem Bierrucksack rum... Natürlich war es in der Pizza dann zu voll, ich habe auf dem Zimmer nur schnell meinen Salat gelöffelt und bin wieder los, während Detlef sich etwas später in der Pizzeria angestellt hat und dann zum zweiten Drittel in der Halle war. Krefeld, Bremerhaven und Frankfurt sind jetzt auch hier (die Icehopper). Auch das letzte Spiel erwartete man eindeutig, was aber erneut nicht zutraf bzw. eindeutig andersherum ablief – die Spanier machten wieder ein großes Spiel und brachten die Gastgeber ständig zur Verzweiflung, die am Ende 2:4 unterlagen. Interessanter weise bekam Birkir Arnason den „Best Player“, der sich wohl mächtig reingehangen hatte, nachdem ihm ja im Spiel vorher der spielentscheidende Lapsus unterlaufen war. Ich persönlich fand den Schweden in Diensten der Isländer besser, Emil Alengård (der auch damit leben muss, das sein Name isländisch ausgesprochen wird...), der mich ein wenig an „unseren“ Calle Ridderwall erinnert.

3. Spieltag ----> https://fotos.web.de/ui/external/zSRoRM4oSKy52oEk6rEb-Q06403

 

Freitag, 17.4.

Islands Goalie Dennis HedströmIslands Goalie Dennis HedströmWetter: Regen! Dann verhocken wir den Vormittag mal gemütlich auf dem Zimmer. Die Zimmer scheinen hier allerdings für „gestandene Mannsbilder“ zu klein zu sein – auf unserem Gang liegt ab und zu schon mal der eine oder andere Australier rum, ein Schuh kam auch schon mal aus dem Zimmer gegenüber geflogen... Wir könnten ja auch schon mal mit Kofferpacken anfangen, oder? Belgien spielt heute wieder mittags. Und sollten wir Maurizio Mansi vor seinem Spiel der Spanier (nachmittags) vor die Kamera ziehen? Irgendwie habe ich keine Lust, die Leute bereits hier im Hotel anzusprechen und zu stören! Okay, es wurde noch eine Karte geschrieben, dann unser üblicher Weg den Berg runter zur Halle. Belgien machte es heute sehr spannend, die Serben konnten zwei Male ausgleichen. In der Verlängerung dann der erlösende Siegtreffer für Belgien. Nach dem Spiel Nemanja Vucurevic angequatscht für ein kleines Interview, den Serben, der die vergangene Saison in der Oberliga-West gespielt hat. Mansi kam dann auch noch in den Kasten, damit wir wenigsten etwas gemacht haben, wenn unser Redakteur schon nicht viel („vor allem nicht wieder die Belgier“) haben will. Ach ja – die Bestätigung für die U18 ist auch (schon) gekommen – die hat ja erst gestern angefangen ;-) Wir blieben gleich einen Teil vom zweiten Spiel in der Halle, doch die Spanier konnten die Rumänen nicht überraschen. Beim Stand von 2:0 verließen wir die Halle, sollten doch in der Pause ein Abendessen, die Happy Hour drin sein und vor allem beide Interviews schon mal hochgeladen werden. Natürlich machte mein Lappy Zicken und hat sich und damit mich ziemlich lange hängen lassen. In der Zwischenzeit hab ich dann auf dem Handy die Liveberichterstattung des ersten Finalspiels Freiburg-Duisburg angehört. Die Pause reichte, um beim Chinesen ein Essen zu holen, und beim Stand von 1:4 konnten wir zu Beginn des letzten Drittels in Freiburg beruhigt wieder zur Halle gehen und das Abendspiel gucken (Australien gegen Island). Australien war zwar zunächst besser, doch Island machte die Tore, in jedem Drittel zwei, davon eines in Unterzahl – Respekt! Jetzt sind die Australier natürlich zum Siegen verdammt und damit auch die Belgier, die am Sonntag das letzte Spiel gemeinsam bestreiten. Ach ja – Rumänien ist schließlich noch 1:7 ausgegangen, und damit sind die Rumänen direkt wieder in die Division 1B aufgestiegen, Island kann seine Aufstiegshoffnungen begraben.

Auch vom 4. Spieltag gibt es ein Fotoalbum ----> https://fotos.web.de/ui/external/ymZT0037TlqgEQDKnWHsSQ06403

 

Samstag, 18.4.

Tierische Bewohner des Rathaus-SeesTierische Bewohner des Rathaus-SeesSpielfrei! Im Frühstücksraum war nicht viel los, als wir kamen, waren wohl zu früh dran... An der Rezeption nach dem Bus in die Stadt gefragt, aber der konnte mir nicht wirklich Auskunft geben. Zeitig sind wir dann über die Straße zur Bushaltestelle, die Belgier kamen gerade vom Training und fahren gegen später zur Blauen Lagune: schön, dass aktuell die Sonne scheint! Der Bus kommt auch, und hier erfahren wir, dass der Busfahrer nicht wechselt, man also das Geld passend haben muss. Dann gibt es so Minischnipsel, die man einwirft, und eine Art Quittung, mit der man innerhalb von 90 Min umsteigen kann. Wir fahren bis zum Lækjartorg in der Stadtmitte und finden auch den Treffpunkt zur freien Stadtführung, von der uns Rey erzählt hatte. Leider ist die Sonne jetzt doch weg, und es weht ein zugig-kalter Wind! Wir gehen immer ein paar Schritte und bleiben wieder stehen für die nächste Erklärung.

Hier war bereits nachmittags happy hour - allerdings wurde man dann mit Fuppes berieselt...Hier war bereits nachmittags happy hour - allerdings wurde man dann mit Fuppes berieselt...Nach 2 Std. haben wir das wichtigste gesehen und gehört, machen wir auf eigene Faust weiter. Zunächst zum Flohmarkt, dort einen warmen Kakao getrunken, sonst nicht sehr interessant. Ein bisschen kreuz und quer durch die Stadt gelaufen, auch zur Hilgrimskirche. Hm ja, ganz nett.... Die Fahrt zum Turm hoch lohnte wegen fehlender Sicht nicht, haben wir uns also geschenkt. Auf der Suche nach einem Restaurant konnten wir uns nicht entscheiden, so sind wir wieder zurück gefahren und wollten im Kiosk bei uns in der Gegend essen, wo wir schon einmal gewesen waren. Leider machte der samstags bereits um 15 Uhr zu. Also kein Lamm. Na dann wieder in die Pizza...

Als wir wieder auf dem Zimmer waren, kam die Sonne nochmals raus – toll! Im Fernsehen sollte Oceans Eleven kommen (englisch mit isländischen Untertiteln) – leider ist der Film kurz nach dem Anfang „gescambled“.... Na dann gute Nacht. Koffer ist auch noch nicht gepackt. An der Rezeption müssen wir noch unsere sehr frühe Abreise kundtun, damit wir zumindest einen Kaffee bekommen – die Bestätigung vom Bus haben wir immerhin bekommen, als wir morgens im Stadtbüro des Unternehmens nachgefragt hatten.

Die Fotos zu diesem freien Tag habt Ihr bereits oben gesehen....

 

Sonntag, 19.4.

So, ein letztes Mal gab es Hering zum Frühstück. An der Rezeption nachgefragt, ob es morgen früh – also ganz früh, vor dem Aufstehen quasi – einen Kaffee geben könnte, denn wir werden schon um 4:30 Uhr abgeholt! Man fragte, für wie viele Personen – hatte uns doch für Betreuer eines der Teams gehalten ;-) Aber morgen wird hier wohl Großkampftag sein, denn die allermeisten haben sicher morgen den Rückreisetag... Mal schauen, wie das dann am Flughafen läuft! Für die Strecke Reykjavik – Kopenhagen konnte ich auch schon online einchecken, damit wir zumindest einen Fensterplatz (und hoffentlich auf der richtigen Seite) haben. Dann wurden die Koffer gepackt, verwogen und für gut befunden.

Glückliche Belgier feiern zunächst den Klassenerhalt nach dem Sieg über AustralienGlückliche Belgier feiern zunächst den Klassenerhalt nach dem Sieg über AustralienEs stehen am heutigen letzten Spieltag noch 3 Spiele an – und außer dass Rumänien wieder aufsteigt und Spanien und Island nicht mehr absteigen können, ist noch alles drin: also sowohl für Belgien als auch für Serbien z.B. alles von Silber bis Abstieg! Das wird nochmal richtig spannend! Nun, die Spanier legten gegen Serbien tatsächlich zunächst vor, doch nach 60 min. stand es 3:3; im Penaltyschießen hatten die Serben dann die Nase vorn. Nachmittags fand das „alles-oder-nichts-Spiel“ zwischen Australien und Belgien statt – für beide Teams war zum Klassenerhalt der Sieg Pflicht. Beide Teams legten gut los, doch in der ersten Unterzahl konnte Belgiens Mitch Morgan den ersten Treffer erzielen, und ab da war das Momentum bei den Belgiern, sie trafen bei 5 gegen 5, in Überzahl und per Strafschuss, während Australien wenig entgegenzusetzen hatte und am gut aufgelegten Artur Legrand in Belgiens Kasten nicht vorbeikam. Am Ende ließen die Belgier die Zügel etwas schleifen und ließen den Australiern auch die eine oder andere Chance. Am Ende stand aber ein verdientes 10:4 für Belgien.

Belgiens Maxime Pellegrims und Jean Cornelis präsentieren stolz den SilberpokalBelgiens Maxime Pellegrims und Jean Cornelis präsentieren stolz den SilberpokalDas Abendspiel Island – Rumänien war nur noch für die Platzierungen wichtig. Zwei Male legten die favorisierten Rumänen vor, beide Male konnte Gastgeber Island ausgleichen. Am Ende entschied in der Overtime ein Lucky Punch das Spiel zugunsten der Rumänen, die damit ohne Niederlage den direkten Wiederaufstieg geschafft haben. Jubel auch unter den Serben und den Belgiern auf der Tribüne, die durch Islands Niederlage Bronze bzw. Silber geholt haben. Die Gastgeber verließen mit hängenden Köpfen das Eis – hatten sie sich doch bei der Heim-WM etwas mehr ausgerechnet als jetzt - trotz Punktgleichheit mit Spanien und Serbien - den fünften Platz (wäre es nach dem Torverhältnis als zweitem Kriterium gegangen, hätte Island die Bronzemedaille bekommen).

Wir machten uns nach der Siegerehrung schnell wieder auf den Heimweg, nachdem wir Jón Gislason offenbar verpasst hatten, von dem wir uns eigentlich noch hatten verabschieden wollen. Gearbeitet wurde nichts mehr, denn die Nacht sollte sehr kurz werden: um 4:30 Uhr kommt der Bus, der uns zum Flughafen bringt.

Fotoalbum zum Endspieltag ----> https://fotos.web.de/ui/external/EinfddxxQQKscmqsk6u7Ug06403

 

Montag, 20.4.

Aber keine Angst – nachts wurde ich wach, als die Belgier zurückkamen, die ihre Medaille noch in der Stadt gefeiert hatten. Deren Bus um 3:30 Uhr bekam ich genauso mit wie den der Serben um 4:00 Uhr. Detlef nicht, der hat geschlafen wie ein Stein. Wir nahmen einen kleinen Imbiss zusammen mit den Rumänen ein und standen pünktlich für unseren Bus vor dem Hotel. Das Einchecken am Flughafen war recht chaotisch: Es wimmelte nur so in der Halle, und irgendwie wusste man nicht so recht, wo man sich anstellen sollte. Da wir ja Koffer aufzugeben hatten und dann noch mit Umsteigen, wollten wir an die Schalter. Allerdings wurden wir vorher aufgehalten „haben Sie eingecheckt?“ - nein – also musste man erst an einen der vielen Automaten, die an der Fensterseite standen. Zum Glück stand beim ersten auch eine freundliche Dame, die Hilfestellung leistete – wir hatten schließlich einen Flug mit Umstieg, das auch noch auf eine andere Airline, und wollten das Gepäck doch durchchecken! Sollte angeblich kein Problem sein; das Problem war, dass ich für Icelandair (also die erste Strecke) bereits online eingecheckt hatte. Also mussten wir doch direkt in die Schlange an den Schaltern.... Da jedoch alle Schalter besetzt waren, ging es zügig weiter; wir bekamen auch richtige Bordkarten direkt für beide Flüge ausgehändigt – ich hatte mir das schon etwas kompliziert vorgestellt, den Barcode im Handy erst für Detlef aufzulegen, dann in der Schlange stehend den Barcode für mich zu suchen... Die Sicherheitskontrollen gingen auch zügig, dann begaben wir uns mal in die Richtung unseres Abfluggates. Wir kamen an ein paar Australiern vorbei – keine Ahnung, welche Route die fliegen wollten -, danach sahen wir die Belgier im Wartebereich rumliegen, die nach Amsterdam flogen. Und an unserem Gate – saßen die Serben! Hab mich noch etwas mit Nemanja unterhalten und erfahren, dass die im selben Flieger wie wir sitzen und in Kopenhagen dann aber 6 Std. Aufenthalt haben würden. Und an die Grüße vom Dennis Kohl (sein Teamkollege in Hamm) hab ich dann auch noch gedacht!!! Schließlich ging es zum Einsteigen, und wir hatten gedacht, mit Reihe 31 sitzen wir wieder fast ganz hinten. Ja, nach Reihe 33 kam eine Wand, aber dahinter offenbar der „Anhänger“, also ein weiteres Abteil mit ca. 8 Reihen! Die Serben, die ziemlich als letzte einstiegen, bemerkten dann auch „oh, 3. Klasse“. Nach zunächst ein wenig Gejohle von hinten wurde es dann aber ziemlich schnell ruhig, als wir in der Luft waren – die ganze Truppe im Anhänger schlief!

Der erste Eindruck von Luzern / CHDer erste Eindruck von Luzern / CHIn Kopenhagen gab es weite Wege zu laufen, wir mussten das Terminal wechseln, blieben aber zum Glück innerhalb des Abflugbereiches und mussten nicht nochmals durch die Sicherheitskontrollen. So vergingen dann auch unsere 2 Stunden Überbrückungszeit, und wir waren erneut in der Luft. In Zürich war es bereits 16:40 Uhr, als wir landeten und uns auf erneut sehr lange Wege machten, um die Koffer abzuholen. Dort gab es auch bereits einen Billett-Automaten für die Bahn – doch der wollte keine meiner angebotenen Karten akzeptieren. Also haben wir erst den Zugang zu den Bahngleisen gesucht, um dort sowohl weitere Automaten als auch einige Schalter zu finden. Jetzt klappte es aber auch am Automaten. Die nächste Bahn kam auch sofort, doch die war so voll, dass wir dankend abgelehnt haben mit 2x Handgepäck und 2 Koffern! Der nächste sollte auch bis Luzern durchgehen, das war uns eh lieber. Der kam eine halbe Stunde später, wir haben direkt neben der Kofferablage einen schönen Sitzplatz gefunden, doch kurz vor Zürich Hauptbahnhof kam die Durchsage „dieser Zug endet heute in Zürich“.... Gegenüber stand aber der Ersatzzug, der allerdings kein Doppeldecker war und daher auch brechend voll wurde. So mussten wir mit unserem Gepäck zwischen den Türen stehen bis Luzern – tolle Kiste (und das für mehr als 50 SFr). Nun, auch diese Zeit ging vorbei. Am Bahnhof nach Schließfächern geschaut, aber festgestellt, dass wir das Münzgeld vermutlich zuhause gelassen haben. Außerdem – wer fängt auf dem Bahnhof an, den Koffer umzupacken... Also mit dem gesamten Gepäck zum Hotel gerollter. Das Zimmer bezogen, ein frisches Bierchen aus dem Hotelkühlschrank (eine Bar gibt es im IBIS Budget nicht) gezischt – immerhin waren wir noch viel zu warm angezogen, denn wir sind bei angenehmen 8°C gestartet in aller Frühe, und hier sind es noch am frühen Abend etwa 18°C und kein Wind! Dass das Bier 5 SFr gekostet hat, fanden wir später nicht mehr so teuer, nachdem wir Hallenpreise und später auch beim Döner den Preis gesehen hatten!

Luzern bei NachtLuzern bei NachtDann machen wir uns noch eben auf dem Weg zur Halle, vielleicht können wir unsere Akkreditierungen abholen und noch ein Stück vom Deutschlandspiel sehen. Knapp wurde es – wir kamen in die Overtime, sahen noch das Penaltyschießen, das Deutschland schließlich verlor. An der Akkreditierungsstelle war niemand mehr. Auf dem Rückweg zum Hotel kamen wir an einer Pizzeria vorbei – bitte keine Pizza mehr – und sind beim Döner eingekehrt. Wer hat eigentlich behauptet, Island sei teuer???? Anschließend nochmal kurz in die Stadt, um ein paar Fotos zu machen, danach wie tot ins Bett gefallen, nachdem ich noch an der Rezeption gefragt hatte, ob wohl die Möglichkeit besteht, die Koffer nach dem Auschecken bis zum Nachmittag dort unterzustellen. Warum tritt mich Detlef eigentlich die ganze Zeit? OMG – ich habe meine Anfrage auf Englisch vorgebracht, ganz im Wahn der vergangenen Woche....

 

 

Dienstag, 21.4.

noch immer in Luzernnoch immer in LuzernWir konnten ausschlafen, denn es gab kein Frühstück im Hotel (also hatte ich nicht dazu gebucht). Trotzdem waren wir gegen 11 Uhr wieder unterwegs. Im Supermarkt am Bahnhof einen Kaffee getrunken. Nach der - nun bei Tageslicht – kleinen Stadtbesichtigung ging es wieder zur Halle, das letzte Spiel der deutschen U18 zu gucken. Es hätte eines kleinen Wunders bedurft, dass Deutschland nicht in die Abstiegsrunde muss, nämlich ein 3-Punkte-Sieg gegen den amtierenden Weltmeister USA und gleichzeitig eine punktlose Niederlage der Schweden. Gut, die Schweden haben später am Tag diese Vorgabe erfüllt. Deutschland allerdings war gegen die USA absolut chancenlos, lag nach 20 Min. 0:4 hinten. Auf ein kleines Ausrufezeichen in einem Powerplay hagelte es weitere Treffer nur der Amerikaner; auch nach Torhüterwechsel auf deutscher Seite konnten diese letztlich meist nur zuschauen, und am Ende stand eine ganz bittere 1:13 Klatsche. Nach diesem Spiel verzichteten wir darauf, irgendeinen der Deutschen sprechen zu wollen. Wir fanden uns lieber mitsamt den Koffern, die Detlef zwischenzeitlich vom Hotel hierher geholt hatte, vor der Halle ein, wo uns angeblich ein Shuttle-Service mit nach Zug nehmen würde. Es blieb beim angeblich, denn nachdem wir ca. 20 Min. vergeblich gewartet hatten, entschlossen wir uns doch zur Zugfahrt – und zusätzlich Bus bis zum Bahnhof... Allerdings klappte hier der Anschluss hervorragend trotz Ticketkauf (ach nein, hier heißt das ja Billett), sogar mit Sitzplatz! Auch in Zug hatten wir es nicht weit bis zur Unterkunft, um 18:30 Uhr konnten wir in der Jugendherberge einchecken. Und staun – wunder: das Zimmer hier ist größer als das im IBIS oder auch unseres in Reykjavik! Haha, und entgegen der Ankündigung, dass es WLAN nur im öffentlichen Bereich gibt, funzt das auch auf dem Zimmer! Irgendwie hatten wir 18:45 Uhr für das nächste Spiel im Kopf und sind direkt mal rüber zur Halle. Dort kamen wir mit der Karte problemlos durch den normalen Eingang rein, doch die Pressebereiche haben wir ewig gesucht. Aber bis zum Spielbeginn, der dann doch erst um 19:45 Uhr war, hatten wir alles gefunden und auch Andreas, den Kollegen aus Österreich begrüßt. Auch die Schweiz ist ziemlich untergegangen gegen den amtierenden Vizemeister Tschechien, aber die Schweizer haben zumindest das Viertelfinale erreicht. Wir verließen die Halle etwas früher und sind noch gegenüber in einem größeren Gasthof eingekehrt, um endlich auch eine Kleinigkeit zu essen. Natürlich war es dann wieder nach Mitternacht, dass wir ins Bett kamen.

 

Mittwoch, 22.4.

Schiffsrundfahrt auf dem Zuger SeeSchiffsrundfahrt auf dem Zuger SeeHeute ist spielfrei, wie passend. Nach dem Frühstück mit sehr leckerem Brot, bei dem wir einen weiteren Kollegen treffen, besuchen wir zunächst den örtlichen Supermarkt, ebenfalls gegenüber der Halle. Mit dem Sixpack in der Tasche stellt sich natürlich die Frage, wie man dieses kalt bekommt ohne Kühlschrank und in einem Zimmer, auf dem ab mittags die Sonne steht... Gab es in Island die Cola Zero in schwarzen Dosen mit roter Schrift, so gibt es hier grüne Dosen „Cola Life“ - strange! Über die Kühlung machen wir uns später Gedanken, jetzt geht es erst einmal an den Zuger See, der ebenfalls quasi direkt vor der Tür ist. Okay, der Yachthafen ist noch weniger unsere Kragenweite als andere Restaurationen hier. Am Ufer entlang geht es bei herrlichstem Sonnenschein – und schon direkt wieder viel zu warm – in den „Altstadt“. Am Anleger finden wir den Fahrplan für die Rundfahrten, leider keine Preise. Aber immerhin fährt gleich etwas! Die Preise hier sind zwar seit 1. April „Hauptsaison“, aber der Schiffsverkehr setzt so richtig erst ab Juni ein, wie wohl auch die Touris. Auf der Uferpromenade sind wir wohl auch die fast Jüngsten, die unterwegs sind.... Wir schauen in nette Gässchen, sehen nette Gebäude und finden einen Italiener mit Biergarten oder Terrasse direkt am Ufer des Sees. Und der hat auch Pasta und Risotto auf der Speisekarte – das wird unserer! Als wir wieder zur Anlegestelle kommen, ist das Schiff schon im Anflug, und eine größere Menge wartet bereits. Karten gibt es an Bord.

Detlef sichert uns schon einmal Plätze an Deck; ist zwar im Heck, aber wir wollen schließlich draußen sitzen, da gibt es gar keine Diskussion! Wir beginnen mal mit dem Kartenschreiben und genießen anschließend die Sonne. Es ist nicht einmal windig hier hinten! Nach 2:45 h sind wir zurück, es ist eigentlich noch zu früh zum Essen. Also gehen wir nochmals durch die Altstadt, besuchen die beiden Kirchen und landen schließlich doch bei dem auserkorenen Italiener. Leider gibt es nur die Nachmittagskarte, die ziemlich abgespeckt ist – und natürlich weder Pasta noch Risotto oder Salat bietet! Sehr schade! Aber für abends kommen jetzt laufend Tischreservierungen rein, alle Tische um uns herum werden mit dem entsprechenden Schild versehen... Die Peperoni zur Pizza werden separat gereicht, und wir machen das Schälchen fast leer, aber scharf ist auch etwas anderes. Allerdings haben wir auch Kino: Es will ein Bötchen hier am Steg anlegen, und selbst wir Landratten können sehen, dass das an Bord noch mehr Landratten sind, die vor allem keine Ahnung haben, wie man ein Boot vertäut – es fehlte nur noch, dass die einen Doppelknoten um den Steg-Pfosten machen! Den Fender hat man dann auch nachträglich am Posten eingehängt.. Viel Spaß bei der Abfahrt! Auch eine Familie, offenbar aus dem italienischen Teil der Schweiz kam im Biergarten an, versuchte sich bei den Italienern auf italienisch zu verständigen. Klappte nicht so wirklich. Naja – zumindest einer aus der Familie war dann doch einer deutsch-ähnlichen Sprache mächtig. Auf dem Rückweg am Ufer noch zwei Volieren bewundert, am besten gefiel mir der „rote Ibis“ - alle anderen Ibisse sind ja wirklich hässliche Geier – und in der zweiten Voliere der „australische Zebrafink“; für die Schneeeulen und die Papageien war der Käfig eindeutig zu klein! Nach einer Menge weiterer Fotos ging es gemütlich zurück zur Jugendherberge. Wir versuchten noch, Crashed Ice im Supermarkt zu bekommen, um unsere Kühlprobleme zu lösen, leider keine Chance. Kühlprobleme habe ich auch mit den Armen: die armen sind doch etwas rot und warm nach dem Sonnenbad (natürlich hatten wir nur exponierte Stellen wie Nacken und Ohren eingecremt). Jetzt heißt es noch, die ganzen Fotos seit dem letzten Spieltag in Reykjavik zu be- und verarbeiten... Ist aber nicht so schlimm – während Detlef die ganzen Fotos macht, kann ich ja hier noch weiter an meinem Roman schreiben ;-) So, zumindest die Homepage ist mit Reykjavik abgeschlossen!

Alle Fotos aus Zug ----> https://fotos.web.de/ui/external/MbPojJxNSLyGtV9-m7_qoQ06403

 

Donnerstag, 23.4.

Heute stand ein langer Eishockeytag auf dem Programm mit drei Spielen. Bei erneut herrlichem Sonnenschein wanderten wir mittags in die Halle... Das erste Spiel hätte man sich auch wirklich besser geschenkt, das war Not gegen Elend (das erste Relegationsspiel zwischen Deutschland und Lettland). Zwar ging Deutschland früh in Führung, konnte diese aber nicht lange halten. Kurz vor dem Ende lag Deutschland 1:5 hinten, schaffte dann in den Schlussminuten noch zwei Treffer zur Ergebniskosmetik.

Die anderen beiden Spiele waren Viertelfinale und im Vergleich zu vorher Weltklasse! Das Spiel Kanada gegen Schweden konnte allerdings auch mit Kuriositäten aufwarten: Die Schweden kamen in Unterzahl auf 2:3 heran, doch Kanada legte wieder vor, obwohl sie im Schlussabschnitt nicht mehr so dominierend waren. Als dann gegen Spielende eine Strafe gegen die Schweden angezeigt war, hatten die Kanadier den Goalie zugunsten des 6. Feldspielers vom Eis genommen. Ein Rückpass an die blaue Linie segelte den Kanadiern zwischen zwei Spielern hindurch, die dem Puck noch hinterherschauen konnten, wie dieser ins eigene leere Tor ging! Und da er vom eigenen Spieler abgefeuert war, zählte dieser Treffer für Schweden! Im darauf folgenden Powerplay allerdings stellten die Kanadier den 2-Tore-Abstand wieder her, und alle Hoffnungen Schwedens, doch noch das Halbfinale zu erreichen, waren dahin.

Die Schweiz musste sich mit Gruppensieger Russland herumärgern, doch sie spielten erfrischend frech auf und ärgerten ihrerseits die Russen. Nach dem Führungstreffer sahen die Russen irgendwie kein Land mehr, auch wenn sie im mittleren Abschnitt etwas aufdrehten. Besonders Auguste Impose wusste mit frecher Spielweise zu gefallen, er markierte im mittleren Abschnitt die Tore zwei und drei für die Eidgenossen. Auch im Schlussabschnitt verzweifelten die Russen, die Tore erzielten einzig die Schweizer, nämlich nochmals zwei davon. Sie schossen die Russland mit 5:0 aus den Medaillenrängen.

Parallel in Luzern trennten sich USA und Tschechien 7:2 sowie Finnland und die Slowakei 3:0. Damit stehen die Halbfinale fest, die in Zug ausgetragen werden: Kanada gegen USA und Schweiz gegen Finnland.

 

Freitag, 24.4.

Vierwaldstätter SeeVierwaldstätter SeeHeute steht ein einziges Spiel auf dem Programm, nämlich das zweite Relegationsspiel Deutschland – Lettland, diesmal in Luzern. Da sind wir also wieder einmal mit dem Zug nach Luzern gefahren (11,80 SFr pro Person und Strecke) und haben uns den Mittag dort hauptsächlich am Wasser sitzend vertrieben – Luzern ist ja schon schöner als Zug, der See auch sauberer. Gegen 15 Uhr haben wir uns ein Restaurant gesucht, um Fondue oder Raclette zu essen. Es wurde dann das erste Haus am Platz, zumindest der Platz direkt am See! Das Käsefondue war auch sehr lecker (und das Portemonnaie anschließend viel leichter). Zwischendurch konnte man immer die Wasservögel beobachten, die hier teilweise ihre gegenseitigen „Werbeveranstaltungen“ abhielten oder als Schwäne die „Albatros-Airlines“ nachspielten. So gestärkt wurde es dann irgendwann auch Zeit, zur Halle zu gehen.

Lecker KäsefondueLecker KäsefondueBeim Aufwärmen der Teams machten wir dann endlich auch unser Anwesenheits-Beweisfoto im Hoppertrikot, dabei trafen wir Sven (Köln), der mit ein paar Leuten mal eben zum Wochenende herunter gekommen war. Gespielt wurde auch und zwar zunächst recht gut. Nach 16 Sekunden zappelte die Scheibe das erste Mal im Netz – und auch noch auf der „richtigen“ Seite. Die Führung blieb bis in die Pause bestehen, wurde gleich nach Wiederbeginn erhöht. Doch nicht lange danach hatten die Letten den Anschluss geschossen, und es kam noch schlimmer. Erst vergab Napravnik eine Großchance, dann im Gegenzug war der Ausgleich da! Es blieben in diesem „Do-or-Die-Spiel“ nur noch 20 Min. für Deutschland. Zu Beginn des Schlussabschnittes wurde Tobias Eder „fair“ in die Bande gecheckt, dass er zur Bank kriechen musste und zunächst dort behandelt wurde. Kurz danach humpelte er gestützt auf die beiden „Medizinmänner“ über die Bank zur Kabine. Das allerdings brachte Unordnung und Unruhe in die Mannschaft, und das nutzten die Letten zunächst zum Führungstreffer, wenig später dann gar in eigener Unterzahl zum 4:2! Napravnik konnte schließlich doch noch sein erstes Tor bei dieser WM erzielen (52.), doch eine weitere Strafzeit gegen die Letten nutzten nur diese aus und schossen zum 5:3 ein (58.), während sie das deutsche Powerplay so mal überhaupt nicht einmal im Ansatz zur Entfaltung kommen ließen. Am Ende ging auch dieses Spiel 3:5 verloren und damit die Serie. Für die U18 steht nun der Gang runter in die Div 1A an.

Deutschland am Boden - und abgestiegenDeutschland am Boden - und abgestiegenEigentlich wollte ich nach dem Spiel noch Interviews mit Julian Napravnik und Simon Schütz machen, doch während letzterer bereits im Vorfeld nicht so wirklich wollte, kam Napravnik ziemlich schnell aus der Kabine, aber er schien so fertig mit der Welt, dass mir dann keine Fragen einfielen, und so haben wir das besser gelassen. Der Coach war dafür äußerst gesprächig und hat mal kräftig vom Leder gezogen und die Nachwuchsarbeit in Deutschland an den Pranger gestellt...!

Dann ging es für uns wieder zum Bahnhof, Ticket lösen, im kleinen Supermarkt (hatte noch 5 Min. geöffnet!) nach einem Getränk für die Fahrt gucken und ab nach Hause. In Zug hat der Supermarkt am Bahnhof sogar bis 22 Uhr auf, wie wir morgens festgestellt hatten, und auch gekühltes Bier im Verkauf! Also noch schnell dort das Gute-Nacht-Bierchen gezogen und ab in die Jugendherberge. Zum Video-Hochladen beschlossen wir, in den Aufenthaltsraum zu gehen – zwei Kollegen saßen schon dort, es wurden Verteilerdosen an die einzigen beiden Steckdosen angeschlossen und der Raum verkabelt. Das Video sollte 2 ½ Stunden dauern, war wieder sehr schnell das Internet ;-) Leider reichte die Verbindung nicht für das ganze Interview – bei verbleibenden 15 Min. brach das Netz wieder ab oder zusammen. Dann gehen wir jetzt ins Bett und versuchen das eben morgen mal von der Halle aus!

Alle Fotos aus Luzern ----> https://fotos.web.de/ui/external/HMpi-AdwR16jNxJ6KFt0Fw06403

 

Samstag, 25.4.

Bossard-Arena / ZugBossard-Arena / ZugNach dem Frühstück – haben wir uns nochmal hingelegt... Ist auch bisschen blöd hier, dass es nur bis 9 Uhr Frühstück gibt; das nächste Mal suchen wir uns wieder eine Ferienwohnung, jawoll! Dann sind wir mal 2 Std. vor dem ersten Spiel zur Halle rüber – und siehe da: das Video war innerhalb von knapp 30 Min. hochgeladen! Na also, wer sagt es denn! Das ging so schnell, dass wir den Lappy schnell wieder ins Zimmer bringen können. In der Unterkunft läuft ein nackter Mann rum, nur mit einem Badetuch bekleidet – ah, der grüßt sogar, kennen wir den? Ach, das ist der amerikanische Kollege, der hat sich selbst aus dem Zimmer ausgesperrt! Aber er hat noch jemanden gefunden, den er in die Halle geschickt hat, um den zu alarmieren, de