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Kleine Hoppertour Böhmen September 2015

 

Wir hatten nochmals eine Woche Urlaub im September und entschieden uns für Nordtschechien: hier gab es fast täglich Eishockey – Herz, was willst Du mehr. Allerdings frage ich mich am Ende unserer Tour, ob wir jetzt primär Hallen gegroundet haben oder eher als Hotel- und Restauranttester unterwegs waren...

Kurz zusammengefasst lauten die Daten unserer Reise nämlich: 9 Spiele in 8 Tagen und 7 Städten mit 6 verschiedenen Hotels! Und wenn wir nach hause kommen, geht es gleich mit DEL weiter.

Die Eissporthalle in Taucha erinnert ein wenig an ein Festzelt...
Die Eissporthalle in Taucha erinnert ein wenig an ein Festzelt... Es war ein kontrastreiches Programm, das am Samstag (522 km) mit einem Oberliga-Testspiel in Leipzig begann – Leipzig unterlag Weiden 2:7. Unterkunft gegenüber der Halle im IBIS Taucha – da weiß man, was man hat.

Sonntag ging es erst nochmal kurz nach Leipzig rein, um der Innenstadt wenigstens einen Kurzbesuch abgestattet zu haben. Es wurden rund um das alte Rathaus gerade letzte Vorbereitungen für einen City-Lauf getroffen, und somit standen auch viele Buden und Zelte auf dem Platz, was das Fotografieren erschwerte. Nach Blick in Thomaskirche und Nikolaikirche ging unsere Tour weiter - 284 km nach Liberec. Nach den Schwierigkeiten von Deutschland aus eine gebührenfreie Strecke nach Liberec zu finden, waren wir ganz froh, dass wir uns doch gegen die – sicherlich interessante und außergewöhnliche – Übernachtung im Fernsehturm auf dem Ješted entschieden und statt dessen im Hotel Praha neben dem Rathaus gebucht hatten.

Radnice - auf das Rathaus blickten wir vom Hotelzimmer, also seitlich zumindest
 Radnice - auf das Rathaus blickten wir vom Hotelzimmer, also seitlich zumindest Bloß: was heißt nochmal Rathaus auf tschechisch??? Jedenfalls sind beide – Hotel und Rathaus – hübsch anzusehen, das Hotel wartete auch innen mit hohen Räumen und einem Uralt-Aufzug auf. Daneben hatte unser Zimmer ein topmodernes Bad und einen superflauschigen Teppichboden. Nur das Frühstück am nächsten Morgen bekam etwas Punktabzug sowie das hauseigene Restaurant, das sonntags geschlossen war. Der Weg zum Eishockey-Spiel am Abend führte uns durch die Fußgängerzone und am Busbahnhof vorbei, Fußweg etwa 30 Min.

Eishalle in LiberecEishalle in LiberecDort fanden wir einen großen Sportkomplex vor mit u.a. der Eishalle und 2 Trainingshallen daneben. In der Arena fielen vor allem die vielen Werbepartner auf, die als Untereiswerbung das Spielfeld „zieren“. Und nicht nur die Spieler laufen als Werbesäulen herum, auch die Schiedsrichter tragen 7 Sponsoren spazieren! Besonders schön der weiße Balken unterhalb des Gesäßes auf der Hose... Die weißen Tiger (Bili Tygri) Liberec gewannen übrigens 4:1 gegen den Vorjahresmeister. Anschließend gab es in der Nebenhalle noch ein Hobbyspiel.

Am Montag fuhren wir 121 km nach Usti nad Labem, wo wir ebenfalls direkt in der Innenstadt ein Quartier gebucht hatten für diesmal zwei Nächte. In der Vorschau sieht das Haus zwar recht unscheinbar aus, wichtiger aber sind ja die „inneren Werte“, nämlich eine Hausbrauerei! Und das allerbeste – neben schnuckelig eingerichteten Zimmern und einem guten Restaurant – ist die Bierkarte für Hotelgäste für „unlimited consumption during their stay“! Auf dem Plan hatten wir ungewöhnliche Anfangszeiten der Seniorenspiele (z.B. 17:30 Uhr an einem Wochentag), doch offenbar ist das hier nichts besonderes, denn auch im Restaurant waren Tische für 15:45 oder 16:30 vorreserviert! Offenbar hat man hier andere Arbeitszeiten... Auch hier gingen wir zu Fuß zur Eishalle, was ebenfalls ca. 30 Min. benötigte (man hätte auch mit dem Bus fahren können).

Auch hier in der 1. Liga läuft das Spiel auf dem Würfel mitAuch hier in der 1. Liga läuft das Spiel auf dem Würfel mitDas Spiel der 1. Liga war bei weitem nicht so gut besucht wie unser Spiel am Vortag, doch auch die knapp 800 Zuschauer sahen ein spannendes Spiel, das Gastgeber Usti gegen HC Havirov 7:4 gewann.

Am Dienstag stand kein Eishockey auf dem Programm. Den Tag haben wir bei herrlichem Wetter für eine (für uns Flachlandtiroler) „Berg“-Wanderung genutzt – den Muskelkater spürte ich noch drei Tage später. Es war aber sehr erholsam, durch den Wald zu wandern; die Aussicht, die wir jeweils genießen konnten, zeigte aber hauptsächlich Gleise und Industrie.

 

Ein Blick in die "Schwemme" unserer Brauerei in Usti....Ein Blick in die "Schwemme" unserer Brauerei in Usti....

 

 

..und zum sehr geschmackvollen und nett angerichteten Essen dort..und zum sehr geschmackvollen und nett angerichteten Essen dort

 

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Most (60 km) mit einem Zwischenhalt in Teplice. Leider ist hier die Eishalle in Trümmern, und die neue existiert bisher nur am Reißbrett. Aber einen netten Stadtpark gibt es hier. In Most kehrten wir erst einmal in der dem Hotel angeschlossenen Pizzeria ein, ehe wir unser kleines Zimmer bezogen. Hier ist es andersherum: Das Hotel von außen sehr schön aber unser Zimmer eher mini und unscheinbar, das Bad auch. Egal – ist für 1 Nacht. Der Fußweg zur Eishalle betrug ca. 15 Min. Auch hier gab es ein Spiel der 1. Liga, und Most unterlag knapp 4:5 gegen Rytiri Kladno.

Das Hotel in Most - von außen toller als das Zimmer Das Hotel in Most - von außen toller als das Zimmer Einen Fanshop gab es hier wie schon in Usti nicht wirklich, aber auch bei Startzeit von 17:30 waren ca. 700 Zuschauer anwesend. Gewöhnungsbedürftig übrigens, dass es hier in den Restaurants nur einen kleinen Nichtraucherbereich gibt, wenn es überhaupt getrennt ist!

Unsere Strecke für Donnerstag war sogar noch kürzer (40 km), sodass wir morgens erst einmal die im ADAC-Atlas als „sehr sehenswert“ benannte Stadt Most (be)suchten. Also eine richtige Innenstadt haben wir mal nicht gefunden.

Statt dessen fuhren wir zur Burg hoch, von der man einen guten Blick zur Rennstrecke (Motodrom) hat und auf bestimmt drei Kraftwerke in der Umgebung. Interessant war dann noch die Kirche „Panny Marie“ - nicht unbedingt wegen ihrer Innenausstattung sondern eher wegen ihrer jüngeren Geschichte. Die Kirche wurde nämlich aufgrund des Braunkohle-Tagebaus umgesiedelt - nach jahrelanger Entkernung, Sicherung und sonstiger Vorarbeiten wurde sie auf Schienen um gute 840 m verschoben! Unterwegs sahen wir noch eine Klosteranlage, die man in dieser Größe in dem kleinen Örtchen Osek nicht erwartet hätte, natürlich auch geschlossen. In Chomutov, unserem heutigen Ziel, schauten wir uns zunächst in der Altstadt um mit netten Fassaden rund um das Rathaus (die Stadt ist nicht als sehenswert im Atlas eingestuft), ehe wir auf dem Weg zum Sportzentrum den Supermarkt heimsuchten. Wir stellten wieder einmal fest, dass hier das Bier in Flaschen und vor allem Dosen bei weitem nicht so viel preiswerter ist als in Restaurants oder Stadien und vor allem nicht preiswerter als in Deutschland!

Lageplan der beiden Hallen mit Kabinentrakt dazwischenLageplan der beiden Hallen mit Kabinentrakt dazwischenFür die nächsten beiden Nächte haben wir uns im Arena Hotel angemeldet, wie der Name schon vermuten lässt direkt an der Arena. Wie die Stadien (Eis und Fußball), das Kino und das Schwimmbad gegenüber ist das Hotel ziemlich neu. Das ganze Hotel ist klimatisiert wie auch die Zimmer, was bei wenig Verdunklungsmöglichkeit und Südseite unserer Zimmers definitiv von Vorteil ist. Südseite? Das hieß dann auch direkter Blick auf Eis- und Trainingshalle! So waren fliegende Pucks auch unsere ganztägige Begleitmusik. Heute schauten wir nur diversen Trainings zu und testeten abends unser Hotelrestaurant: die Speisen in der Pivovar waren womöglich besser und frischer.

 

Schade, dass beim Treffer das Licht in der Halle ausgingSchade, dass beim Treffer das Licht in der Halle ausgingFreitags wollten wir bei erneut herrlichem Sonnenschein zum benachbarten See und dort ein wenig die Seele und vielleicht auch die Füße im Wasser baumeln lassen. Tja, aber irgendwie fanden wir keinen Eingang in dieses umzäunte Gelände, und der Prospekt, den wir im Hotel zu dem Freizeitgelände gefunden hatten, schien schon einige Jahre alt zu sein. Auf jeden Fall waren einige der verzeichneten Einrichtungen offenbar schon länger nicht mehr im Betrieb wie z.B. das Hotel am Park. So entschieden wir uns für einen Restaurantbesuch bereits am späten Mittag und gingen anschließend zum U19-Spiel in die Trainingshalle. Zeitversetzt begann dann auch das Spiel der Extraliga in der Arena. Hier traf der Aufsteiger Pirati Chomutov auf Pardubice, die schlecht und bisher punktlos in die Saison gestartet waren. Die schmucke Halle fasst knapp 5300 Zuschauer und war mit etwas über 5000 sehr gut besucht. Auch wenn die Gäste optisch mehr vom Spiel hatten, konnten sich die Piraten in den Schlussminuten den Siegtreffer und damit drei Punkte erkämpfen. In unserem Restaurant war inzwischen eine geschlossene Gesellschaft, also mussten wir uns aus der eigenen Kühlbox bedienen...

Nach einem weiteren ausgiebigen Frühstück starteten wir am Samstag unsere Rückfahrt, nicht ohne vorher noch in Tschechien günstigeren Sprit zu tanken. Die heutige Wegstrecke betrug 398 km, da der Spielplan nicht ganz unserem Rückweg entsprach. So fuhren wir über Chemnitz bis nach Erfurt, wo es anfing zu regnen (natürlich, wie jedes Mal, wenn wir in Erfurt sind). Zunächst ging es in die Stadt, wo wir uns noch (hoffentlich) echte Thüringer Würstchen besorgten zum mitnehmen (ah – danke Kühlbox!) und auch zwei als Mittagssnack vom Grill. Der Zufall wollte es, dass hier am Anger irgendetwas gefeiert wurde, und auf einer kleinen Bühne wurden „nach der Musik“ die Spieler der Black Dragons Erfurt angekündigt. Da aber weder die zunehmende Stärke des Regens noch die Spieldauer der Band abgeschätzt werden konnten, warteten wir nicht länger, hatten wir doch einen Termin im Eissportzentrum (Kleinschülerspiel Erfurt gegen Berlin). Da etwas später auch ein Fußballspiel nebenan stattfinden sollte, war es schwierig, einen Parkplatz zu finden...

eigenartige Beleuchtung in Erfurteigenartige Beleuchtung in ErfurtIn der Halle erschreckte erst einmal das Licht bzw. das Fehlen desselben, was zum Fotografieren eine Katastrophe ist, zumal die wenigen Funzeln das ganze sehr gelblich-bräunlich machen. Das Auge gewöhnt sich aber daran, und die Kiddies auf dem Eis waren mit Eifer bei der Sache. Hier zeigte sich bereits nach etwa 15 Spielminuten eine größer werdende Kluft zwischen den Teams, und der Eisbärennachwuchs dominierte immer mehr das Spiel. Am Ende stand ein 1:22 zu Buche!

Danach hieß unser Ziel Chemnitz, wo abends ein DNL2 Spiel stattfand. Auf dem Weg versuchten wir, in unserer Unterkunft einzuchecken, was sich etwas kompliziert gestaltete. Die „Pension an der B95“ liegt, wie der Name verrät, an einer Bundesstraße. Wir erwarteten daher auch keine ganz ruhige Nacht, da auch unser Zimmerfenster zur Straße rausging. Das Zimmer selbst aber schön und großzügig mit ebensolchem Bad. Unten ist ein griechisches Restaurant, das aber noch nicht geöffnet hatte. Unser Weg führte uns also wieder nach Chemnitz zurück.

ChemnitzChemnitzSchöne Eissporthalle – schade, dass hier nicht mehr höherklassig Eishockey gespielt wird! Vielleicht sollte man mal wieder ein Länderspiel hier ausrichten?! Hier hatten die Junghuskys zwar mehr vom Spiel, die einheimischen Zuschauer wollten auch einen Kassel-lastigen Schiedsrichter gesehen haben, doch mit zwei schnellen Toren zu Beginn des Schlussabschnittes konnte Chemnitz das Spiel nochmals drehen und gewann am Ende 3:2. Als wir zur Unterkunft zurückkamen, war der Parkplatz voll, und im Restaurant kein Platz zu bekommen. Nun, wir waren ja im Hause, so gingen wir eine halbe Stunde später zum Essen...

Die Bundesstraße war in der Nacht zu Sonntag nicht so befahren und laut; früh traten wir die nun endgültige Heimreise an (560 km) – die ganze Fahrt verlief gut, nur Köln wartete mal wieder mit gleich mehreren Staus auf!

 

Eine kleine Preis-Tabelle:

  1. Liberec Extraliga: Bier 35 kr (Nebenhalle 27); Puck 75 kr

  2. Chomutov Extraliga: Eintritt (Vollzahler) 100 / 140 / 170 kr; Bier 30 kr; Puck 99 kr; Pin 189 kr

  3. Usti nad Labem 1. Liga: Eintritt 60 kr; Bier 25 kr

  4. Most 1. Liga: Eintritt 50 kr; Bier 25 kr; Puck 40 kr

Wer mag, kann das jetzt auf unsere Bierpreise im Stadion hochrechnen...

Der Literpreis Bier im Kaufland lag übrigens gerne bei 1,30 bis 2,60 €, das Pfand für Flaschen und Kasten auch etwas höher als bei uns. Dosenbier kostet zwar kein Pfand, ist aber im Literpreis teurer! Achso und zum Rechnen (wer es absolut und nicht nur in Relation will): 100 kr sind etwa 3,70 €

 

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