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Zur WM 2018 der Top Division...

 

fuhren wir auch, aber diesmal nur rein als Fans, um uns die Grounds zu holen, fand diese WM doch in Dänemark statt, und die Spielstätten sind reine MuFus, in denen kaum bis gar keine Ligaspiele im Eishockey stattfinden. Deutschland spielte allerdings nicht in Kopenhagen sondern im ziemlich uninteressanten Herning, in Midjütland gelegen. Nach dem Hin und Her im Vorjahr haben wir uns dieses Mal nicht um eine Akkreditierung bemüht, sondern eben nur Einzeltickets besorgt.

 

So schauten wir am Freitag Abend das Eröffnungsspiel noch zuhause im TV an, ehe wir am Samstag, 5.5. morgens planmäßig um 8 Uhr gen Norden starteten. Durch das Ruhrgebiet kamen wir auch recht zügig, im Münsterland fing dann das Drama an, denn ab Osnabrück versprach uns der Verkehrshinweis (inzwischen hatten wir auf NDR gewechselt) eine Baustelle mit einer Zeitverzögerung von 60 Minuten! Kurz entschlossen fuhren wir zunächst Richtung Hannover, denn auf der A1 ging es später bis Hamburg in zwei weitere größere Staus – und „parken“ oder schleichen auf der Autobahn ist mehr als nervend. Auf der A7 ging es dann besser, wenn auch die Strecke länger war. Und da auf der A7 hinter Hamburg auch noch immer gebaut wird, am Grenzübergang Flensburg Rückstau herrschte, nahmen wir nach dem Elbtunnel einen anderen Weg. Als die Autobahn bei Heide zu Ende war, ging es ziemlich geradeaus immer Richtung Norden über Landstraßen. Von Grenze hat man hier gar nichts gesehen, und in Dänemark waren die Straßen dann wirklich schnurgerade... Es ging schließlich auf 18 Uhr zu, als wir auf den Parkplatz unserer Unterkunft in Ringkøbing fuhren. Eingecheckt und Zimmer in Augenschein genommen. Als wir die Sachen aus dem Auto holten, war die Rezeption schon geschlossen – die haben wohl gerade noch auf uns gewartet! Wir machten uns auf den Weg in den Ort, mal schauen, was es hier so gibt. Außer dass der Weg sich doch ziemlich hinzog vom Danhostel bis zum Yachthafen in der Stadt, ich am Geldautomaten Probleme mit den Nullen hatte (und daher ganze 40 (!) Euro gezogen habe), haben wir nicht wirklich viel gefunden. So gut wie nichts los nach 20 Uhr und auch kaum etwas offen. Gut dass wir für die Fahrt ausreichend Verpflegung mitgenommen hatten... Aber ich habe mir die ersten Blasen an den Füßen gelaufen – hab die Schuhe wohl schon länger nicht mehr getragen!

 

Sonntag, 6.5.

Unser Zimmer ist schön groß, ich schätze gute 20 qm, es stehen 3 Betten drin, und zwei weitere sind hochgeklappt, die könnten als obere auch noch belegt werden. Aber auch für 5 ist hier genügend Raum. Ein großer Tisch mit 4 Stühlen und ein Schrank vervollständigen die Einrichtung. Eine geräumige Dusche auf der einen Seite unseres Flurs sowie der Rest des Badezimmers auf der anderen. Und durch die beiden Türen, die unseren Schlafraum vom Gemeinschaftsflur trennen, bekommt man von Bewegungen der anderen Gäste (auf dem Flur) nichts mit. Auch durch die Lage am Rande des kleinen Ortes ist es hier herrlich ruhig. Das Frühstück ist soweit auch okay, und so konnten wir gestärkt aufbrechen, den Ringkøbing Fjord zu erkunden bzw. zu umrunden. Wir kamen an mehreren kleinen Yachthäfen vorbei, einem Wikinger-Museum, einer Windmühle, und dann waren wir auf der schmalen Landzunge, die den Fjord von der Nordsee trennt. Diese war manchmal so schmal, dass man links das Meer und rechts gleichzeitig auf das Schilf und den Fjord gucken konnte. Über die Klappbrücke in Hvide Sande ging es wieder ans nördliche Ende des Fjords, und von dort starteten wir direkt durch, um nach Herning zur Jyske Bank Boxen zu kommen, ca. 50 Min. Fahrt. Parkplatz an der Halle / Messecenter wider Erwarten noch sehr leer und kostet nicht einmal etwas. Man wird am Eingang zur Fanzone abgetastet / kontrolliert, und schon ist man auf dem Gelände. Dieses ist sehr groß und durch die Nutzung der nächsten Messehalle kann man die Zeit auch im Schatten und ggf. (bei Regen) trocken verbringen. Hier spielt gerade eine Band. Die Preise sind eigentlich auch okay – für 50 DKK bekamen wir eine riesige Pizza-Ecke, hinter der sich die Stückchen bei sonstigen Veranstaltungen dreifach verstecken können! Den einen oder anderen Bekannten begrüßt, dann noch einen Blick in das Merchandising-Zelt geworfen, einen Puck für gute 10 Euro brauche ich dieses Jahr nicht (das Regal ist eh schon überfüllt zuhause), das Shirt ist ja ganz nett.... Dann ging es auch schon zum Spiel Deutschland – Norwegen. Da wir unsere Plätze am Durchgang haben, müssen wir natürlich noch mehrmals aufstehen. Das Spiel war ganz okay, zumindest spannend bis zum Schluss, und mit Overtime und noch Penaltyschießen gab es das volle Programm. Zunächst erzielte Kenny Olimb in eigener Unterzahl den Führungstreffer für Norwegen, und auch sonst war Norwegen den Tick frecher. Deutschland hingegen mit 3 Pfostentreffern und am Ende bei den Penaltys... naja, nichts getroffen jedenfalls. Aber ich gebe es zu, ich bin Schuld, denn ich hatte ja mein Norwegentrikot an... Es wurde übrigens eine 4:5 Niederlage aus deutscher Sicht. Ach ja, es war nicht viel los, die Halle sah erschreckend leer aus. Hinter dem GER Tor der Unterrang gehörte den Fans aus Deutschland, auf der anderen Seite saßen die Norweger in einer Kurve, ansonsten sah man ganze Blöcke, die frei waren... Aber vom Oberrang Höhe blaue Linie hatte man eine sehr gute Sicht! Nach dem Spiel fuhren wir zurück nach Ringkøbing, wollten wir im Ort doch noch etwas zu essen bekommen. Nach dem erneuten Fußmarsch von der Unterkunft hatte das angestrebte Lokal natürlich schon geschlossen, sodass wir beim Italiener landeten (lecker Risotto und ein Wagenrad von Pizza!). Später landete hier auch noch eine größere Gruppe aus Norwegen, die direkt mit ihren Trikots hier eingeflogen kamen...

 

Montag, 7.5.

Heute haben wir etwas ausgeschlafen, denn bei angekündigten 12 Stunden Sonnenschein muss man ja nicht um 9 Uhr am Strand sein.... Es ist ja sowieso noch keine Saison und daher am Strand kaum etwas los. Auch wenn unser heutiges Ziel Hvide Sande (weißer Sand) fest in deutscher Hand zu sein scheint, findet man sowohl am Leuchtturm als auch später am Hafen problemlos Parkplätze. Als erstes aber wollen wir jetzt endlich die Nordsee sehen, von der man uns gestern versichert hat, dass diese auch immer da ist (nicht wie an der deutschen Nordseeküste oft und viel Watt freigibt...). Statt direkt den Leuchtturm zu erklimmen, wandern wir also erst durch die Dünen zum Strand. Ui, das Wasser ist aber noch sehr kalt! Das war am Tag zuvor im Fjord doch schon ein paar Grad wärmer! Der breite und vor allem so gut wie menschenleeren Strand erstreckt sich nach Norden wie Süden so weit das Auge reicht! Es ist schöner feiner Sand und nur an schmalen Streifen mit Kies durchsetzt – hätte man das gewusst!!! Vor allem, dass das Wetter aktuell so toll ist! Danach kraxelten wir wieder über die Dünen (wer braucht schon eine Himmelsleiter – Dünensand ist doch genauso gut für die Waden!) und anschließend innen im Leuchtturm die 228 Stufen hinauf. Nach der letzten Treppe (Marke Hühnerleiter) gab es eine entsprechen niedrige Tür, um auf die kleine Plattform zu treten...

Als wir schließlich unseren Allerwertesten zurück durch die Luke gezwängt hatten und anschließend den Abstieg geschafft hatten, wollten wir uns Hvide Sande anschauen. Erst gab es Fish & Chips (sorry, trotz Fischladen am Hafen nicht besser als zuhause bei Nordsee), dann wartete ein Schiff an der Klappbrücke, um vom Fjord zur Nordsee zu gelangen. Man brauchte hier viel Zeit: es wurde zunächst geschleust – der Höhenunterschied zwischen Fjord und Nordsee ist offenbar 40 cm – dann wurde der Verkehr auf der Durchgangsstraße durch Ampelschaltung unterbrochen, und die Brücke wurde hochgeklappt: nettes Schauspiel! Wir fuhren dann weiter nach Süden: da waren doch irgendwo so viele reetgedeckte Häuser vor den Dünen gewesen... Wir wurden schließlich fündig, fuhren eine Schotterstraße bis zu den Dünen, kraxelten ein weiteres Mal auf die Dünen und konnten die Häuser dann halbwegs von oben in den Mulden liegend anschauen. Es ging schon auf Abend zu, und wir landeten am „Sandslottet“, einem großen Familienrestaurant, das aber zunächst im Eingangsbereich allerlei Schnickschnack, hauptsächlich aus Holz ausstellte und zum Verkauf anbot. Allerdings waren hier vielfach Motive zu finden, die man eher in den afrikanischen Raum interpretiert hätte denn an die dänische Nordseeküste – naja, alles Geschmackssache! So wie das Essen auch: Das Haus warb mit dem halben Hummer zu kleinem Preis, was sich dann als kalte Vorspeise entpuppte, und klein war das Vieh auch (also absolut kein Vergleich mit einem gleichnamigen Vieh, das ich in Kanada erstmalig gegessen habe!). Naja, mit einem Paar Pfannkuchen als Dessert passte es dann doch.

Aber es ging noch nicht zurück in die Unterkunft: nach dem schönen Wetter ohne jegliche (dekorative) Wolke am blauen Himmel wollten wir doch noch den Sonnenuntergang am Meer sehen und ablichten, fuhren wieder zu den Dünen am Leuchtturm und richteten uns dort ein, es war schließlich noch gute zwei Stunden bis dahin. Später kamen immer mehr Fotografen, die sich in den Dünen ihren Standort suchten und warteten. Und warteten. Eine Frau führte noch ihren Hund spazieren und hatte in den Dünen gar Rehe gesehen (wir natürlich nicht, weil wir nur in den roten Ball guckten, oder wie ich ins Buch).

Allmählich aber wurde es kühl, zumindest von hinten. Und als es dann endlich soweit war...... hatte sich ein kleines Wolkenband oder Dunst zwischen Sonne und Horizont geschoben – und verdarb das Bild!!! Als die rote Kugel auch dahinter verschwunden war, packten wir die Sachen und verbrachten unsere inzwischen eiskalten nackten Füße Richtung warmes Auto – einer der anderen Fotografen nahm sofort unsere Kuhle ein. Zuhause sofort unter die warme Dusche; den Sand werden wir noch einige Tage in irgendwelchen Hosentaschen wiederfinden.

 

Dienstag, 8.5.

Für heute ist ein womöglich noch schönerer Tag vorhergesagt, also fahren wir wieder an den Strand. Diesmal haben wir uns ein Stück nördlich von Søndervig ausgesucht – und hatten wieder einmal den richtigen Riecher! Zunächst ging es von dem kleinen Parkplatz nur über eine einzige Düne, und dann hatte man den riesigen Strand wirklich völlig leer vor sich! Und hier war der Sand womöglich noch sauberer, feiner und weniger mit Stachelpflanzen (auf dem Zugang) durchsetzt. Allerdings lagen hier auch wieder ein paar dieser als „sehenswert“ eingestuften Betonklötze rum, welche von der Bunker- und Befestigungslinie der deutschen Wehrmacht übriggeblieben sind: also ich persönlich finde so etwas definitiv eher störend als sehenswert! Aber ansonsten war der Strand wie schon erwähnt sehr schön, und da zur Wasserlinie hin eine Reihe große Steine (Felsbrocken?) lag, hatte man eine eine schöne Brandung, konnte fast an der Wasserlinie auf so'nem Steinchen sitzen und die Füße ins eiskalte Wasser hängen lassen. *Merke: wenn man mit dem Auto ans Meer fährt und eine minimale Chance auf Strandwetter besteht, unbedingt alles Zubehör wie Liegestuhl, Strandmatte, Strandmuschel, Kühltasche, Handtuch, Badeschlappen, Strohhut, Sonnenmilch, kurze Hose etc. einladen* So standen wir mit aufgekrempelten Hosenbeinen im Wasser und hatten hinterher nicht nur nasse Umschläge sondern auch später die dicken Salzränder auf der Hose...

Wir sind einiges am Strand entlang spaziert, und auf dem Rückweg war schon ein wenig mehr los, da standen dann ein paar Angler mit ihrem Gerät an den Felsen und warteten wohl, dass die Wellen irgendwas auf die Angelhaken warf... Nicht unser Ding. Im Auto wartete die hoffentlich noch kalte Cola in der Kühltasche auf uns. Danach wollten wir uns Søndervig anschauen. Aber auch dort gab es außer vielen, vielen Deutschen – nichts, das uns interessierte. Aber hier war dann der Zugang zum Strand mit einem Bohlensteg ausgelegt, und es gab eine „Fressmeile“, die uns letztlich aber nicht wirklich ansprach. Wir trafen aber auf Olaf und Susanne, die hier ihre Unterkunft gebucht hatten. Und fanden ein riesiges Angebot an Ferienhäusern, die zum Verkauf stehen – leider nicht für Ausländer! Aber auch hier gilt natürlich: je näher am Strand, desto teurer.

Wir beschlossen, in Ringkøbing den Biergarten aufzusuchen, an dem wir schon mehrmals vorbeigekommen waren. Jetzt war es noch früh genug, dass der wohl noch geöffnet haben sollte. Allerdings stand dann wieder ein 30 minütiger Fußweg von der Unterkunft an... Angekommen, Biergarten noch auf, Tisch im Halbschatten gefunden (Sonne hatten wir heute genug), etwas Leckeres zum Essen und Trinken geordert – so lässt es sich leben! Doch ehe wir nach dem Essen ein zweites Bier ordern konnten, wurden die Speisekarten weggeräumt – es sah nach Feierabend aus, um 18 Uhr! Naja, es ist eben noch keine Saison hier! Wir wechselten zum Hafen, fanden beim Chinesen einen Platz auf der Terrasse (leider nicht wirklich gut berechnet vom Sonnenstand) und beendeten daher unseren Abend nach einem weiteren Bierchen – es stand ja auch noch ein Heimweg auf dem Plan.

Der Koffer ist schon fast gepackt, die Pläne für morgen soweit ins Handy übertragen, dann können wir nach den zwei doch anstrengenden Strand-Sonnen-Tagen mal etwas früher ins Bett, denn morgen steht die Fahrt nach Kopenhagen an, und wir haben uns für die Route über Århus und die Fähre entschieden: leider fährt die Fähre nicht so wirklich oft.... Also ist zeitige Abfahrt hier angesagt.

 

Mittwoch, 9.5.

Etwas früher starteten wir in den heutigen Tag, auch wenn wir uns kurzfristig doch gegen die Strecke mit der Fähre entschieden hatten (zum Glück hatten wir gestern noch einmal die Abfahrtszeit gecheckt und dabei festgestellt, dass sich der Preis erhöht hatte und damit fast doppelt so teuer wäre wir die Brücke über den großen Belt, von der weiteren Strecke einmal abgesehen. Und da mir die Abfahrtszeit eh etwas schwer in Magen gelegen hatte (12:30, dann erst wieder 14:15), haben wir schließlich von der längeren Strecke über Wasser abgesehen, wenn auch schweren Herzens. Also in Herning auf die Autobahn, über Odense, die Brücke, und immer weiter Richtung Kopenhagen. Kurz vorher machten wir noch einen Abstecher ins im Reiseführer als sehenswert erwähnte Købe. Hier kosten die Parkplätze, man merkt also die Nähe zur Hauptstadt... Nun, es tat zumindest gut, sich die Beine zu vertreten, aber einen extra Ausflug hierhin hätte nicht wirklich gelohnt! Das Gute aber war, dass wir auch ganz schnell wieder auf der Autobahn waren, und drei Ausfahrten später sahen wir schon das Bella Center mit den charakteristischen schiefen Türmen vor uns. Als wir die Autobahn verließen, konnte man auch schon einen kurzen Blick auf die Royal Arena erhaschen. Unser Ziel, das Danhostel, hatten wir dann auch sofort erreicht.

Das Hostel hat zwar nur *** dran stehen (Ringkøbing hatte ****), aber dieses in Amager macht einen moderneren Eindruck. Auch scheint die Rezeption kompetenter... (nicht dass wir uns im anderen hätten beschweren können / müssen). Unser Zimmer liegt im G-Trakt, also ein bisschen Weg innerhalb der Gebäude, ganz außen und daher doch ruhig – nachts werden wohl nicht mehr viele Fahrräder über die Schotterpiste vor dem Fenster vorbeifahren! Allerdings ist dieses Zimmer nicht einmal halb so groß wie das letzte. Nachdem wir uns eingerichtet haben, erkunden wir noch ein wenig die Umgebung und wandern doch schon einmal bis zur Halle (das soll auf direktem Wege ca. 32 Min. Fußweg sein). Metro-Station, ein Netto, dann das Einkaufszentrum Fields und schließlich die „Fanzone“ und die Halle (Fahrzeuge müssen zwischen Halle und Fanzone im Slalom um Betonklötze fahren, eine rechte Herausforderung für die Linienbusse – ob die bei dem hier angesagten Schneckentempo noch ihren Fahrplan einhalten können?!). Die Metro allerdings fährt alle paar Minuten, schön zu wissen, wenn wir morgen in die Innenstadt fahren wollen! Das Fandorf ist übrigens nicht so toll, da hat uns Herning wesentlich besser gefallen - weitläufiger, größeres Angebot, bessere Preise! Auf dem Rückweg zur Unterkunft wollten wir noch im Bella Center ins Sky Restaurant, um vom 23. Stock die Aussicht zu genießen (wenn auch nur bei einer einzigen Gerstenkaltschale). Wir fanden den Aufzug und fuhren hoch. Unterwegs tauchte in der Werbewand im Aufzug dann die Info auf, dass das Restaurant derzeit renoviert und daher nicht zugänglich sei. Hätte man gerne auch schon unten anschlagen können! Nun, als der Aufzug in 23 hielt, war der entsprechende Ausgang einfach zugenagelt. Also wieder abwärts. Unten gab es auch eine Bar, und so haben wir hier unser Bier genossen und den neuen Gästen beim Einchecken ins Marriott Hotel zugeschaut. Dies ist auch ein von der IIHF belegtes Hotel, und so sahen wir tatsächlich den Präsidenten des Weltverbandes, René Fasel, hereinkommen. Preis fürs Bier übrigens akzeptabel, akzeptabler als in der Fanzone! Lustig übrigens der Ami oder Kanadier, der an der Bar saß und diverse Spirituosen probierte: dem hatte niemand gesagt, dass Scandinavien dafür nicht unbedingt das richtige Pflaster ist, und er guckte ziemlich sparsam, als er hinterher die Rechnung bekam....

 

Donnerstag, 10.5.

Heute steht Kopenhagen auf dem Programm. Zunächst aber versuchen wir, uns ein Frühstück zu stricken: nehmen wir den Kaffee aus dem Automaten, oder machen wir uns einen eigenen Chai Latte, wofür wir an der Rezeption aber erst einmal einen Becher leihen müssen. Und dann brauchen wir noch dringend eine Auskunft über die Tarifstruktur der Metro, denn am Fahrkartenautomaten sind wir nicht wirklich schlauer geworden... Die Ausleihe der Geschirrbox ist aber unproblematisch, und nach dem Frühstück(chen) kommen die gespülten 2 Gedecke wieder in die Kiste und diese zurück an die Rezeption. Den Fahrpreis bzw. die Preisstufe der Metro bis in die Stadtmitte kann uns die Dame auch erklären, und schon ziehen wir los. Auch heute ist es wieder ziemlich warm und sonnig. Es sind nur ein paar Stationen, dann sind wir am Kongens Nytorv. Hier stehen wir dann – mitten in einer Großbaustelle... Wir hatten aber beschlossen, die uns auf der Fahrkarte verbleibende Zeit zu nutzen, und hier in den Bus zu steigen, der uns möglichst weit bis an den Hafen bringt, wo wir „Den lille Havfrue“ zu finden gedenken. Leider hatten wir nicht bedacht, dass auch in Dänemark heute Feiertag ist, außerdem lagen gleich 4 Kreuzfahrtschiffe hier fest. So war es ziemlich voll, und man schob sich in Reihen an der kleinen Bronzestatue vorbei. Am Kai kamen wir allerdings zunächst an ihrer modernen Schwester vorbei, die seit 2006 am Ufer steht und den Vorteil hat, dass man sie von allen Seiten betrachten kann, da sie zum einen größer ist, vor allem aber auf Land steht (und nicht auf einem kleinen Felsen im Wasser wie die kleine Meerjungfrau von 1913).

Danach wanderten wir durch den Park beim Kastell und kamen etwas zu spät beim Schloss Amalienburg an: die berühmte Wachablösung fand bereits statt – und man konnte aufgrund der Menschenmassen natürlich nichts sehen. Wir versuchten unser Glück dann bei der Marmorkirche, von deren Kuppel man eine tolle Aussicht haben sollte. Hatten wir aber nicht, weil man nur an bestimmten Tagen und zu bestimmten Uhrzeiten hinaufklettern kann. Jetzt jedenfalls nicht. Die Kirche innen ist quasi ein Rundbau und erinnerte daher ein wenig an die Frauenkirche in Dresden, nur dass sie nicht so rosa ausgemalt war. Wir wollten weiter Richtung Nyhavn – und trafen unterwegs auf die Wachen, die jetzt zur Freischicht abrückten, natürlich im Gleichschritt hinter dem Vormarschierer her, der unter der Fellmütze kaum die Ampel sehen konnte.

Ja, am Nyhavn ist es schön, aber wir gingen doch auf die andere Seite, weil zum einen von hier der bessere Blick auf die bunten Häuser war und zum anderen bei weitem nicht so viel Gedränge. Vom Amagertorv ging es weiter Richtung Rathaus, und je näher man diesem kam, desto schäbiger wurde die Fußgängerzone. Zum einen gingen die Marken-Boutiquen in Ramschläden über, zum anderen wurde es hier auch dreckiger: überquellende Mülleimer und Pfandsammler, die die Mülleimer dann auch noch durchsuchten. Und dann stehen hier zwischen Rathaus, Tivoli und Bahnhof die teuren Hotels... Also ich würde mich da schon sehr ärgern, zumal das dann auch nicht so aussah, dass man nach Einbruch der Dunkelheit noch gerne auf der Straße oder unterwegs zum Hotel gewesen wäre. Ein Stück weiter noch am Bahnhof vorbei fanden wir endlich auch das ersehnte Steakhaus, das wir für heute auserwählt hatten. Sitzen tut jetzt ganz gut, essen und trinken auch.

So gestärkt ging es zum Hauptbahnhof, wobei wir am Astoria-Hotel vorbeikamen – einem ziemlich schäbigen und schmucklosen Betonklotz. Ein Blick in den Eingangsbereich zeigte uns aber doch ein angenehmeres Ambiente. Für das Tivoli fehlte uns die Zeit, auch wenn Detlef immer wieder quengelte... Unser Ziel hieß Christianshavn, um auch noch das ehemalige „Besetzerviertel“ zu sehen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an der lt. Reiseführer „größten City-Jugendherberge Europas“ (dem Danhostel) vorbei. Auch hier schauten wir ins Foyer, das sehr großzügig gestaltet war. Am Ende befand sich sogar eine Bar, und wir hatten Durst. Dass hier gerade das Nachmittagsspiel der WM über die großen Bildschirme lief, war dann auch eher ein Anreiz zum bleiben als die hässlichen grünen Kacheln der Bar... Auch was die Toiletten anging, war unser Vorstadt-Hostel dann doch um einiges besser und sauberer!

Nach dem Spiel führte uns unser Weg nun wirklich nach Christianshavn, und hier entdeckten wir auch Yachthafen-Idylle mit bunten Booten und bunten Häusern, allerdings bei weitem nicht so überlaufen wie Nyhavn! Ein wenig blickten wir in das alternative Wohnviertel, dann begaben wir uns doch recht müde zur Metrostation und fuhren nach hause. Pünktlich zum Abendspiel waren wir wieder in unserem Hostel und stellten fest, dass es im Aufenthaltsraum einen großen Fernseher gibt, der auch den Sportsender anbietet (im Gegensatz zu den Geräten im Zimmer). Ist ja klar, wo wir den Abend verbringen.... Die Russen verloren nach Overtime gegen Tschechien! Vielleicht deshalb war dann auch Sicherheitspersonal bei uns im Hotel zu sehen...

 

Freitag, 11.5.

Für heute Nachmittag haben wir Karten und wollen die Royal Arena grounden; für das Spiel Frankreich – Österreich hätten wir die zwar nicht zwingend im Vorverkauf erstehen müssen, aber so waren die wenigstens schon vorab bezahlt ;-) Aber was machen wir mit dem Tag bis dahin? Auch für heute ist wieder ziemlich gutes Wetter angesagt, und wir beschließen, nochmals in die Stadt zu fahren und die Bootsrundfahrt zu machen. Und es wurde eine gute Tour: da kein Feiertag mehr war, war unser Kahn nicht ausgebucht, sodass man nicht wie die Ölsardinen dort saß, und die Sonne versteckte sich ab und zu mal hinter einem Wölkchen, dass sie auch nicht so ganz unerbittlich brannte.

Durch viele, viele sehr niedrige Brücken ging es „please keep seated, there is another very low bridge“, auch an der royalen Yacht vorbei sowie der kleinen Meerjungfrau von der Kehr- gleich Wasserseite. Teilweise gleicht Kopenhagen einer Lagunenstadt oder fühlt sich wie Amsterdam mit den Grachten an, zumindest vom Wasser aus. Nach der einstündigen Tour fanden wir noch einen kleinen Imbiss, ehe wir in die Vorstadt zurückfuhren. Dann ging es zur Halle, mit Trikot statt mit Kamera bewaffnet: fühlt sich schon sehr viel leichter an, das Gepäck! Ohne Gepäck war die Einlasskontrolle auch minimalst, und wir konnten diese neue MuFu von innen bestaunen. Unser Platz war im Oberrang mit erneut guter Sicht. Im oberen Umlauf trafen wir einen Freund aus Belgien (ehemaliger Co-Trainer der Nationalmannschaft und Vater von Sammy) – die Welt ist schon sehr klein! Im Spiel waren die Franzosen überlegen, Österreich hatte wenig entgegenzusetzen, sodass die „Tricolore“ am Ende nicht unverdient mit 5:2 gewonnen haben. Das Abendspiel schauten wir wieder vor dem Fernseher bei der Vorspeisenplatte, die wir Mittags aus der Stadt mitgebracht hatten.

 

Samstag, 12.5.

So, drei Wochen (gefühlte) sind auch schon wieder vorbei, heute verlassen wir Kopenhagen. Wie geplant ging es gegen 9 Uhr los, und wir kamen gut voran. Nochmals über die Storebeltbrücke Richtung Odense, denn unsere Rückfahrt sah noch einen Besuch bei unserem Freund Kutter vor. Hier kamen wir trotz kleiner Verzögerung an der Mautstelle – wir hatten noch soviel Bargeld in Dänischen Kronen, dass wir den einzigen bemannten Schalter nutzen mussten, und wenn davor jemand ist, der nicht weiß, wie viel es kostet oder das Geld nicht passend hat, kann das schon mal etwas länger dauern – wie geplant um 11 Uhr an. Wir verbrachten ganze fünf Stunden in angenehmem Geplauder mit Kutter, ehe wir uns zum Ende der Besuchszeit auf die Weiterfahrt begaben. Wir hatten uns die Strecke eingeteilt und einen Übernachtungsstopp in der Nähe von Neumünster gebucht. Hier hatten wir im zugehörigen griechischen Restaurant gleich einen Tisch reserviert (Samstag Abend, man weiß ja nie). Da wir aber bereits mittags beim Kutter reichlich versorgt worden waren, haben wir dann hier nicht so ausgiebig zugeschlagen und waren zeitig im Bett.

 

Sonntag, 13.5.

Obwohl wir einigermaßen frühzeitig die Weiterfahrt angetreten hatten, ging das Elend hinter Hamburg schon los: jetzt waren in den ätzend vielen und langen Baustellen auch noch die Ausflügler vom langen Wochenende unterwegs! Es macht wirklich keinen Spaß mehr, auf deutschen Autobahnen zu schleichen!!! Auch diesmal brauchten wir einiges länger als normal anvisiert, erreichten aber am frühen Nachmittag die heimische Wohnung.

Den Rest der WM verbrachten wir auf unserem Balkon, der mit neuen Blumen versorgt wurde, sowie abends dann vor dem Fernseher, und so konnten wir eine weitere Woche entspannen und die Demontage von Olympiasieger Russland sowie die Niederlagen Finnlands im Viertelfinale und Kanadas im Halbfinale und Bronzespiel mit sport1 verfolgen, dem Gold-medal-game der Schweizer mitfiebern! Unsere Katze ist wahrscheinlich froh, wenn es ab dem 22.5. endlich alles wieder seinen geregelten Arbeitszeiten-Ablauf gibt...

 

Ein paar Fotos gibt es auch noch im Fotoalbum:

https://c.web.de/@358160561675960535/9_32hwXSTeueIWhBwD3b5g