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Deutschland-Cup 2015

 

Die Sportstätte, auch "Venue" genanntDie Sportstätte, auch "Venue" genanntDa sollte nun der Deutschland-Cup nach 6 Jahren München – hier hatte man das „Stammhotel“, kannte die Wege und Bahnen zum Olympiapark, den Duft nach Frittenfett auf den Presseplätzen – in eine andere Stadt verlegt werden. Es wurde schließlich verkündet, dass es das Curt-Frenzel-Stadion in Augsburg sein sollte. Naja – 80 km Luftveränderung...

Hotel wurde gebucht und auf die 90 Tage vor dem Termin gewartet, um eine günstige Bahnfahrt zu schießen; Verbindungen von und nach Düsseldorf gibt es ja reichlich. Während einer normalen Wartezeit am Bahnhof bemühte ich mal den Automaten – der zeigte mir einen passablen Preis an, also gleich mal das Ticket gekauft. Sitzplatzkarten waren aber grad nicht mit im Programm für die Hinfahrt, egal. Die Zeit schritt fort, die Vorfreude auf einerseits das umgebaute Stadion, das wir so noch nicht gesehen hatten, La Familia und auch eine neue Stadt andererseits wuchs. Vor zwei Wochen erinnerte ich mich an die fehlenden Platzkarten und wollte die über das Internet nachbuchen – und setzte mich erstmal hin: der „gekaufte“ Zug nach Ulm fährt lt. Internet „nicht von 1.-10. November“, also auch nicht am Tag der geplanten und gekauften Hinfahrt! Samstags drauf ich zum DB-Service-Center am Düsseldorfer HBF und mich beraten lassen. Komischerweise war aber auch am 6.11. ein Zug mit gleicher Abfahrt nach Ulm eingetragen, der hatte nur eine andere Zugnummer und hieß „Ersatzzug“. Für den bekam ich dann auch meine Platzkarten – und die nette Dame schrieb mir gleich noch das Ticket um mit besserem Anschluss ab Ulm, auch nicht schlecht!

Der Tag der Abfahrt: Wir nahmen zur Vorsicht eine S-Bahn früher, die dann natürlich absolut pünktlich fuhr und ankam. Auf unserem Fernbahnsteig stand der Ersatzzug natürlich nicht angeschlagen, der Dienstmann wusste auch nichts. Ist ja egal, wie der Zug heißt, mir jedenfalls. Angeschlagen wurde dann auch die alte Zugnummer, und der arme Dienstmann bekam einige besorgte Kundenfragen. Der Zug kam, wir fanden unsere Plätze (die Wagen hatten aufgeklebte DIN-A-4 Zettel an den Türen mit der Wagen-Nr.). Toll – es handelte sich um einen älteren IC mit lauter Wagen der ersten Klasse, aber trotzdem nicht viel bequemer, weil die Sitze ausgesessen waren. Aber auf unseren gegenüberliegenden Einzelsitzen hatten wir natürlich viel Platz. Die Rheinstrecke konnten wir nicht viel genießen, weil es lange Zeit trübe war draußen. Umstieg in Ulm klappte auch gut, und so waren wir fast 1 Std. vor der geplanten Zeit im Hotel. Dort standen wir vor der Wahl - Zweibettzimmer im 5. Stock aber Raucher oder 6. Stock Nichtraucher aber Doppelbett (mit nur 1 Decke). Wir haben dann das Zweibettzimmer im 2. Stock genommen, das Nichtraucher war – und festgestellt, dass man die Betten auch zusammenrücken kann und trotzdem 2 Decken hat! Die Zimmer sind auch sehr kleine, aber jeder Winkelgut ausgenutzt, dass sogar so etwas wie ein Schrank und eine feste Kofferablage reinpasst! Alles gut.

durch die breiten Treppen sieht es gar nicht so voll aus!
durch die breiten Treppen sieht es gar nicht so voll aus! Auf ging es zur Halle, die vermeintlich 20 Min. zu Fuß entfernt liegt. Halle gefunden, Presseeingang gefunden, Karten abgeholt und pünktlich zum 1. Spiel im Umlauf gewesen. Auf der Pressetribüne saß bereits unser Redakteur, wir haben wohl nur einen einzigen Sitzplatz dort, macht aber nichts, ich finde auch ein anderes Plätzchen – und Detlef steht eh an der Bande zum Fotografieren. In den Pausen ging es erstmal in den Umlauf, Bekannte begrüßen, Getränke- und Fressstände inspizieren, auch das Merchandising wollte begutachtet werden. Und nicht zu vergessen unser Arbeitsbereich Presseraum (der war aber zu der Zeit auch schon ziemlich belegt). An den weniger besuchten Nachmittagsspielen konnte man das eine oder andere Drittel auf den Sitzplätzen irgendwo verfolgen, bei den Deutschlandspielen tat es auch gut, mal wieder mitten im Block zu stehen, auch wenn ich mich am Samstag dann doch irgendwann bremsen musste, weil ich anschließend noch ein paar Interviews machen wollte, dass ich mir nicht ganz die Stimme wegschreie... Am Freitag schlugen die USA die Slowakei mit dem minimalsten aller Ergebnisse 1:0 durch den in Augsburg „stationierten“ Ben Hanowski. Abends verlor Team Germany knapp aber verdient 2:3 gegen die Schweiz, die ein tolles Powerplay zeigte.

Der Perlachturm beim RathausDer Perlachturm beim RathausAm Samstag war der Frühschoppen angesetzt, doch wir wollten zuerst ein wenig die Stadt anschauen. Leider war es bedeckt, das ist für Fotos nicht ganz so schön, aber Kirchen von innen lassen sich erfahrungsgemäß samstags besser ansehen als sonntags, wenn man genau die Zeit zwischen den Gottesdiensten abpassen muss. Mitten in der Innenstadt fanden wir auch eine Touri-Info, wo wir uns mit einem kleinen Stadtplan und Information versorgten. Den Dom konnten wir noch besichtigen. Jetzt kam auch die Sonne raus, aber für uns wurde es Zeit, mit der Straßenbahn mal zum „Bob's“ zu fahren und noch etwas Frühschoppen – und eine Kleinigkeit zu essen mitzubekommen. Nette Location hier und prima Stimmung bei dem einen oder anderen Fachgespräch. Zu Fuß ging es zurück zur Halle, wo gerade das Spiel USA-Schweiz begann. Die Schweizer machten dort weiter, wo sie am Vortag aufgehört hatten und führten nach zwei Dritteln 4:1. Dann aber drehten die europäischen Amerikaner auf, zwangen die Schweiz schließlich ins Penaltyschießen, welches sie dann auch noch gewannen! Da hätte die Schweiz heute schon den Turniersieg klarmachen können, aber nein... Gut so, dann ist am letzten Tag noch Spannung drin!

Abends traf Gastgeber Deutschland auf die Slowakei. Es war das bestbesuchte Spiel des Turniers mit der besten Stimmung, auch wenn das in der TV-Übertragung gar nicht so rausgekommen ist, leider! Diesmal zeigte Deutschland aber über weite Strecken eine überzeugende Leistung, während die Fans fast ununterbrochen sangen, klatschten und die Welle machten. 4:2 stand am Ende auf der Tafel – und damit war für Sonntag ein echter Endspieltag angesagt, an dem noch 3 Teams den Turniersieg einfahren konnten! Abends fuhren einige Hopper noch nach ins benachbarte Haunstetten, um auch die Halle zu grounden bei einem Landesligaspiel. Wir schwankten, nutzten aber lieber den relativ frühen Abend, um noch zu arbeiten. Als wir in der Mixed Zone standen, hatten viele Felix Schütz angefordert, der ja in der KHL spielt und als einziger „Legionär“ zum deutschen Team gestoßen war. Während wir warteten, konnten wir ein Gespräch mit DEG-Verteidiger Stephan Daschner führen. In dieser Zeit kam Felix aus der Kabine, keiner kümmerte sich um ihn, weil alle anderweitig in Interviews verstrickt waren, Felix zuckte die Schultern und ging erstmal auslaufen. Bis er zurückkam, waren alle Presseleute zur Pressekonferenz verschwunden – und wir hatten die Mixed Zone und Felix für uns allein. Das ist auch mal ganz angenehm, keine Nebengeräusche, keine Zwischenfragen, keine neugierigen Blicke und fremde Mikrofone!

Zurück im Hotel stand noch einiges an Arbeit auf dem Plan. Dafür bot sich der Aufenthaltsraum / Bar im Hotel an. Damit waren wir so gut wie fertig, als die Hopper-Horde wieder ins Hotel einfiel – hatte ich schon erwähnt, dass hier viele Hopper untergekommen waren? Trotz der hellhörigen Zimmer konnten wir gut schlafen, wurden nur einmal kurz wach, als eine Gruppe sich auf unserem Hotelflur in die jeweiligen Zimmer verabschiedete.die Kanzel im Weihrauch-Nebeldie Kanzel im Weihrauch-Nebel

St. Ulrich und Afra im gegenlichtSt. Ulrich und Afra im gegenlichtAm Sonntag gingen wir – diesmal bei schönem Sonnenschein – nochmals in die Innenstadt und zur St. Ulrich und Afra Kirche, kamen dort genau passend nach dem Gottesdienst an; der Weihrauch hing noch in der Luft und tauchte Kanzel und Nebenaltar in einen interessanten Nebel. Nach der Kirche führte uns der Rundgang noch zur Puppenkiste, ehe wir in die Straßenbahn (weil Füße platt) zum CFS stiegen. Hier fing auch gerade das Spiel Slowakei gegen die Schweiz an. Die Eisgenossen standen offenbar noch unter dem Schock der unerwarteten Niederlage vom Vortag, während die Slowaken hier nicht mit leeren Händen vom Turnier scheiden wollten. So bekamen unsere südlichen Nachbarn irgendwie keinen Schlittschuh aufs Eis, landeten zu oft in der Kühlbox (Ein Spieler erhielt 2x 5+Spieldauer!) und unterlagen schließlich sogar torlos mit 0:4. Das war es dann mit Turniersieg! Wir wollten noch mit Reto Suri sprechen, den wir im Vorjahr auch vor der Kamera hatten, nur Reto wollte nach dem TV-Interview nur noch seine Ruhe haben...

Jetzt hatten es Deutschland und die USA in der Hand, beide mussten einfach nur gewinnen... dummerweise gegeneinander! Um es kurzzumachen: Deutschland legte gut vor und konnte am Ende den Sieg festhalten; auch wenn die USA nochmals herankamen, ließen sich die Gastgeber nicht ins Penaltyschießen zwingen wie noch die Eisgenossen am Tag vorher. Bereits fünf Minuten vor dem Ende nahm USA beim Stand von 2:4 den Goalie vom Eis. Es war David Wolf, der mit dem Treffer ins leere Tor den 5:2 Sieg für Deutschland perfekt machte. Da Kapitän Patrick Reimer heute pausierte, nahm Moritz Möller den neuen Glaspokal in Empfang. 

Überhaupt hatte der neue Bundestrainer Marco Sturm die Spieler gut eingeteilt, ließ derart rotieren, dass jeder Spieler mindestens zwei Spiele absolviert hat (außer bei den Goalies: hier spielte Dennis Endras zwei Partien, Felix Brückmann eine, und Mathias Niederberger gab zwei Male den Backup). Sehr auffällig waren der gerade eingedeutschte Brooks Macek von den Iserlohn Roosters sowie Münchens erst 20jähriger Dominik Kahun, die beide ihr erstes Tor im DEB-Dress (Senioren) erzielten. Ob Bernhard Ebner wirklich der schlechteste Verteidiger im Feld war, ober ob ich unsere „eigenen“ weil DEG-Spieler besonders kritisch sehe, vermag ich nicht zu beurteilen, aber auch Travis Turnbull im Dress der Amerikaner fiel zumindest nicht auf. Auch hier gelang es ihm nicht, seine aktuelle Torflaute zu überwinden. BTW: auch Patrick Reimer traf nicht; er hatte in den ersten zwei Spielen acht Torschüsse, bekam dann aber den Ruhetag und damit keine Chance mehr, den 9. Torschuss in die Maschen zu setzen, wie es seiner Quote (in Düsseldorfer Zeiten) entsprochen hätte.

Mo Müller war dann auch ziemlich happy. Anschließend baten wir uns noch Mathias Niederberger aus der Kabine, der auch geholt wurde trotz der Frage „was wollt Ihr denn von dem, der hat doch gar nicht gespielt“. Während die Co-Trainer Christof Kreutzer und Tobias Abstreiter schon aus der Halle hetzten („sorry, wir müssen den Flieger nach Düsseldorf kriegen“), hatte Mathias noch Zeit für ein kleines (halbprivates) Gespräch, da er mit dem Auto angereist war.

Turniersieger GermanyTurniersieger GermanyWir machten uns auf den Heimweg. Aber es ging nicht ins Hotel sondern zum Bahnhof. Hier ist in einem Seitenflügel ein Brauereigasthof untergebracht, den wir uns für unser verdientes Abschlussessen ausgeguckt hatten. Trotz Bundesliga-Fußball fanden wir noch Platz, bekamen lecker Essen und ebenso leckeres Bier und ließen das Wochenende ausklingen. Bis zum Hotel waren es dann auch nur wenige Schritte.

Frühzeitig ging der Wecker, der kleine Koffer war schnell gepackt, eine „heiße Tasse“ geschlürft, ausgecheckt, dann ging es kurz vor 10 zum Bahnhof. Schnell noch Verpflegung für unterwegs erstanden und unseren Wagen gesucht. Der ICE kam pünktlich, auch der Umstieg klappte – da wir nur die Bahnsteigseite wechseln mussten, weiß ich aktuell nicht einmal mehr, in welchem Ort das war, hahaha. Im ICE wurden noch die Fotos bearbeitet, ich schrieb eine Turnierzusammenfassung; zum Umstieg war alles fertig. Ab Mannheim (?) fuhren wir mit einem IC, wieder ging es die Rheinschiene entlang. Und diesmal hatten wir Sonnenschein und konnten die Fahrt entsprechend genießen. Allerdings fuhr sich dieser Zug doch einiges an Verspätung ein, dass wir uns beeilen mussten, in Düsseldorf die S-Bahn nach Hause zu bekommen, die schon eine später war, als im ursprünglichen Plan vorgesehen. Da blieb auch keine Zeit für Überlegungen; zuhause stellten wir dann fest, dass Detlef doch besser gleich in Düsseldorf geblieben wäre – dann hätte er seinen Zahnarzttermin noch geschafft... Nun, egal. Die Katze freute sich aber sichtlich, dass wir zurück waren!